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Soziale Infrastruktur: Bildungssystem und Berufsausbildung

Schulsysteme können sich von (Bundes-)Land zu (Bundes-)Land sehr unterscheiden. Das bayerische Bildungssystem ist dank seiner Vielfältigkeit darauf ausgerichtet, jedem Schüler, Auszubildenden und Studenten individuelle Möglichkeiten seinen Talenten und Zukunftswünschen entsprechend anzubieten.

So ist das bayerische Bildungssystem aufgebaut


Der Einstieg in die bayerische Schulausbildung ist relativ simpel, denn hier gibt es mit der Ausnahme von Förderschulen nur eine Variante des Schulanfangs: die Grundschule. Im Durchschnitt beginnen Schüler dort ihre schulische Karriere im Alter von sechs Jahren. Je nachdem, welche Leistung die Schüler während dieser vierjährigen Periode erbracht haben, qualifizieren sie sich für eine der weiterführenden Schulen. In Bayern bestehen diese aus der Mittelschule, der Realschule sowie dem Gymnasium. Unabhängig davon, auf welchem Weg bayerische Schüler ihre Schullaufbahn beschreiten, hat jeder die Möglichkeit, die allgemeine Hochschulreife zu erwerben, den höchsten Schulabschluss Deutschlands. Während Gymnasiasten dieses Ziel unmittelbar erreichen, indem sie das Gymnasium acht Jahre lang besuchen (ab dem Schuljahr 2018/19: Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium), müssen Mittel-, Wirtschafts- und Realschüler mit Bestehen der zehnten Klasse einen Schulwechsel auf die Fachoberschule (FOS) beantragen. Dort können sie nach der zwölften Klasse ihre Fachhochschulreife und bei Absolvieren der dreizehnten Klasse sogar ihre allgemeine Hochschulreife erlangen. Wer zunächst mit einer Ausbildung ins Berufsleben starten möchte, kann sich im Anschluss auf der Berufsoberschule (BOS) für ein Studium qualifizieren.

2016 bestanden 37.850 Schüler in Bayern mit einer durchschnittlichen Abschlussnote von 2,30 ihr Abitur und können somit ihre Ausbildung auf einer Universität oder Hochschule fortsetzen. Auch 2017 konnten sich die bayerischen Gymnasiasten unter Beweis stellen: Im Oktober wurden sieben bayerische Gymnasien in das nationale Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC aufgenommen. Damit erweitert sich das bayerische Netzwerk auf nunmehr 52 Schulen, die von der Organisation mit MINT-Angeboten unterstützt werden, um Talente in Wirtschaft und Wissenschaft zu fördern.

Praxisnahe Ausbildungen in Bayern


Den Schülern, die keine allgemeine Hochschulreife erlangen oder ganz einfach nicht studieren möchten, bietet eine Ausbildung eine hervorragende Alternative. Die duale Ausbildung ist ein Format, das es bislang nur in Deutschland gibt, international jedoch wegen seiner Praxiserfahrung in Verbindung mit der Berufsschule sehr gefragt ist. Bayern bietet eine Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten. Der am stärksten besetzte Ausbildungsberuf 2016 war der Kaufmann im Einzelhandel, gefolgt vom Kaufmann für Büromanagement, am dritt-stärksten besetzt war die Ausbildung zum Verkäufer. Ein besonderes Augenmerk legt der Freistaat auf Ausbildungen im Gesundheitsgewerbe, im Sozialwesen, in der Dienstleistungsbranche sowie bei den Informationstechnologien, um so die zukunftsträchtigen Branchen zu stärken. Die Nachfrage nach Azubis ist besonders unter den Hightech-Unternehmen am Standort Bayern gefragt, da die Unternehmen hier nicht nur nach Studenten suchen, sondern auch nach praxiserfahrenem Nachwuchs.

Bayerisches Bildungssystem im nationalen Vergleich


Das bayerische Schulsystem gilt als eines der anspruchsvollsten Deutschlands. Laut diversen Studien macht sich das auch bezahlt. So ist der bundesweite IQB (Institution zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen)-Report – eine regionale Ergänzung zur internationalen Schulleistungsstudie PISA – ein Vergleichstest für die Schulfächer Deutsch und Englisch in der 9.Klasse. Dieser Studie zufolge liegt Bayern in beiden Bereichen signifikant über dem deutschen Mittelwert und belegt im Bundesländervergleich alle Spitzenplätze. Der Abstand zum leistungsschwächsten Land beträgt zum Teil bis zu 63 Punkte, das entspricht circa 1,5 Schuljahren. Auch bei den Grundschülern lässt sich dieser Trend bereits feststellen. 

Das bayerische Schulsystem ermöglicht es Schülern dank seiner vielfältigen Struktur, aus vielen verschiedenen Schultypen das Beste für sich herauszuholen und bereitet sie somit ideal auf ihren Einstieg in Unternehmen am Wirtschaftsstandort Bayern vor – die Nachfrage nach entsprechenden Fachkräften belegt den Erfolg der hiesigen Ausbildung.