Umfrage der Außenhandelsorganisation JETRO: japanische Unternehmen in Bayern trotz COVID-19 optimistisch

Die japanische Außenhandelsorganisation JETRO hat eine Umfrage unter japanischen Unternehmen in Deutschland zur aktuellen Stimmung durchgeführt. Trotz negativer Folgen durch Corona bleiben die befragten Unternehmen größtenteils zuversichtlich – insbesondere in Bayern.

238 in Deutschland ansässige japanische Unternehmen nahmen an der Umfrage von JETRO teil, davon 52 Firmen aus Bayern. Sowohl in Gesamtdeutschland als auch im Freistaat gab ein Großteil der Unternehmen an, dass die Aktivitäten in Deutschland in den kommenden Jahren weiter ausgebaut oder zumindest in unveränderter Intensität vorangetrieben werden sollen. Es gab kaum Firmen, die angaben, im Zuge der Pandemie die Geschäftstätigkeiten herunterzufahren oder gar einen Rückzug aus Bayern bzw. der Bundesrepublik anzustreben.


Rückgang der Umsätze im Freistaat geringer als auf Bundesebene


81% der Firmen gaben an, dass ihre Umsätze in diesem Fiskaljahr zurückgegangen sind – im Freistaat beträgt die Quote nur 67%. Gleichzeitig wurde in Bayern weniger staatliche Unterstützung in Anspruch genommen. Nur rund 30% der Unternehmen nahmen Hilfsmaßnahmen der Bundes- bzw. Landesregierungen in Anspruch – mehrheitlich Kurzarbeit und Steuerstundungen. Die meisten Akteure antworteten, dass sie die Bedingungen für diese Form der Unterstützung nicht erfüllten und/oder sie von ihren Mutterfirmen unterstützt wurden (Deutschland 70%; Bayern 67%). Sprachliche Probleme als Hürde wurden kaum genannt.

Auswirkung auf Umsätze in diesem Fiskaljahr im Jahresvergleich (Quelle: JETRO)

In Deutschland wurden strenge Einschränkungen im Personenverkehr eingeführt, um die Verbreitung von COVID-19 zu verhindern. Diese Maßnahmen halfen einerseits dabei, das Virus einzudämmen, andererseits hatten sie einen großen Einfluss auf die Geschäftstätigkeiten vieler Unternehmen. 40% der Befragten antworteten, dass die Logistik durch strenge Grenzkontrollen beeinträchtigt wurde. Verzögerungen in der Wertschöpfungskette oder die Erhöhung der Lieferkosten wurden als Beispiele negativer Einflüsse angegeben.


Trotz negativer Auswirkungen blicken die Unternehmen positiv in die Zukunft


Die Umfrage zeigt klar, dass die Einschränkungen große Auswirkungen auf Umsätze und Gewinne der in Deutschland bzw. Bayern ansässigen japanischen Unternehmen haben. Gleichzeitig sieht man jedoch keine Tendenz, dass die Unternehmen ihre Geschäfte in Deutschland verringern werden. Außerdem wurde deutlich, dass die Hilfsmaßnahmen und öffentlichen Förderungen des Bundes bzw. des Freistaats trotz möglicher sprachlicher Barrieren hinreichend bekannt waren. Die detaillierten Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier (nur in japanischer Sprache verfügbar).