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Wenn Orte Geschichten erzählen – der Tag des offenen Denkmals

Unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ findet am 13. September 2015 der diesjährige Tag des offenen Denkmals statt. Als Beitrag zur europaweiten Kampagne „European Industrial and Technical Heritage Year 2015" soll die Bedeutung industrieller und technischer Denkmale für unser kulturelles Erbe veranschaulicht werden.

(c) Congress-Tourismus-Würzburg, Fotograf: A. Bestle.

Denn unsere baukulturelle Identität ist stark durch die industrielle Massenproduktion geprägt, wie die Hochöfen oder Industrieparks im Ruhrgebiet anschaulich verdeutlichen. Auch Bayern ist reich an Zeugnissen unserer industriellen Vergangenheit. Die historische Schlosserwerkstatt in Unterföhring bei München oder das Deutsche Dampflokomotiv-Museum im Kreis Kulmbach sind nur zwei Beispiele dafür. Den Anfang im Freistaat macht die der Ortschaft Neumarkt in der Oberpfalz, wo Staatsminister Ludwig Spaenle bei einem Festakt die Veranstaltung eröffnet.

Im Fokus des Denkmaltags 2015 stehen selbstverständlich alle Denkmäler mit direktem Bezug zum Jahresmotto. Mühlen oder Ringöfen, Dampfturbinen sowie alte Maschinen- oder Fertigungshallen, Wassertürme, Verladeanlagen, Zechen und Hütten stehen dabei im Vordergrund. Nicht zu vergessen - Werkstätten und Handwerksbetriebe wie Kirchbauhütten, Schmieden, Backhäuser, Stellmachereien, Webereien und Glockengießereien.

Im Freistaat können in Bamberg die ehemalige Mechanische Seilerwarenfabrik, die Dombauhütte oder auch die ehemalige Möbelschreinerei Müllerin als Beispiele von vielen dienen. Die Alte Ziegelei in München ist ein wichtiges Industriedenkmal in der Landeshauptstadt. Im Alten Kranen bei Würzburg wird der bis 1773 errichtete Kranbau zum diesjährigen Tag des Denkmals eröffnet. Auch Handwerker mit den entsprechenden Zusatzqualifikationen oder Restauratoren werden am Tag des offenen Denkmals Einblicke in ihre Arbeit geben. Idealerweise werden dabei die Techniken vor Ort am Objekt präsentiert, wie beispielsweise die Restaurierung von Altären und Wandmalereien oder die Instandsetzung einer Kirchenorgel.


Dem Strukturwandel auf der Spur

Ein weiterer spannender Aspekt, den der Denkmaltag aufgreift, ist die Veränderung von Infrastrukturen. Ortschaften oder sogar ganze Regionen wurden durch die Ansiedlung neuer Industrien oder Handwerkstechniken verändert. Zudem hat an vielen Orten bereits eine erneute Verlagerung dieser Handwerksbereiche oder sogar ganzer Industriezweige stattgefunden. Daraus ergeben sich oft ganz neue Nutzungsmöglichkeiten und für die Besucher werden solche Denkmäler dadurch noch interessanter.

Wo befinden sich sehenswerte Bauwerke? Diese Karte zeigt, welche Industriedenkmäler es in Bayern zu sehen gibt. Das deutschlandweite Programm kann ab August auf der Website der Deutsche Stiftung Denkmalschutz eingesehen werden. Jeden Tag präsentiert die Stiftung ein anderes, besonderes Denkmal passend zum Jahresmotto auf seiner Website. Der Countdown läuft, bald ist es wieder soweit.