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Der G7-Gipfel in Bayern – Weltpolitik am Wetterstein

3.000 Delegationsmitglieder, 5.000 Journalisten und mehr als 15.000 Sicherheitskräfte: Der G7-Gipfel auf Schloss Elmau im bayerischen Mittenwald ist ein Event der Superlative. Dem Freistaat als Gastgeber ist damit weltweite Aufmerksamkeit gewiss und er kann sich als weltoffenes Land mit großer Zukunftskraft und Lebensqualität präsentieren.

picture alliance /dpa/Stephan Jansen
picture alliance /dpa/Stephan Jansen

Die Vorbereitungen für das Treffen der sieben Staatschefs aus Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Kanada nähern sich der Zielgerade. Wenn am 7. und 8. Juni im exklusiven Ambiente des Schlosshotels Elmau im Wettersteingebirge die Staats- und Regierungschefs der bedeutendsten Industrienationen zu ihrem turnusmäßigen Treffen zusammenkommen, muss alles perfekt geplant und organisiert sein.

Themen und Schwerpunkte

Zur Vorbereitung des Gipfels gehört auch, dass die Themen im Vorfeld von sog. „Sherpas“, Unterhändlern der teilnehmenden Regierungen, abgesteckt werden. In diesem Jahr betonen die Teilnehmer vor allem den Willen zum gemeinsamen Handeln, zusammengefasst unter dem Motto „Think ahead. Act together.“ Drängendste Frage ist der Konflikt in der Ukraine und die Annexion der Krim durch Russland. Darüber hinaus werden ein abgestimmtes Vorgehen gegen die islamistische Terrorgruppe IS im Irak und Syrien sowie Beratungen über Lehren aus der Ebola-Epidemie in Westafrika im Mittelpunkt des Treffens stehen. Weitere Schwerpunktthemen sind:

  • Meeresumweltschutz, Meeresgovernance und Ressourceneffizienz im Bereich Umwelt,
  • Antibiotikaresistenzen, vernachlässigte und armutsassoziierte Krankheiten,
  • Standards in Handels- und Lieferketten sowie
  • die Stärkung von Frauen bei Selbständigkeit und beruflicher Bildung.

Bayern als Region profitiert

Seit mehr als einem Jahr bereitet der Planungsstab in München das Treffen vor, vom Sicherheitskonzept über Infrastrukturmaßnahmen bis hin zu den Unterbringungsmöglichkeiten der zahlreichen Gäste. So forcierte der Freistaat im Vorfeld des Gipfels eine Reihe von Bau- und Infrastrukturprojekten in der Region. Der Ausbau des abhörsicheren Digitalfunks im Bereich des G7-Gipfels war dabei eine der wichtigsten Anforderungen. Das Elmauer Hochtal erhält zudem einen erweiterten Anschluss an das öffentliche Wasser- beziehungsweise Kanalnetz und die Zufahrtsstraße über Klais wird neu asphaltiert. Der Bahnhof des Örtchens Krün wird für den Gipfel restauriert, in Mittenwald wird im Zuge des G7-Treffens der Bahnhof barrierefrei gemacht. Auch die Ortskerne der beiden Städte werden im Vorfeld des Gipfels modernisiert. Wichtig für die Region: Von den zahlreichen Bauaufträgen sollen vor allem lokale Unternehmen profitieren.

Treffen vor Traumkulisse

Viel Gesprächsstoff also, der wohl kaum zulässt, ein wenig Zeit zu finden, um die herrliche Alpenwelt des Karwendels und Wettersteins ein bisschen näher kennenzulernen. Die Region im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zählt zu den schönsten Landstrichen Deutschlands und wird jährlich von mehr als einer Millionen Touristen besucht. Ob Wandern im Sommer oder Skivergnügen im Winter – die Region bietet Erholungssuchenden und Aktivurlaubern gleichermaßen einen abwechslungsreichen Urlaub. Hohen Besuch ist man hier ebenfalls seit jeher gewohnt: Bereits der bayerische König Ludwig II. zählte sein Jagdschloss am Schachen zu seinen absoluten Lieblingsorten.