Unicorn-Start-ups in Bayern: Zahl der Einhörner steigt

Als sogenannte Unicorn-Unternehmen werden junge Start-ups bezeichnet, die eine Bewertung von einer Milliarde US-Dollar erreicht haben. Solche Erfolgsgeschichten spielen sich häufig in den USA ab – doch auch im Freistaat wächst die Liste an Einhörnern. Welche bayerischen Unicorn Start-ups gibt es aktuell? Welche Unternehmen durften sich in der Vergangenheit mit diesem Titel schmücken und welche haben das Potential, in naher Zukunft ein Einhorn zu werden?

Die aktuellen Einhorn-Unternehmen in Bayern

In den letzten Jahren hat die Liste an bayerischen Unicorn-Unternehmen starken Zuwachs bekommen. So konnte Anfang Juni der Neo-Broker Scalable Capital nach einer erfolgreichen Series E Finanzierungsrunde die Mindest-Marktbewertung von einer Milliarde Dollar überschreiten und damit zum jüngsten Unicorn Bayerns werden. Anfang des Jahres war dies dem HR-Start-up Personio nach einer erfolgreichen vierten Finanzierungsrunde gelungen. Eine Übersicht der bayerischen Start-ups mit Unicorn-Status:
 

  • Scalable Capital: Nach der letzten Finanzierungsrunde wird das 2014 in München gegründete FinTech-Start-up mit 1,4 Milliarden Dollar bewertet. Mit der 2016 offiziell gestarteten Online-Plattform können die aktuell knapp 300.000 Nutzer Aktien, ETFs und Fonds handeln.
     
  • Personio: Das Software-Unternehmen mit Sitz am Standort München wurde 2014 gegründet und entwickelt eine digitale Lösung, um Personalprozesse für kleine und mittelständische Unternehmen zu erleichtern. 
  • Celonis: Nach einer Investition in Höhe von 50 Millionen US-Dollar wuchs das Process Mining-Start-up 2018 zu einem Unicorn heran. Seit Juni diesen Jahres wird Celonis mit über 10 Milliarden Dollar bewertet und steigt damit zum Decacorn auf. Das Unternehmen unterstützt seine Kunden dabei, operative Prozessabläufe besser nachvollziehen zu können und zu optimieren. Mit Lilium gehört es zu den Unicorns, die aus der Technischen Universität München (TUM) hervorgehen.
     
  • Flix Mobility: Der anhaltende Erfolg von FlixBus zeichnet sich mittlerweile in ganz Europa ab. Allerdings begann für die Gründer Jochen Engert, Daniel Krauss und André Schwämmlein alles in München. Investoren haben den Reisevermittler im Jahr 2016 mit 283 Millionen Euro bezuschusst, wodurch sich FlixBus zu einem weiteren Einhorn Start-up Bayern mauserte.
     
  • Lilium: Im Jahr 2015 gegründet, erreichte das Mobilitätsunternehmen bereits fünf Jahre später den Status als Einhorn-Unternehmen in Bayern. Mit rund 600 Mitarbeitern arbeitet es an seiner Idee eines elektrisch betriebenen Flugtaxis. Zuletzt konnte Lilium die Unterstützung des ehemaligen Airbus CEO Thomas Enders erhalten.
  • NuCom Group: Seit ihrer Gründung im Jahr 2017 ist die NuCom Group eine Dachgesellschaft in München, welche sich auf die Bündelung nationaler und internationaler Online-Handelsunternehmen fokussiert. Bereits im Folgejahr konnte die Gesellschaft den Einhorn-Status erreichen. Die Anteilseigner sind die ProSiebenSat. 1 Media SE und der Finanzinvestor General Atlantic. Genaue Summen sind nicht gegeben, doch wird die Investitionsbeteiligung von General Atlantic alleine im ersten Jahr auf rund 2 Milliarden Dollar geschätzt.


Ehemalige Start-up Unicorns aus Bayern

Der Titel eines Einhorn-Unternehmens bringt ein gewisses Prestige mit sich, jedoch können Start-ups diese Kategorisierung wieder verlieren – etwa nach einem Börsengang oder Exit. Dennoch muss der Erfolg nicht ausbleiben, wie die folgenden ehemaligen Einhorn-Unternehmen aus Bayern zeigen:
 

  • Check24: Die Unternehmensgruppe wurde 1999 gegründet und konnte mit der Idee eines Preisvergleichsportals für diverse Bereiche wie Shopping, Versicherungen und Energie einen langfristigen Erfolg verbuchen.
     
  • Scout24: Der erfolgreiche Betrieb einer Vielzahl von Online-Marktplätzen in verschiedenen Branchen machte das 1998 gegründete Unternehmen Scout 24 zu einem Unicorn in Bayern. Diesen Status verlor es 2015 allerdings im Zuge seines Börseneintritts. Der damalige Wert lag bei 3,2 Milliarden Euro.
     
  • zooplus: Der Heimtiershop konnte 2018 eine Marktkapitalisierung von mehr als 1 Milliarde Euro verbuchen. Mit dem Börseneintritt im Jahr 2008 bleibt der offizielle Titel als Einhorn jedoch verwehrt – zumal der Wert zwischenzeitlich wieder unter die 1-Milliarde-Marke sank.

Potenzielle zukünftige Unicorn-Unternehmen aus Bayern

Junge Unternehmen aus Bayern bringen frischen Wind in die deutsche Unternehmensszene. Mit innovativen Konzepten und moderner Technologie können sie Investoren von sich überzeugen. Diese erfolgversprechenden Unternehmen könnten in naher Zukunft zu weiteren Einhörnern heranwachsen:
 

  • EGYM: Der Anbieter für smarte Fitness-Lösungen aus München erhielt bisher Finanzierungen in Höhe von 143 Millionen US-Dollar, 28 Millionen davon allein in der letzten Finanzierungsrunde im Januar 2021. Mit Hilfe intelligenter Trainingsprogramme will EGYM die Betreuung der Mitglieder in Fitness- bzw. Gesundheitseinrichtungen vereinfachen und die Effizienz der Trainer erhöhen. App-gesteuerte Trainingsgeräte sollen darüber hinaus ein zielorientiertes Workout ermöglichen.
  • Konux: Konux ist ein stetig wachsendes Unternehmen, das IoT-Lösungen für die Industrie anbietet. Mit Hilfe von smarten Sensoren, Datenfusion und KI-basierter Analytik will es die Effizienz sowie Instandhaltung von Anlagen verbessern. Das Unternehmen wurde im Jahr 2014 gegründet und schloss im Januar 2021 seine Series C Finanzierung mit 66 Millionen US-Dollar ab. Insgesamt konnte Konux bisher knapp 120 Millionen US-Dollar an Investitionen gewinnen.


Es bleibt interessant, mitzuverfolgen, wie sich die vielversprechenden Unternehmen weiterhin entwickeln. Wer schafft es zum nächsten Unicorn Bayerns und was für ein Konzept, welches Geschäftsmodell steht hinter dem Erfolg? Bleiben Sie informiert und folgen Sie Invest in Bavaria auf Twitter und LinkedIn, um von den Erfolgen junger Unternehmen in Bayern zu erfahren und keine unserer News mehr zu verpassen!