IT Security in Bayern – Sicherheit für die Smart Factory

Das Konzept der Industrie 4.0 verspricht Unternehmen eine enorme Steigerung ihrer Wertschöpfung. Auch in Bayern nutzen Unternehmen die Chance, von den technologischen Entwicklungen zu profitieren. Bei der Umsetzung neuer Konzepte zur intelligenten Fabrik spielt immer auch das Thema IT-Sicherheit eine Rolle. Im Freistaat dürfen Unternehmen auf tatkräftige Unterstützung bei allen Fragen rund um ihre interne Sicherheit hoffen.

Bayerisches Know-how begehrt bei Cyber-Kriminellen

Der Trumpf des Standortes Bayern und der hier ansässigen Unternehmen ist ihr technisches Know-how – das natürlich wie in allen Industriestaaten bei Cyber-Kriminellen besonders begehrt ist. Allein in Deutschland beträgt der wirtschaftliche Schaden durch Cyber-Attacken 44 Milliarden Euro im Jahr; das entspricht etwa 1,6 Prozent des gesamten Bruttoinlandproduktes. Im Vergleich zur globalen Wirtschaft nimmt sich das sogar noch gering aus – hier beträgt der Schaden 350 Milliarden Euro jährlich. Die wertvollen Daten zu schützen, ist daher nicht nur Aufgabe der Unternehmen selbst. In Bayern gibt es zahlreiche Stellen, Fachbereiche und Initiativen, die die Wirtschaft bei Vor- und Nachsorge im Bereich IT-Sicherheit unterstützen.

Anlaufstellen, die schon vor dem Schadensfall beraten

So hat der Freistaat bereits 2013 eigens die Bayerische Cybersicherheitsstrategie initiiert. Neben der Zentralstelle zur Bekämpfung von Cyberkriminalität beim Bayerischen Landeskriminalamt sind auch die zentralen Ansprechstellen Cybercrime (ZAC) oder das Cyber-Allianz-Zentrum Bayern (CAZ) beim Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz Anlaufstellen für Unternehmen, Hochschulen und Betreiber kritischer Infrastrukturen im Falle eines Angriffes mit Spionage- oder Sabotage-Hintergrund. Die Einrichtungen beraten Unternehmen nicht erst im Schadensfall, sondern auch dabei, wie sie sich durch präventive Maßnahmen gegen Angriffe wappnen können. Das geschieht durch gezielte Beratungsangebote, die Sensibilisierung von Management und Mitarbeitern sowie in individuellen Vorträgen und Gesprächen mit dem Ziel einer langfristigen Sicherheitspartnerschaft.
Oberste Priorität bei der Beratung ist stets Vertraulichkeit: Die ratsuchenden Unternehmen entscheiden bei nicht meldepflichtigen Fällen selbst, ob sie eine strafrechtliche Verfolgung wünschen – somit sind sie vor dem Bekanntwerden und damit einhergehenden wirtschaftlichen Folgeschäden geschützt. Die technischen Informationen zu erfolgten Angriffen werden zudem in anonymisierter Form an andere potenziell betroffene Unternehmen weitergegeben, damit auch diese entsprechende Maßnahmen ergreifen können.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Bei allen Mitteln, um den Schaden möglichst gering zu halten, wäre es natürlich ideal, wenn Unternehmen gar nicht erst in diese Lage kämen. Dabei unterstützt beispielsweise das Fraunhofer Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) Unternehmen aus allen Industriezweigen. Zur Absicherung ihrer Systeme, Produkte und Angebote entwickelt das Institut hochwertige Sicherheitstechnologien für IT-basierte Systeme und Produkte und unterzieht diese umfassenden Funktions-, Interoperations-, Konformitäts- und Compliance-Tests. Die Kunden des AISEC kommen aus allen Bereichen – vom Hersteller über Zulieferer und Anwender unter anderem aus den Bereichen der Telekommunikation, dem Automobilbau und deren Zulieferindustrie, Logistik und Luftfahrt, Maschinenbau oder Automatisierungstechnik. Die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit sind vielfältig: Neben industrieller Auftragsforschung berät das AISEC Unternehmen auch mit Hilfe detaillierter Sicherheitsanalysen oder bietet Chancen zur Zusammenarbeit im Rahmen von Verbundprojekten gefördert durch die EU oder Bund und Länder.


Strategische Partnerschaften mit globalen Industrieunternehmen wie beispielsweise das gemeinsame Projekt mit Infineon Technologies sowie internationalen Universitäten, darunter die TU München, festigen die Schwerpunkte des Institutes weiter. Dazu zählt auch der Bereich Industrial Security, für den das Institut Sicherheitsmechanismen besonders für die industrielle Automation entwickelt.


Mit dieser Unterstützung sind Unternehmen am Standort Bayern bestens gerüstet, den Herausforderungen von Industrie 4.0 zu begegnen und sie in Chancen für ihre Wertschöpfungssteigerung umzuwandeln.