Blockchain in Bayern: Mit Forschung und neuer Blockchain-Strategie zum digitalen Vorreiter

Die Blockchain-Technologie zählt auf Grund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zu einer der größten digitalen Innovationen unserer Zeit. Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft erproben derzeit gleichermaßen verschiedene Anwendungsfelder, um neue Geschäftsmodelle und effizientere Prozesse zu verwirklichen. Ganz vorne mit dabei sind auch die für Bayern so wichtigen Branchen, wie die Automobilindustrie, der Logistik-Sektor und Industrie 4.0. Der Freistaat hat das erklärte Ziel, ein international konkurrenzfähiges Blockchain-Ökosystem aufzubauen. Wie ist der aktuelle Stand in Bayern im Hinblick auf diese Hightech-Technologie? Welche Bemühungen und Strategien im Bereich Blockchain werden in Bayern verfolgt? Wir geben einen Überblick über die neuesten Initiativen aus Forschung und Industrie und stellen die einige bayerische Blockchain Start-ups vor.

Die Funktionsweise der Blockchain 
 

Die Blockchain-Technologie stellt ein dezentral geführtes Datenhaltungssystem dar, das vielfach und verschlüsselt im Internet gespeichert ist. Dessen einmalige Kombination von kryptographisch gewährleisteter Sicherheit in Verbindung mit ökonomischen Anreizsystemen schafft Vertrauen zwischen den Nutzern. Dadurch ist es diesen untereinander möglich, innerhalb des Systems die Transaktion von Daten, Werten, Eigentums- und Nutzungsrechten sowie digital abgebildeten Gütern zu veranlassen. Diese Durchführung ist für alle beteiligten Akteure effizient, transparent und eindeutig zuordenbar. 

Blockchain gewinnt in Bayern immer mehr an Bedeutung
 

Der Freistaat hat früh erkannt, welche Chancen und Potentiale die Blockchain-Technologie birgt. Daher wird die Entwicklung der Technologie ständig vorangetrieben und Wirtschaft wie Wissenschaft gleichermaßen unterstützt. Nachdem bereits die Gründung des „Bavarian Center for BlockChain – [bc]2“   zur Bündelung des Know-hows, dem Anstoßen konkreter Projekte und zur Vernetzung der Akteure beschlossen wurde, hat die Bayerische Staatsregierung nun auch eine Blockchain-Strategie vorgestellt. Viele Projekte in Bayern wurden bereits umgesetzt. Der Verein Blockchain Bayern e.V. setzt sich für die Verbreitung von Blockchain-Informationen ein und beim Cluster-Treff im Jahre 2019 haben sich Vertreter der Industrie in Fürth ausgetauscht. Auch die aktuelle Entwicklung der bayerischen Unternehmen und der Forschung im Bereich Blockchain kann sich sehen lassen. 


Die bayerische Blockchain-Strategie 
 

Das Bayerische Staatsministerium für Digitales unterstreicht mit seiner Blockchain-Strategie, dass Bayern nicht nur die Weiterentwicklung dieser Technologie beobachtet, sondern aktiv fördert, begleitet und auch selbst umsetzt. Darin sind drei zentrale Schwerpunkte verankert: 
 

  • Bayern.Block: Etablierung Bayerns als international führender Blockchain-Standort
  • Bayern.Chain: Aufbau eigener Kompetenzen, durch Anstoß und Förderung konkreter Anwendungen 
  • Bayern.Trust: Sicherstellung eines pragmatischen und informierten Umgangs mit der Technologie und ihren Anwendungen für die Bürger/innen
     

Bayern forciert ein attraktives Umfeld zur Weiterentwicklung der Technologie, um neue Cross-Industry-Innovationen in Verbindung mit der Blockchain zu entwickeln. Im Rahmen der Hightech Agenda Bayern, der Technologieoffensive des Freistaates, wird neben Quantentechnologie und Künstlicher Intelligenz auch die Blockchain in den Fokus gerückt. Mit einem Investitionsvolumen von 2 Milliarden Euro werden Forschungsprojekte, neue Innovationen und die gezielte Bildung zukünftiger Experten umgesetzt. Bayern festigt mit der Agenda seine technologische Vorreiterrolle und legt einen sicheren Grundstein zum weiteren Ausbau. Auch in der eigenen Verwaltung beabsichtigt der Freistaat selbst Anwendungen der Technologie zu erproben. Um der Gesellschaft die Relevanz der Technologie näher zu bringen, werden Informations- sowie Weiterbildungsangebote ebenfalls mit der Strategie realisiert. 

