Automobilindustrie Bayern: Automotive Standort der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: In Coburg entwickelte Andreas Flocken 1888 das erste vierrädrige Elektroauto, 1893 erfand Rudolph Diesel in Augsburg seinen selbstzündenden Motor und 1951 patentierte Walter Linderer den Airbag in München. Heute sind die zukunftsweisenden Trends der Automotive Branche Elektromobilität, Vernetzung sowie autonomes Fahren.

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Mobilität der Zukunft: Bayern fährt schon mal voraus

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Philipp Gleißner

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Kommende und vergangene Events: Automobilindustrie

  • 12.10.2019 Digital Tech Summit 2019
  • 15.10.2019 eMove 360°
  • 22.10.2019 MWC19 mehr

Branche kompakt

Die in Bayern ansässigen OEMs zählen weltweit zu den innovativsten Automobilherstellern in den Bereichen Elektromobilität, Vernetzung sowie autonomes Fahren.  Pilotprojekte wie die Kooperation von MAN und DB Schenker oder auch das Konsortium um Audi, Ducati, Ericsson und Qualcomm und weiteren Playern zeigen deutlich die internationale Führungsrolle der bayerischen Unternehmen. Wegweisend hierfür ist das geschaffene digitale Testfeld Autobahn zwischen Nürnberg und München. Die Kombination einer modernen Straßeninfrastruktur und der Bereitstellung von aktuellen Übertragungstechnologien machen das Digitale Testfeld Autobahn zu einer einzigartigen Erprobungsmöglichkeit in der Praxis – für Automobilindustrie, Zulieferer, Telekommunikationsunternehmen und Forschungseinrichtungen gleichermaßen.

Um auch die entwickelten Elektromobilitätskonzepte in den Alltag zu integrieren, setzt sich die Bayerische Staatsregierung zum Ziel, mit einem eigenen Landesförderprogramm den Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur weiter voranzutreiben. Das Ziel sind 7.000 öffentlich zugängliche Ladesäulen in Bayern im Jahr 2020. Das innovative Projekt „Fast Charge“ im bayerischen Jettingen-Scheppach, welches mit 7,8 Mio. Euro gefördert wurde, ermöglicht beispielsweise eine eklatanten Reduktion der Ladezeit. Ab sofort kann jedermann dort sein Elektroauto mit bis zu 450 kW in 15 Minuten aufladen. Für die Ersten 100km benötigt man an der Ultra-Schnellladestation sogar nur drei Minuten. Beteiligt sind unter anderem BMW, Allego, Phoenix-Contact, Porsche und Siemens.
 

1.100 Unternehmen in Bayern entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Unterfüttert werden die aktuellen Projekte und Entwicklungen natürlich durch die in Bayern gebündelten Headquarter weltbekannter Premium-Hersteller wie Audi, BMW und MAN sowie über Standorte rund 1.100 weiterer starker Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Darunter Zulieferer wie Bosch, Brose, Dräxelmaier Group, Rexroth, Schaeffler oder Webasto. Zusammen erwirtschaften sie 32,24 Prozent der bayerischen Industrieumsätze.

Zahlen der Automobilindustrie

Beschäftigte im Automobilsektor
Unternehmen in der Automobilindustrie
% aller FuE Investitionen in Bayern werden in der Automotivebranche getätigt
% der in Deutschland produzierten Autos (Kraftwagen und Kraftwagenteile) stammen aus Bayern

Bekannte Vertreter

Die Aushängeschilder der Automobilindustrie in Bayern

Talents & Research

Renommierte Forschungsinstitute und Hochschul-Forschungsgruppen überall in Bayern beschäftigen sich mit der Frage, wie die Zukunft der Mobilität aussehen wird. Die Frauenhofer-Institute IIS (für Integrierte Schaltungen) und IZM (für Zuverlässigkeit und Mikrointegration) aber auch das Anwenderzentrum Augsburg iwb ist beispielhaft für ausgezeichnete bayerische Forschung. Darüber hinaus ist die Forschungsarbeit von Experten und Studenten aus Universitäten und Hochschulen zu innovativen Zukunftstechnologie der ideale Nährboden in Bayern: die Ingenieure, Designer, Software Development und IT Spezialisten, erarbeiten zusammen die Lösungen für die Zukunft.

