#bytevaria Sep 08, 2021

Female Founders in Bayern: Alles zu Karriereplanung und Unternehmertum für Frauen aus der Start-up-Szene

Frauen sind in Deutschlands Start-up-Szene immer noch verhältnismäßig selten vertreten. Die Studie „Female Founders Monitor“ des Bundesverbands Deutscher Start-ups berechnete, dass im Jahr 2020 gerade einmal 15,7 Prozent der Start-up-Gründer weiblich waren. Doch der Trend geht bergauf und es gibt jede Menge Organisationen und bereits erfolgreiche Gründerinnen, die wiederum andere Female Founders in Bayern bewusst fördern und unterstützen möchten. Welche Netzwerke Bayern zu bieten hat und welche Female Entrepreneurs Sie unbedingt kennen sollten, erfahren Sie hier.

Vielversprechende Initiativen für mehr Frauenpower in bayerischen Start-ups

Vor allem im Tech-Bereich sind Female Founders unterrepräsentiert. Vielversprechende Talente trauen sich oft gar nicht an eine Unternehmungsgründung zu denken oder wissen nicht, wie sie in der Start-up-Szene erfolgreich Fuß fassen können. Um genau diese potenziellen Unternehmerinnen in ihren Vorhaben und Ideen zu unterstützen, gibt es Initiativen wie Women Start-up der UnternehmerTUM oder „One Mission“ im Gründerzentrum WERK1. Initiativen wie diese bieten eine vielfältige Community inspirierender Gründerinnen und weiblicher Akteure, die sich bei Networking-Events, Workshops und mehr austauschen und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Folgende Unterstützungsmöglichkeiten und Veranstaltungen stehen hier unter anderem auf dem Programm, um die Szene der Female Founders in Bayern voranzutreiben:
 

  • Coaching und Female Mentoring Programme
  • Zugang zu Netzwerken von Female Investors
  • Pitch-Events und -Trainings bei Unternehmen
  • Talk-Formate mit erfolgreichen Gründerinnen
  • Workshops zu Möglichkeiten der Finanzierung


Das WERK1 setzt sich mit „One Mission“ das Ziel, regionaler sowie bundesweiter Vorreiter für Gender Diversity in Start-up-Gründungsteams zu werden und diese im eigenen Hause bis zum Jahr 2025 auf 35% zu erhöhen. Die Initiatorinnen dieser Mission sind Marlene Eder, Vanessa Provenzano und Maike Wursthorn, die ihr Know-how in den Bereichen Projekt- und Start-up-Management sowie Event- & Service-Planung vereinen.

Die essenzielle Bedeutung von Frauen für das deutsche Start-up-Ökosystem

Die Studie „Female Founders Monitor“ möchte die signifikante Bedeutung von weiblichen Start-up-Gründerinnen in Deutschland in den Fokus stellen und auf Basis von Fakten und Zahlen ein tieferes Bewusstsein für die Stellung der Frau im deutschen Start-up-Ökosystem anregen. Weibliche Gründer haben es oftmals schwerer, Zugang zu nötigen Ressourcen, potenziellen Investoren oder Wachstumsfinanzierungen zu erhalten. Dabei zeigen die Daten deutlich, dass Frauen ein essenzielles Bindeglied zwischen Wirtschaft und Gesellschaft darstellen, da sie ihren Fokus größtenteils auf nachhaltige sowie soziale Gesellschaftsmodelle legen und auch viele medizinische sowie bildungstechnische Innovationen vorantreiben.

Female Entrepreneurship sichtbarer machen

McKinsey und das Handelsblatt kamen bereits 2019 das erste Mal zusammen, um Start-up-Gründerinnen aus dem Tech-Bereich mit dem Female Founder Award die verdiente Anerkennung und Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. So wurden auch im Jahr 2020 erneut erfolgreiche Gründerinnen aus der Digitalbranche aufgerufen, ihr Unternehmen für den Award zu nominieren und als digitale Vorreiterinnen zu überzeugen. Zu den Finalistinnen gehörten unter anderem Katharina Kreitz von Vectoflow sowie Catharina van Delden mit ihrem Unternehmen innosabi. Auch die Hauptstadt München hat einige Gründerinnen hervorgebracht, die als Vorbild voranschreiten und andere Frauen zum Gründen motivieren:
 

