Wo spielt sich die digitale Zukunft in Europa ab?

Natürlich in München! Haben wir uns schon oft als heimliche IKT-Hauptstadt Europas gefühlt, so hat uns das jetzt die Europäische Kommission höchst offiziell bestätigt. In dem kürzlich veröffentlichten „EU-Atlas der IKT-Spitzenkompetenzpole“ platziert sich die Isarmetropole auf Platz 1, noch vor London und Paris. Berlin – von vielen als die Stadt mit der boomendsten Internetszene gesehen – rangiert sogar nur auf Platz 15.

Wo spielt sich die digitale Zukunft in Europa ab?
© Europäische Kommission


Das Mittelklasseergebnis der Bundeshauptstadt Berlin zeigt, dass zu einem florierenden Standort mehr als nur ein Erfolgsfaktor gehört. Es gilt, in mehreren Disziplinen wie Forschung und Entwicklung, Innovationen oder Wirtschaftlichkeit zu überzeugen. Doch was genau macht nun ein lebendiges IKT-Zentrum aus?

Laut der neuen Studie der Europäischen Kommission besteht das Erfolgsrezept aus fünf Zutaten.

Führende IKT-Regionen

  • sind meist seit langem etablierte Industriegebiete,
  • haben hochkarätige Bildungseinrichtungen und andere wichtige Innovationsakteure,
  • verfolgen eine langfristige Forschungs- und Innovationspolitik,
  • haben eine gute historische Ausgangsposition (z. B. politische Hauptstadt eines Landes),
  • befinden sich oft in gegenseitiger Nähe (die Hälfte der 34 Pole sind Nachbarregionen).


Für uns äußerst erfreulich, denn aus bayerischer Sicht lässt sich hinter jedem der genannten Punkte ein Häkchen setzen:

  • Über ein Viertel der gesamten Wertschöpfung des Freistaats wird in der Industrie erzielt. Das bedeutet, dass wir hier alle relevanten Anwenderindustrien haben, die digitale Lösungen benötigen. Als „digitaler Unternehmer“ finden Sie hier die richtigen Anknüpfungspunkte für Ihr Produkt.
  • Die beiden großen Münchener Hochschulen – die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und die Technische Universität München (TUM) – zählen zu Deutschlands Eliteuniversitäten, und das bereits seit Beginn der Exzellenzinititaive an. Auch unsere Cluster sorgen für intensiven Wissens- und Technologie-Transfer und eine enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis. Kein Wunder also, dass München in der Unterkategorie „ICT R&D“ in der Studie ebenfalls Platz 1 belegt.
  • Die Wirtschaftspolitik in Bayern ist seit jeher stark innovationsorientiert. So konnte in den letzten Jahrzehnten ein florierendes Forschungs- und Entwicklungsumfeld geschaffen werden. Bereits in den 1990er Jahren wurde die „Hightech-Offensive Bayern“ gestartet. Neuester Coup: Die mit „Digital Bavaria“ ins Leben gerufene Digitalisierungsstrategie der Bayerischen Staatsregierung. Das Konzept identifiziert sieben Handlungsfelder – von der IT-Sicherheit über die vernetzte Mobilität bis hin zur digitalen Gesundheitswirtschaft – mit zwölf Leuchtturmprojekten. Dafür werden in den nächsten fünf Jahren 250 Millionen Euro in die Hand genommen.
  • München ist die Landeshauptstadt von Bayern. Hier findet man ein Umfeld vor, an dem es sich gut arbeiten, studieren und leben lässt. Fachkräfte werden von der pulsierenden Isarmetropole mit seinen Hochschulen angelockt. Laut dem Branchenverband BITKOM gibt es hier mehr Unternehmen in der IT- und Kommunikationsbranche als in jeder anderen Stadt Deutschlands. Über 8.000 IKT-Firmen beschäftigen mehr als 54.000 Mitarbeiter. Nicht nur Menschen, auch Kapital wird angezogen. Laut des neuen EU-Atlasses steht hier innerhalb Europas mit das meiste Wagniskapital zur Verfügung.
  • Auf Platz 1 landete die Kreisfreie Stadt München und auf Platz 23 der Landkreis München. Der Landkreis München beheimatet zum Beispiel den Hauptsitz von Infineon. Intel koordiniert von hier aus seine Forschungsinitiativen in ganz Europa. Sie sehen, in Bayern befinden Sie sich in bester Gesellschaft.

 

Der „EU-Atlas der IKT-Spitzenkompetenzpole“ zeigt, dass der IKT-Standort Bayern mit seinem Leuchtturm München alle wichtigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Digitalisierung der Wirtschaft hat. 

Schlüsselfaktor hierfür ist vor allem der Austausch zwischen innovativen Anwendungsentwicklern der IKT und der (klassischen) Wirtschaft in einem Umfeld, das insbesondere durch erfolgreiche wissenschaftliche Einrichtungen, eine Innovationspolitik und Wagniskapital geprägt wird.

In der Studie wurden alle EU-Regionen auf ihre IKT-Tätigkeiten hin untersucht. Die Bewertung beruht auf insgesamt 42 Einzelindikatoren. Mehr Infos zur Studie und ein aussagekräftiges Schaubild finden Sie hier. Die Studie steht auch auf den Seiten der Europäischen Kommisssion zum Download bereit.