Bayerische Auslandsrepräsentanz Feb 18, 2022

Schalom und Servus: Spannende bayerisch-israelische Kooperationen in 2021

Bayern und Israel verbindet eine langjährige enge wirtschaftliche und kulturelle Partnerschaft. Die Zusammenarbeit wurde durch die Eröffnung des bayerischen Büros für Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Bildung und Jugendaustausch im Dezember 2017 in Tel Aviv nochmals verstärkt. Welche wirtschaftlichen Entwicklungen gibt es aktuell? Wir werfen einen Blick auf einige der bayerisch-israelischen Kooperationen des letzten Jahres.

Die israelische Hightech-Industrie erlebt seit Anfang 2020 einen rasanten Wachstumsschub – trotz Corona-Pandemie. Allein im Jahr 2021 flossen über 25 Mrd. US-Dollar Investitionskapital in israelische Unternehmen und es entstanden 33 neue sogenannte Unicorns, also Start-ups mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar. Eine beeindruckende Zahl für ein Land mit gerade mal 9 Millionen Einwohnern.

Viele innovative israelische Hightech-Start-ups nutzten die Investments, um ihre Expansion auf dem europäischen Markt voranzutreiben. Deutschland bleibt dabei einer der wichtigsten Zielmärkte und insbesondere Bayern konnte sich weiter als attraktiver B2B-Standort positionieren. In den unterschiedlichsten Branchen kam es in 2021 zu neuen Kooperationen zwischen Unternehmen aus Israel und dem Freistaat, wobei auch die Art der Kollaborationen vielfältig ist. Oftmals sucht die israelische Seite neue Kunden, gleichzeitig ist die bayerische Wirtschaft an neuen Innovationen aus Israel interessiert. Oder israelische Partner möchten das Produktions-Know-How in Bayern nutzen, um ihre Produkte schneller auf den Markt bringen zu können. Das schafft Synergien insbesondere zwischen israelischen Start-ups und bayerischen Großkonzernen.  

Zusammenarbeit in vielen Branchen: Ausgewählte Highlights aus 2021

Retail: Self-Checkout-Kassensysteme sind in deutschen Supermärkten durchaus verbreitet. Aber die Supermarktkette Netto und die israelische Firma Trigo gehen einen Schritt weiter und eröffneten Ende 2021 den ersten „komplett autonomen“ Supermarkt in der bayerischen Landeshauptstadt.

IAA Mobility 2021: Internationale Kollaborationen

Mobility: Auf der IAA Mobility in München 2021 wurde die Kooperation verkündet: Der bayerische Familienkonzern SIXT und der israelische Mobility-Spezialist Mobileye, ein Tochterunternehmen des Chip-Giganten Intel, arbeiten an einem Robotaxi-Dienst mit selbstfahrenden Fahrzeugen in München. Mobileye präsentierte auf der IAA Mobility erstmalig die mit den Schriftzügen MoovitAV und SIXT versehenen Fahrzeuge, welche serienmäßig in Deutschland produziert und eingesetzt werden sollen.

© Mobileye/SIXT

Smart City: Das Unternehmen City Transformer (CT) aus der Nähe von Tel Aviv entwickelt moderne E-Mobility-Konzepte für Städte. Seit Mitte letzten Jahres lässt CT das E-Mobility Fahrzeug CT1, welches erstmals auf der IAA Mobility 2021 vorgestellt wurde, bei Roding-Automobile in der Nähe von Regensburg produzieren.

 

„Mit Roding Automobile (RA) hat City Transformer (CT) einen großartigen Partner für die Entwicklung einzigartiger neuer Konzepte und Plattformen gefunden. Als bayerisches Unternehmen kann RA in kürzester Zeit auf die neuen Mobilitätsanforderungen von CT reagieren“ – Lior Bakshi, Produktionsleiter bei City Transformers

 

Von FoodTech bis InsurTech

Foodtech:
Das israelische FoodTech Start-up Aleph Farms stellt Fleisch im Labor her und unterzeichnete im Dezember eine Entwicklungspartnerschaft mit Wacker Chemie aus München. Beide Unternehmen arbeiten daran, die Produktion sogenannter Wachstumsmedium-Proteine zu steigern, die das Zellwachstum fördern und die Hauptkosten bei der Herstellung von synthetischem Fleisch darstellen: die Kollaboration hat also das Potential, die Preise für kultiviertes Fleisch massiv zu senken und es für den Massenmarkt attraktiver zu machen.

InsurTech: Eine der führenden Versicherungen in Israel, Midgal Insurance, ist seit November 2021 offizielles Mitglied des InsurTech Hub Munich (ITHM). Damit verstärkt der ITHM seine internationale Präsenz und Migdal wird Teil eines der wichtigsten europäischen InsurTech Hubs.
 

„Es macht uns sehr stolz, dass wir einen internationalen Spitzenreiter als neuen Community-Partner für unsere Plattform gewinnen konnten. Mit dem Know-how in puncto Digitalisierung, der Innovationsfähigkeit und der langjährigen Branchenerfahrung von Migdal können wir die Internationalisierung unserer ITHM-Plattform auf eine neue Ebene bringen. Dies ist ein wichtiger Schritt, da unsere gesamte Community von dem Austausch mit verschiedenen globalen Märkten und anderen führenden Innovationsökosystemen wie Israel profitieren wird“ – Christian Gnam, Geschäftsführer des InsurTech Hub Munich.


IoT: Das israelische 3D-Druck Unternehmen Nanodimension und das bayerische Traditionsunternehmen Hensoldt gründeten das Joint Venture J.A.M.E.S. J.A.M.E.S richtet sich an internationale Elektronik-Designer und bietet eine Plattform zur Entstehung von AME-Designs sowie der Entwicklung von neuen Produkten. Damit soll die Entwicklung 3D-gedruckter elektronischer Bauteile gefördert werden. Am neuen Standort im bayerischen Taufkirchen werden dabei zehn neue Arbeitsplätze geschaffen, die weitere Expansion wird angestrebt.

Das Büro des Freistaats Bayern in Israel sowie das Team von Invest in Bavaria wünschen allen Firmen viel Erfolg bei den Projekten und stehen weiterhin als Ansprechpartner für israelische und bayerische Unternehmen, die an Matchmaking sowie Expansion in den jeweiligen Markt interessiert sind, jederzeit zur Verfügung.

Sie haben Interesse an Bayern als Standort für ihr Unternehmen und möchten auf dem deutschen MedTech-Markt Fuß fassen? Dann registrieren Sie sich jetzt kostenlos für unsere Workshop-Reihe "Make it in Bavaria – How to enter the Digital Health market" in Zusammenarbeit mit dem Israel Büro des Freistaats Bayern am 1., 8. und 15. März 2022. Weitere Informationen finden Sie hier.