Deloitte-Studie: 4 bayerische Städte unter den Top 15 der deutschen Tech-Hubs

Bayern ist in den letzten Jahren zu einer international führenden Region in Sachen Innovation und Start-up-Mentalität avanciert – insbesondere der Bereich IKT boomt im Freistaat. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatungsgesellschaft Deloitte bestätigt diesen Trend nun: Sie setzt München mit deutlichem Abstand an die Spitze der deutschen TechHubs. Und nicht nur das. Darüber hinaus finden sich weitere bayerische Städte wie Erlangen, Nürnberg und Regensburg unter den Top15 Deutschlands wieder. Eine Entwicklung, die das globale Ansehen und die Strahlkraft der bayerischen Standorte weiter erhöht.

Sogenannte Tech-Hubs sind Orte, die durch ihren Innovationsgeist, politische Unterstützung, Arbeitsmöglichkeiten, Netzwerke usw. die Gründung und die Ansiedelung von Start-ups, vor allem der Digitalbranche, begünstigen und fördern. Als Tech-Hubs kann man ganze Regionen oder Städte bezeichnen, es können aber im Kleinen auch Stadtteile sein.

München auf eins – aber auch Bayern überzeugt im Ländervergleich


Durch seine außergewöhnlich guten Voraussetzungen ist München seit geraumer Zeit zum Tech-Mekka Deutschlands avanciert, wie eine Studie von Deloitte nun ermittelt hat. Ihr zufolge belegt München bei elf der 15 Indikatoren, die das Beratungsunternehmen untersuchte, den ersten oder zweiten Platz: „Bemerkenswert an Münchens aktueller Stellung im Bereich der digitalen Talente ist, dass die Stadt eine sehr hohe Spezialisierung auf die IKT-Industrie (Informations- und Kommunikationstechnik) aufweist und gleichzeitig über die mit Abstand meisten (technologisch orientierten) MINT-Berufe in der gesamten städtischen Wirtschaft verfügt“, fasst Alexander Börsch, Chefökonom bei Deloitte, das Ergebnis zusammen.

Anzahl der Beschäftigten im IKT-Bereich (Quelle: Deloitte)
Anzahl der MINT-Beschäftigten (Quelle: Deloitte)

Diese Kombination führt dazu, dass München nicht nur im originär digitalen Sektor führend ist, sondern auch hinsichtlich der Digitalisierung klassischer Sektoren. Ähnliches gilt für ganz Bayern. Durch die insgesamt herausstechenden wirtschaftlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen lockt das Bundesland eine außergewöhnlich hohe Zahl von Talenten und Start-ups an: Im Deloitte-Ranking rangieren mit München (1), Erlangen (6), Nürnberg (11) und Regensburg (14) gleich vier bayerische Städte unter den deutschen Top 15 – mit Augsburg (26) folgt noch eine weitere Stadt in den Top 30.

Die Gegenwart ist sehr gut, die Zukunft vielversprechend


Für die Beurteilung der Standorte ermittelte Deloitte ein Statusindex und einen Potenzialindex. Der Statusindex konzertiert sich vornehmlich auf die derzeitige Verfassung des jeweiligen Standortes, das heißt: aktuelle Kennzahlen wie die Anzahl der Jobs in MINT-Bereichen oder im IKT-Sektor sowie die Beschäftigungs- und Akademikerquote.

Matrix: Tech-Hub-Status und Tech-Hub-Potenzial (Quelle: Deloitte)

Mit dem Potenzialindex dagegen wagt Deloitte einen Blick in die Zukunft der Standorte: Dabei stehen die Anzahl der MINT-Studenten, die Reputation der Universitäten oder die prognostizierte Arbeitsmarktdynamik bis 2030 im Vordergrund. In allen diesen Bereichen wussten die bayerischen Standorte zu überzeugen.

Dass dies so bleiben dürfte, liegt daran, dass Bayern sehr gut für die Zukunft gerüstet ist: Als entscheidend beurteilt Deloitte diesbezüglich die Spezialisierung der Städte auf bestimmte Talent-und Start-up-Zielgruppen. In München ist beispielsweise – wie überall in Bayern – eine Schwerpunktsetzung auf das B2B-Geschäft zu beobachten. Daneben hebt die Studie den Faktor der Internationalisierung besonders hervor: darunter fallen der Aufbau internationaler Innovations-Ökosysteme, eine Vor-Ort-Präsenz an Innovationsstandorten oder die Pflege wirtschaftlicher Beziehungen in neue Märkte.

München auf internationaler Ebene ein attraktiver Standort


Förderlich für die zunehmende Standortattraktivität Münchens und Bayerns dürfte aber vor allem sein, dass Deloitte eine Art Magnetwirkung für digitale Talente ausmacht. Der Studie zufolge entwickeln Hubs eine Anziehungskraft, sobald sie eine kritische Masse an Talenten, Start-ups und Innovations-Netzwerken – kurz: einen gewissen Ruf – erreicht haben. „Diese Tendenz zur Ballung der digitalen Wirtschaft und der digitalen Talente findet nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene statt. Die Standortkonkurrenz dürfte in Zukunft damit weniger zwischen deutschen als zwischen internationalen Tech-Hubs ausgetragen werden.“ Somit stehe München zukünftig vor allem im Wettbewerb mit anderen internationalen Innovationsregionen, ordnet Deloitte ein. Eine rosige Aussicht für einen der weltweit führenden Standorte.


Die gesamte Studie von Deloitte finden Sie hier.