Der Berch ruft!

Mit dem Anstich des ersten Bierfasses wurde am 5. Juni die Erlanger Bergkirchweih eröffnet. Die Bergkirchweih, fränkisch „Berch“ genannt, ist eines der größten und schönsten Volksfeste Bayerns.

Dank sommerlicher Temperaturen sprechen die Veranstalter der Bergkirchweih von einem Rekordwochenende mit rund einer halben Million Besuchern. Jedes Jahr wird am Donnerstag vor Pfingsten pünktlich um 17 Uhr das erste Fass vom amtierenden Erlanger Oberbürgermeister angestochen, dieses Mal von Dr. Florian Janik. Damit ist die „ Fünfte Jahreszeit“ für die Stadt eingeläutet und der größte Biergarten Europas eröffnet. Rund eine Million Menschen passieren alljährlich die Tore dieses beliebten Volksfests, das entspricht gut dem Zehnfachen der Erlanger Einwohnerzahl. Die Gäste kommen nicht nur aus der Region, sondern aus der ganzen Welt. Passend dazu bietet die Website berch.info Informationen rund um den Berch in acht verschiedenen Sprachen.

Das Besondere an der Bergkirchweih sind die zahlreichen Keller, kühle Gewölbe, die den Burgberg durchziehen. Insgesamt stehen den Besuchern rd. 15.000 Sitzplätze auf den 16 Kellern und Festzelten zur Verfügung. Ausreichend Schatten spenden die alten Kastanien, Linden und Eichen. Den Durst löschen die Besucher mit kühlem Festmärzenbier aus den traditionellen Steinkrügen. Die Gäste erfreuen sich zudem an internationaler und typisch fränkischer Kost, von der Bratwurst bis zur Breze wird alles angeboten. Außerdem animiert Live-Musik zum Mitsingen und Tanzen.

Nach 12 Tagen Feiern und guter Stimmung endet die Veranstaltung mit dem so genannten Fassbegräbnis. Dann ziehen die Wirte und Helfer mit Schaufeln und Pickeln durch die Massen, um das letzte Fass Bier der Bergkirchweih zu begraben.

Erstmals fand die Bergkirchweih im Jahr 1755 statt, damals wurde der traditionelle Pfingstmarkt von der Altstadt hinauf zum Burgberg verlagert. Im Bergrücken befindet sich ein fast 20 Kilometer langes Gangsystem, einzelne Gewölbe führen bis zu 500 Meter weit in den Berg hinein. Dank der klimatischen Vorzüge lagerten die Erlanger bereits seit Ende des 17. Jahrhunderts hier ihr Bier ein. Im Sommer war es Tradition der Brauer, hier ein gemütliches Feierabendbier einzunehmen. Da es damals aber noch keine Bierflaschen gab, wurde dazu ein Bierfass angestochen, und wie heute aus steinernen Krügen getrunken.

2014 findet die Erlanger Bergkirchweih noch bis zum 16. Juni statt. Weitere Informationen finden Sie hier.