Wasserstoff in Bayern – Der Energieträger der Zukunft

Die Suche nach der Energie der Zukunft hat nicht erst gestern begonnen: Mit der Energiewende werden bereits seit einigen Jahren erneuerbare Energien gefördert und ausgebaut. Gerade in Bayern sind weitere alternative Energiequellen aktiv im Kommen. Ein großer Hoffnungsträger ist dabei die Wasserstofftechnologie. Der Freistaat Bayern setzt intensiv auf diese Energiegewinnung – und wird das auch weiterhin mit Nachdruck tun, um auf lange Frist ein Vorreiter zu sein.

Die neue Wasserstoffstrategie für Bayern legt den entscheidenden Grundstock für dieses Ziel. „Die Zukunft beginnt heute und nicht in fernen Jahren“, mahnt der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Wie genau und welche Chancen die Wasserstofftechnologie mit sich bringt, das erfahren Sie hier.
 

Mit großen Schritten Voraus: Das Wasserstoffbündnis Bayern
 

Teil der Wasserstoffstrategie ist das neu gegründete Zentrum Wasserstoff Bayern (H2.B), welches seinen Sitz direkt am Energiecampus in Nürnberg hat. Auf dem ehemaligen AEG-Gelände in Franken wird die Zukunft der Energiegewinnung vorangetrieben. Zeitgleich haben sich insgesamt 35 Akteure aus Forschung, der Wirtschaft und Kommunen in Nürnberg zum Wasserstoffbündnis Bayern zusammengeschlossen, um die Wasserstofftechnologie im Freistaat interdisziplinär weiterzuentwickeln. Bayern soll Weltmarktführer in diesem Bereich werden – ein großes Ziel, für das die Weichen allerdings bereits gestellt wurden.

Wie sieht die bayerische Wasserstoffstrategie aus?
 

Der Freistaat Bayern will die Wasserstoff-Technologie ganz gezielt fördern. Das hat er in der Vergangenheit schon bewiesen: Rund 65 Millionen Euro sind bereits geflossen. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger betont, dass mit den neusten Wasserstofftechnologien nicht nur die Umwelt geschont werden könne. Eine Vielzahl an neuen Arbeitsplätzen soll mit der Umsetzung dieser Strategie im Freistaat Bayern geschaffen werden. Von der Automobilbranche bis hin zu Start-ups – Wasserstoff erhält und schafft Arbeitsplätze in  Bayern. Die Wasserstoffstrategie umfasst ganz konkret:
 

  1. Innovation und Technologieführerschaft
    Mit der Forschungsinitiative „H2 Hightech Bayern“ sollen die bayernweit vorhandenen Kompetenzen durch Bündelung gestärkt werden, um weltweite Marktpotentiale zu erschließen und auszubauen.  
     
  2. Industrielle Skalierung und Wirtschaftlichkeit
    Bayerische Unternehmen und Forschungseinrichtungen sollen die industrielle Entwicklung vorantreiben. Dabei helfen sollen Entwicklungs-, Test- und Anwendereinrichtungen – insbesondere durch Einbindung der im Freistaat stark vertretenden Zulieferindustrie.  
     
  3. Ausbau der H2-Infrastruktur sowie Anwendungen in Verkehr und Industrie
    50 Millionen Euro werden für die Errichtung öffentlicher und betrieblicher H2-Tankstellen für Brennstoffzellen-Busse und Lkw/Nutzfahrzeuge bereitgestellt.
     

Auch die Technische Universität München (TU München) und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind an der Forschungsoffensive beteiligt und sorgen mit dafür, dass „H2 Hightech Bayern“ gestärkt wird.

Die öffentlichen Verkehrsmittel und den Lieferverkehr stärken
 

Vor allem der Lieferverkehr in Bayern soll profitieren – öffentliche Busse und LKWs, die mit Brennstoffzellen betrieben werden, stehen im Fokus der Wasserstoffstrategie. Zulieferer, Kraftfahrzeug-Hersteller und Tankstellen müssen zusammenarbeiten, um die Ziele der Staatsregierung zu erreichen. Eine Chance für die Automobilbranche, denn gleichermaßen können die daraus gewonnen Erkenntnisse in einem zweiten Schritt für Brennstoffzellenautos genutzt werden.  Der erste Erfolg ist bereits greifbar: 2021 soll der erste LKW mit Brennstoffzellen-Antrieb auf die Straße kommen – das Unternehmen Quantron aus Gersthofen macht es möglich.
 

Internationale Kooperation angestrebt
 

Grüner Wasserstoff aus dem Ausland soll den bayerischen Bedarf decken, so das Ziel. Im Freistaat selbst kann nicht so viel Wasserstoff hergestellt werden, wie der erwartete Bedarf vermuten lässt. Jedoch bietet Bayern dank seiner Industriestärke und der Vielzahl an Forschungseinrichtungen beste Vorrausetzungen für die Entwicklung systemischer Lösungen für Wasserstoffanwendungen – von der Erzeugung über die Speicherung und Logistik bis hin zur Anwendung, etwa im Mobilitätsbereich und in der Industrie. Die Wasserstoffstrategie sieht zudem vor, dass der Energieträger nachhaltig gewonnen wird. Grüne Wasserstofftechnologie „Made in Bavaria“ soll zum H2-Gütesiegel werden.  
 

Wasserstoff Roadmap bis 2025
 

Die Wasserstoffstrategie soll für Bayern erst der Startpunkt auf dem Weg zum Spitzenreiter im Bereich nachhaltiger Energieerzeugung sein. Auf der Basis der bisherigen Forschungen wird in den nächsten Jahren eine Roadmap zur Umsetzung und Durchführung weiterer Maßnahmen erstellt. Bis 2025 soll der Wasserstoff ein wichtiger Teil der bayerischen Energie- und Mobilitätsversorgung sein. Staatsminister Aiwanger betont dabei, dass der Wasserstoff nur ein Baustein hin zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft sein kann.
 

Der Bund zieht nach: Die nationale Wasserstoffstrategie
 

Auch der Bund hat das Potential der Wasserstofftechnologie erkannt – neben der bayerischen Strategie soll die nationale Wasserstoffstrategie deutschlandweit H2 als sauberen Energieträger der Zukunft möglich machen. Lokal soll national werden, die Technologien und Kompetenzen für alle Bundesländer zugänglich sowie gezielt ausgebaut werden. Deutschland und Bayern sind bereits heute führend bei Schlüsseltechnologien im Energiebereich: 19 % der weltweiten Exporte von Elektrolyseuren entfallen auf Deutschland (u.a. Siemens). Mit einem Weltmarktanteil von 16 % ist Deutschland ebenfalls beim Anlagenbau führend. Damit ist Deutschland der derzeit größte Exporteur von Anlagen zur Elektrolyse weltweit.
 

Mit großen Schritten voran
 

Bayern hat es gezeigt, was jetzt auch deutschlandweit greifbar wird: Wasserstoff ist ein wichtiges Element in der Entwicklung von nachhaltigen Energie- und Mobilitätskonzepten. Die Kombination mit erneuerbaren Energien und weiteren zukunftsweisenden Technologien ist der Schlüssel zum Erfolg.