Exemplarisch für die herausragenden Erfolge: die studentische Forschungsgruppe WARR der Technischen Universität München. Bereits dreimal konnte sich das bayerische Studententeam gegen 120 Mitbewerber aus der ganzen Welt durchsetzen und die international vielbeachtete „Hyperloop Competition“ von SpaceX für sich entscheiden.

Die reine akademische Laufbahn wird in Bayern flächendeckend durch das exzellente duale Ausbildungssystem ergänzt. Hierzu zählen einerseits duale Studiengänge: In Landshut spezialisieren sich Studenten etwa in der Automobilinformatik, an der Hochschule Coburg zum Thema Automobiltechnik und Management und an der Hochschule Ingolstadt zum Automatisierten Fahren und Fahrzeugsicherheit. Andererseits ist hier die klassische duale Berufsausbildung aufzuführen, bei der gemeinsam mit den Unternehmen und Kammern eine hohe Qualität und praxisnahe Ausbildung gewährleistet wird. Neben dieser Talentschmiede und Innovationsquelle können bayerische Unternehmen mit dem Zentrum Digitalisierung.Bayern (ZD.B) auch von einer weiteren, deutschlandweit einzigartigen Forschungs-, Kooperations- und Gründungsplattform profitieren. Dieser Impulsgeber fördert die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und öffentlichen Maßnahmen und hat eine seiner Themenplattformen der vernetzten Mobilität gewidmet.

Netzwerke

Zukunftsweisend ist in Bayern aber nicht nur die Vernetzung von Fahrzeugen – gefördert wird auch die starke interdisziplinäre Verknüpfung zwischen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Forschung. Beispielsweise ebnet das Netzwerke M.A.I. Carbon den Weg für einen Ausbau Bayerns zum europäischen Zentrum für faserverstärkte Kunststoffe. Das Know-how von Technologieunternehmen verbindet sich mit der Expertise von Unternehmen aus dem Mobilitybereich und wird im Digital Hub Mobility gebündelt. Das bayernweite Automotive Cluster bildet ein stabiles Fundament für ausgezeichnetes Networking mit 730 Akteuren aus Hochleistungsforschung und Wirtschaft: Allem voran das Ziel, die Innovationskraft Bayerns weiter voranzutreiben.

Darüber hinaus ist Bayern auch zentraler Standort für global besetzte industrielle Kooperationen: Die BMW Group eröffnete erst 2018 einen zweiten „Autonomous Driving Campus“ in München. Dort wird zusammen mit internationalen Experten von FCA, Intel und Mobileye gemeinsam an der Umsetzung von hoch- und vollautomatisierten Fahren gearbeitet und auch Zenuity, das Joint-Venture von Volvo und Autoliv (nun Veoneer), ergründet dieses Thema vom Standort Bayern aus.

Start-ups

Neben den klassischen Netzwerken haben sich in den vergangenen Jahren natürlich auch Acceleratoren, Inkubatoren und branchenspezifische Ventures für Mobility Start-ups entwickelt. In Bayern zeichnet sich dies insbesondere durch enge Zusammenarbeit mit renommierten Forschungsinstituten und führenden OEMs aus, denn Start-ups in Bayern sind vor allem im B2B Bereich besonders stark. Initiativen von OEMs wie die von MAN oder Next47 von Siemens, die Autonomous Intelligent Driving von Audi genauso wie die Startup Garage von BMW bieten hilfreichen Zugang zu einem Netzwerk aus Top-Ingenieuren und Top-Managern. Und auch die Zulieferer wie beispielsweise REHAU oder Schaeffler lassen sich nicht bitten und haben eigene Kooperationsmöglichkeiten. Dieser exklusive Zugang zum Who's who des Automotive Sektors ist Gold wert.

Zum Idealstandort für Start-ups wird Bayern letztendlich durch das ergänzende Angebot von thematisch passendem Collaboration Space wie beispielsweise das Volkswagen Data:Lab oder auch der Digital Mobility Hub, der als Teil der deutschlandweiten Digital Hub Initiative in München gegründet wurde.

Dieser branchenübergreifende Informations- und Erfahrungsaustausch durch flächendeckende Netzwerke und die räumliche Nähe von renommierten OEMs, innovativen Start-ups und exzellenter Forschung machen Bayern zu einem Spitzenstandort für die Automotive Branche. Das sieht auch die Wirtschaft so: 96 Prozent der Unternehmen im Bereich Automotive in der Metropolregion München sind zufrieden, zwei Drittel sogar "äußerst zufrieden" oder „sehr zufrieden.“

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