Dies zeigt auch die Blockchain-Initiative der Industrie- und Handelskammer (IHK) München zusammen mit dem Bayerischen Digitalministerium, bei der auch das Bavarian Center for BlockChain [bc]2 eine Rolle spielen wird. Die Initiative stellt in Zukunft per Webanwendung die einfache Verifizierung von Zeugnissen und Zertifikaten sicher. Die Unternehmen sind im Anschluss in der Lage, durch Blockchain-basierte Werte die Echtheit zu prüfen, ohne, dass personenbezogene Daten gespeichert werden müssen.   

Blockchain-Partnerschaft zwischen IHK München und dem Bayerischen Staatsministerium für Digitales (StMD) ©StMD

Blockchain-Forschung in Bayern
 

Die Großkonzerne und Start-ups profitieren auch von der hervorragenden Forschungslandschaft in Bayern. Durch interdisziplinäre Forschungsprojekte der Universitäten und Hochschulen, wie das TUM Blockchain Research Cluster, werden die Möglichkeiten für Cross-Industry-Innovation deutlich. Das Blockchain-Labor der Fraunhofer Gesellschaft mit Sitz in Bayreuth arbeitet stetig an der Identifikation neuer Potentiale sowie der Optimierung der bisherigen Transaktionen. Außerdem wird aktiv an der Realisierung neuer Blockchain-Innovationen geforscht. Gleichzeitig setzt das Fraunhofer AISEC mit „Blockchain for Education“ einen lebenslangen, fälschungssicheren digitalen Lernausweis mit Hilfe der Blockchain um. 
 

Blockchain im bayerischen Unternehmertum
 

Bei der Entwicklung der Blockchain-Technologie spielen vor allem Start-ups eine wichtige Rolle. Die bayerische Landeshauptstadt ist im Bereich der Blockchain-Start-ups einer der drei führenden Standorte in Deutschland . Einige Großunternehmen mit Sitz in Bayern wie Airbus, Allianz, E.ON oder BMW sind bereits an internationalen Blockchain-Zusammenschlüssen beteiligt und forschen eigens an der Anwendung dieser Technologie in ihren Unternehmen. So ist BMW nicht nur in der Mobility Open Blockchain Initiative (MOBI) engagiert, sondern arbeitet auch mit dem Start-up VeChain, das Teil der BMW Start-up Garage ist, an der Verifizierung von Fahrzeugdaten mittels Blockchain. Ein digitaler Pass soll den Betrug durch die Manipulation der Fahrzeugdaten, beispielsweise des Kilometerstandes, verhindern. Auch bei finanziellen Dienstleistungen erprobt BMW die Nutzung der Blockchain-Technologie bereits. Im Hinblick auf die potentiellen und industrieübergreifenden Möglichkeiten, die durch die Blockchain entstehen, ist es von großem Wert, dass Start-ups in Zusammenarbeit mit innovations-orientierten KMUs und Großkonzernen die Weiterentwicklung im Freistaat konkret vorantreiben können.

Die Blockchain-Technologie findet in vielen Bereichen Anwendung

Bayerische Blockchain-Start-ups, die die Zukunft formen

  • Tangany stellt eine B2B-Lösung bereit, um über Blockchain digitale Assets wie Kryptowährungen für Unternehmen sicher in einer Art digitalem Tresor zu verwahren. 
  • Bernstein hat eine Blockchain-Web-Applikation entwickelt, die es jedem ermöglicht das geistige Eigentum notariell beglaubigt zu erstellen und zu sichern. 
  • gridX arbeitet an IoT-basierten Geschäftsmodellen für neue Energien und einer durch Blockchain dezentralisierten Energieversorgung. 
  • chango bietet eine App für Privatpersonen an, die die Kryptowährung-Transaktionen schnell, einfach und sicher ermöglicht. 

Bayern auf dem besten Weg zum entscheidenden Blockchain-Standort
 

Die Blockchain-Technologie hat bereits jetzt einen erheblichen Beitrag zur digitalen Transformation geleistet und dass, obwohl sie sich erst am Anfang ihres Innovationszyklus befindet. Die bayerische Blockchain-Strategie sowie die bisher erfolgreiche Umsetzung der Blockchain in Wirtschaft und Wissenschaft in Bayern zeigt, dass sich der Freistaat auf dem idealen Weg in Richtung eines international führenden Blockchain-Standorts befindet und in den nächsten Jahren seine digitale Vorreiterrolle ausbauen wird.