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Zweieinhalb Jahre Invest in Bavaria – Ein Blick hinter die Kulissen

Vor gut zweieinhalb Jahren habe ich ihn angenommen, meinen neuen Job als Leiter von Invest in Bavaria. Als ehemaliger Ansiedlungsbeauftragter der Stadt Augsburg und zuletzt Repräsentant des Freistaats Bayern in New York wusste ich, welche Aufgaben mich erwarten würden. Schließlich war ich zuvor schon mit der Akquisition von Unternehmen betraut. Doch wenn ich jetzt zurückblicke, bin ich erstaunt, wie vielfältig die Projekte bei Invest in Bavaria bisher waren.

Invest in Bavaria - Erfolgsjahr 2015
Invest in Bavaria - Erfolgsjahr 2015

Bei uns ähnelt kein Tag dem nächsten und kein Projekt dem anderen – genau das macht unsere Arbeit so spannend. Jeder Investor kommt mit anderen Anforderungen auf uns zu:  Manche Unternehmen haben sich bereits für Bayern entschieden und wünschen Unterstützung bei der Suche nach Gewerbeflächen oder Büroräumlichkeiten, andere sind am Beginn des Entscheidungsprozesses und benötigen zunächst Informationen zum Standort oder Marktumfeld.

Erfolgsjahr 2015 – Rekord bei Zahl der Investitionsprojekte und Top-Projekte wie IBM Watson IoT

Vor allem 2015 war ein erfolgreiches Jahr – das bisher erfolgreichste in der Geschichte von Invest in Bavaria. 2015 haben wir 134 Projekte erfolgreich abgeschlossen. Das ist ein Plus von 31,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dadurch konnten über 5.000 neue, direkte Arbeitsplätze geschaffen und weitere 650 gesichert werden.

Wir durften sehr spannende Projekte begleiten. Eines mit besonderer internationaler Stahlkraft ist die Ansiedlung von IBM. Hier standen mehrere Regionen weltweit im Wettbewerb und stichhaltige Argumente für Bayern waren gefragt. Ausschlaggebend für München waren letztendlich die einzigartige Kombination aus der Nähe zu führenden Unternehmen aus allen Branchen, Universitäten, technischem Know-how, Fachkräfte sowie eine auch für internationale Spitzenkräfte attraktive Umgebung, der lokalen Wirtschaft und das investitionsfreundliche, gute politische Umfeld. In den Münchnern HighLight Towers eröffnete das amerikanische Unternehmen Ende 2015 die Zentrale des Geschäftsbereichs Watson IoT und somit das erste europäisches Watson Innovation Center. Erfreuliche 1.000 neue Arbeitsplätze werden hier insgesamt rund um Cognitive Computing und IoT (Internet of Things) entstehen. Bei diesem Investitionsprojekt finde ich besonders erfreulich, dass sich daraus für bayerische Unternehmen wertvolle Kooperationsmöglichkeiten ergeben: Hier geht es nicht nur darum, Prozesse zu optimieren, sondern neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Auch bei den Erweiterungen ein klares Bekenntnis zum Standort Bayern

Den Großteil unserer Projekte machen natürlich die Neuansiedelungen wie die von IBM oder auch Alibaba am Standort Bayern aus. Unser Team unterstützt aber auch bei Erweiterungsvorhaben und Standortsicherungen – immer dann, wenn weitere Standorte außerhalb Bayerns mit im Spiel sind oder es sich um ein komplexes Vorhaben mit vielen unterschiedlichen Beteiligten handelt.

BMW hat beispielsweise letztes Jahr die Entscheidung für ein neues Logistikzentrum in Wallersdorf getroffen. Die Gemeinde hatte bisher 1.000 Arbeitsplätze, mit dem neuen Logistikzentrum von BMW kommen weitere 2.000 dazu. „Das ist für uns wie Weihnachten und Ostern auf einen Tag und dann kommt noch der Lottogewinn dazu.“, so sympathisch hat Heinrich Trapp, der Landrat von Dingolfing-Landau, es anlässlich der Eröffnung ausgedrückt. Nicht nur für Wallersdorf, sondern für den gesamten Freistaat ist diese Entscheidung vom Weltkonzern BMW ein wichtiges Bekenntnis zu seinem Heimatstandort Bayern.

Positive Effekte für ganz Bayern

Wir bringen regelmäßig Standorte im gesamten Freistaat ins Spiel – immer dann, wenn die Projekterfordernisse es erlauben. Hierbei sind wir besonders erfolgreich, wie man an der Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze sehen kann: Niederbayern liegt vorne – sogar wenn man das Großprojekt von BMW in Wallersdorf exkludiert. Auch wenn man die Arbeitsplätze betrachtet, die je Projekt geschaffen wurden, liegt Niederbayern mit durchschnittlich 66,8 Arbeitsplätzen vor der Oberpfalz (60,3) und vor Unterfranken (57,5). Oberbayern bildet mit 7,2 Arbeitsplätzen pro Projekt das Schlusslicht. Die Statistik von 2015 bestätigt die Erfahrungen der letzten Jahre: In Oberbayern werden oft kleinere Unternehmen und Start-ups gegründet.

Investoren aus der ganzen Welt sind in Bayern zu Hause

2015 haben wir Projekte aus 34 verschiedenen Nationen betreut. An der Spitze der ausländischen Herkunftsländer sind seit Jahren zwei Länder vertreten: China und die USA. 2015 ging der erste Platz mit 16 abgeschlossenen Projekten wie im Vorjahr an das Reich der Mitte. Auf Platz 3 liegt Japan. Technologiegetriebene Unternehmen lassen sich besonders gerne im Freistaat nieder. Hoch im Kurs stehen Branchen wie ICT, Automobilindustrie und Luft- und Raumfahrt bzw. Satellitennavigation.

Vorher bin ich schon darauf zu sprechen gekommen, wie abwechslungsreich unsere Arbeit ist. Die kulturelle Vielfalt trägt dazu sicherlich auch ihren Teil bei. Bei unseren asiatischen Kunden steht die Kontaktpflege, die ausländische Community in Bayern und auch die Vermittlung der richtigen Ansprechpartner im Vordergrund, amerikanische Unternehmen überzeugt man hingegen eher mit harten Fakten.

Unser Job bietet auch oft die Gelegenheit, interessante Menschen kennenzulernen. Vor kurzem durfte ich Ginni Rometty, CEO und Präsidentin von IBM, auf einer Panel Discussion in Brüssel live erleben. Sie meinte in Bezug auf Internet of Things, dass man keine Mauern errichten dürfe, um sich vor etwas zu schützen, was sowieso schon stattfindet. Das wäre nicht der Weg, der zum Erfolg führt. Damit hat es Ginni Rometty auf den Punkt gebracht. Wir dürfen uns auch als Standort nicht vor den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umwälzungen wie der Digitalisierung, die ja auch als 4. Industrielle Revolution bezeichnet wird, verschließen. Ganz im Gegenteil: Wir müssen neue Entwicklungen als Chance für neue Ideen und Dienstleistungen begreifen und aktiv gestalten. Ich freue mich, dass ich mit meinem Team dazu beitragen kann, dass der Freistaat auch in Zukunft ein besonders erfolgreiches und lebenswertes Bundesland sein wird.