  • Lena Jüngst, als Co-Founderin des Münchner Start-ups Air up, welches Trinkflaschen mit Aroma-Kapseln produziert.
  • Christina Polleti war schon Mitgründerin von zwei erfolgreichen Start-ups: Easyautosale, welches sie 2015 an Autoscout24 verkaufte, sowie das Mobility Start-up Cluno, ein Auto-Abo-Start-up, welches mittlerweile von einem britischen Online-Autohändler übernommen wurde.
  • Günes Seyfarth, welche bereits mit der Gründung von Next EntrepreneursFruitiverse, die Astronautin und noch vielen weiteren Geschäftsideen zu einer wahren Seriengründerin im Social- und Eco-Bereich zählt.
  • Veronika Riederle gründete das Start-up Demodesk zusammen mit Geschäftspartner Alex Popp. Dabei handelt es sich um eine Screen-Sharing-Plattform für virtuelle Kundeninteraktion.
  • Dagmar Schuller startete bereits im Jahr 2012 ihr Start-up Audeering und baute ihr Team über die Jahre immer mehr aus. Das Unternehmen beschäftigt sich damit, KI sinnvoll im alltäglichen Leben einzusetzen und diese dabei möglichst vielen Menschen und in den verschiedensten Anwendungsbereichen nutzbar zu machen.
  • Delia Lachance gründete zusammen mit vier weiteren Partnern das Unternehmen Westwing. Der Online-Händler für Home & Living- Produkte ist mittlerweile in 11 Europäischen Ländern am Markt und generierte allein in 2019 267 Millionen Euro Umsatz.
  • Mareike Wächter ist Mitgründerin von Banovo, eines der führenden Unternehmen auf dem Badsanierungs-Markt in Deutschland.
  • Zarah Bruhn ist Co-Founderin des Start-ups Social-Bee, die erste Zeitarbeitsfirma, die es zum Ziel hat, Geflüchtete aktiv in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu integrieren. 
  • Marie Sievert gründete zusammen mit ihrem Mann die inveox GmbH. Das Unternehmen spezialisiert sich auf die Entwicklung von Automatisierungssystemen, die Pathologielabore digitalisieren und besser miteinander vernetzen sollen. Besonders in der Krebsdiagnostik sollen hierdurch Fehldiagnosen zukünftig reduziert und die Patientensicherheit entsprechend gefördert werden.
  • Lisa Gradow ist Gründerin und CMO von Usercentrics. Das Start-up ist einer der Marktführer im Bereich Consent Management Platforms (CMP) und ermöglicht es Unternehmen, User-Einwilligungen mithilfe von SaaS datenschutzkonform über digitale Kanäle hinweg einzuholen und zu verwalten.
  • Michelle Skodowski, Gründerin und COO bei Botfriends, entwickelte zusammen mit ihrem Team eine Softwarelösung, mit der Mitarbeiter von Unternehmen auch eigenständig und ganz ohne Programmierkenntnisse AI-Applikationen wie Chat- und Voicebots betreiben können und so zur Automatisierung der Kundenkommunikation beitragen.


Gezielte Karriereplanung für Frauen

Rund 33 Prozent der Besucherinnen der herCAREER-Messe 2018 hegten den Wunsch und die Vorstellung in Zukunft zu gründen. Auch in diesem Jahr unterstützt die Leitmesse für weibliche Karriereplanung wieder interessierte Frauen dabei, sich mit Expertinnen und Insidern auszutauschen, sich mit der herCAREER-Community ein Netzwerk aufzubauen sowie sich über attraktive Angebote rund um Weiterbildung, Jobbörsen, Finanzierungsmöglichkeiten u. v. m. zu informieren. Die Messe findet vom 16.-17. September 2021 in München statt und ist damit das perfekte Event, um vor allem das aufstrebende Female Entrepreneurship in Bayern widerzuspiegeln. Zudem sind Besucher, Aussteller und Speaker vielseitig sowie branchenübergreifend vertreten, sodass Frauen – ganz gleich, ob Jobanfängerin oder bereits Gründerin – gezielt ihr Netzwerk ausbauen können.