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Fünf Minuten mit… Michael Kehlet, Geschäftsführer LEGO Central Europe

Diesen Monat sprachen wir mit Michael Kehlet, LEGO Geschäftsführer Central Europe. Der Spielwarenhersteller ist seit über 50 Jahren in Deutschland ansässig und eines der dänischen Vorzeigeunternehmen in Bayern.

Fantasie, Kreativität und Spielspaß – dafür stehen LEGO Produkte seit Jahrzehnten. Was macht Ihrer Meinung nach den Erfolg Ihrer Produkte aus?


Bereits seit der Gründung der LEGO Gruppe im Jahr 1932 ist es unser Ziel, Kinder mit unseren Produkten zu fördern und für endlose Stunden Spielspaß zu sorgen. In unserem Sortiment gibt es die richtige Mischung aus Klassikern, actionreichen Spielthemen und Lizenzprodukten für Jungen und Mädchen sowie für alle Altersklassen und Interessen. Darüber hinaus haben wir es geschafft,
LEGO Produkte immer wieder zeitgemäß zu interpretieren, z.B. mit unseren Sets zu LEGO Star Wars™ oder zum Computerspiel LEGO Minecraft.
Wir freuen uns, dass unsere Produkte Kinder immer wieder aufs Neue inspirieren und motivieren, ihrer Fantasie beim Bauen, Spielen und Entdecken freien Lauf zu lassen. Damit das gelingt, machen Neuheiten jedes Jahr knapp 60 Prozent unseres gesamten Produktportfolios aus. Dabei bleiben wir unserem Hauptprodukt – dem klassischen LEGO Stein – aber immer treu.

Von Dänemark aus gesehen liegt Deutschlands Norden sehr nahe. Warum hat sich Ihr Unternehmen für Bayern, Deutschlands südlichsten Teil, als Standort für den deutschen Hauptsitz entschieden?


Zu Beginn unserer Geschäftstätigkeiten in Deutschland, im Jahr 1956, befand sich die erste deutsche Vertriebsgesellschaft in Hohenweststedt, eine Stadt etwa 100 km südlich der dänischen Grenze. Kurze Zeit später eröffneten wir Standorte in Österreich und in der Schweiz. Im Jahr 1999 haben wir uns dazu entschieden, die Geschäfte in der so genannten D-A-CH Region – also Deutschland, Österreich, Schweiz – zusammenzuführen. Um alle drei Märkte von einem zentralen Standort aus abzudecken, sind wir mit unserer Vertriebsgesellschaft vom Norden in den Süden umgezogen.

Warum war die bayerische Hauptstadt Ihr Wunschort?


München ist die ideale Wahl für uns. Die geografische und kulturelle Nähe, sowohl zu Österreich als auch zur Schweiz, macht die Stadt zu einer perfekten Drehscheibe für die Märkte. Mit zwei der besten Universitäten Europas ist München zudem ein attraktiver Standort um internationale und vielseitige Talente für uns zu gewinnen. Darüber hinaus ist die hohe Lebensqualität wichtig für die Rekrutierung potentieller nationaler und internationaler Mitarbeiter.

 

Aus LEGO Steinen entstehen Städte, Burgen, Eisenbahnen – es gibt mehr als 3.500 verschiedene Elemente in mehr als 60 verschiedenen Farben. Wo sehen Sie die stärksten Innovationsfelder der Zukunft?


Wie bereits erwähnt, wird der klassische LEGO Stein immer der Mittelpunkt unserer Marke sein. Jedoch ist die Verknüpfung der digitalen Welt mit der haptischen Spielwelt für die LEGO Gruppe ein wichtiges Thema, um für unsere Zielgruppen relevant zu bleiben. Wir sehen die Digitalisierung als eine Möglichkeit, das Kerngeschäft mit den traditionellen LEGO Steinen auszuweiten und weitere spannende und attraktive Spielmöglichkeiten zu schaffen.
Unser Ziel ist es, digitalen Content sowie Spielerfahrungen und Sets zu kreieren, die die Entwicklung der Schlüsselkompetenzen fördern. Sie helfen Kindern dabei, sich neuen Anforderungen in der Zukunft anzupassen.

Noch im Mai 2015 war das dänische Kronprinzenpaar zu Besuch in München – mit einer dänischen Unternehmensdelegation. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Dänemark und Deutschland sind intensiv und eng. Haben Sie dennoch kulturelle Unterschiede feststellen können, als Sie angefangen haben, in Deutschland zu arbeiten?


Aus meiner Sicht ist der wahrscheinlich größte Unterschied die gegenseitige Anrede. In Deutschland ist es üblich, sich im geschäftlichen Umfeld mit „Herr“ oder „Frau“ förmlich anzusprechen. Ich erinnere mich an meine ersten Wochen und Monate, als ich ein Teammitglied auf die „dänische Art“, nur mit dem Vornamen angesprochen habe. Ich wusste nicht, dass es als nahezu beleidigend gilt und war sehr froh, als ich darauf aufmerksam gemacht wurde. Als internationales Unternehmen sprechen wir uns bei der LEGO GmbH nur mit dem Vornamen an.

Verraten Sie uns bitte Ihre Lieblingsziele? Was sind für Sie persönlich die größten Sehenswürdigkeiten Bayerns?


Zunächst einmal mag ich die bayerische Lebens- und Arbeitskultur im Allgemeinen. Wenn es um konkrete Ausflugsziele geht, hat München eine Vielzahl an Attraktionen zu bieten – ob Museen, Schlösser oder Parkanlagen. Zudem genieße ich den Münchener Sommer, wenn die Stadt pulsiert und die Menschen sich draußen aufhalten. Ich besuche aber auch gerne die regionalen Seen, wie den Starnberger See, und genieße dort die Zeit mit meiner Familie im Freien. Natürlich ist aber auch das LEGOLAND in Günzburg eine meiner Lieblingsattraktionen in Bayern.

Bayerns Wirtschaft ist lebendig – dazu tragen vor allem die Menschen, die hier arbeiten und leben, bei. In unserer Rubrik „5 Minuten mit …“ stellen wir jeden Monat eine interessante Persönlichkeit aus Wirtschaft und Forschung vor.