Rückblick auf 2015 und Aussicht für 2016 Hub Conference Berlin 2015

Am 10 Dezember 2015 kamen in Berlin Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, um das Jahr noch einmal gemeinsam zu beleuchten und bahnbrechende Technologien sowie die digitalen Trends für 2016 zu besprechen. Auf drei verschiedenen Bühnen analysierten und erörterten die wichtigsten Interessenvertreter in Podiumsdiskussionen die jüngsten Neuerungen, die erreichten Meilensteine und ermittelten Verbesserungsbereiche.

Bei der Frage, nach den Treibern des digitalen Marktes in Europa, waren sich Claudia Nemat (Deutsche Telekom), Prof. Gesche Joost (Berlin Universität der Künste) und John Higgins (Digital Europe) einig, dass der private Sektor und die Politik eng zusammenarbeiten müssen, um Deutschland in diesem Bereich als führenden Marktakteur zu positionieren. Der private Sektor mag dabei zwar die treibende Kraft sein, dennoch ist für einen nachhaltigen Erfolg, die staatliche Unterstützung von wesentlicher Bedeutung, so Prof. Joost. Dies ist insbesondere deshalb so wichtig, da viele der so genannten Hidden Champions nicht unbedingt nur in Deutschlands Großstädten angesiedelt sind, sondern vielmehr auf dem Land und in kleineren Städten. Aus diesem Grund und um das ganze innovative Potenzial in Deutschland freizusetzen, muss das Ziel weiterhin darin bestehen, die relevanten Akteure zu kennen und sie miteinander zu vernetzen.

Mit ihrer Aussage, dass Deutschland neben dem Zusammenspiel aus Politik und privatem Sektor, auch an einer tief verwurzelten Struktur arbeiten müsse, geht Claudia Nemat noch ein Stück weiter. Ihrer Meinung nach sind die deutschen Marktstrukturen noch immer zu männlich dominiert, zu funktional, zu wenig kooperativ und zu stark reglementiert. Um den digitalen Markt anzuführen, müssen wir unerschrocken und mutig vorangehen: „Tue das, was du tust mit vollem Einsatz und Herzblut.„ “Fällst du hin, dann steh schnell wieder auf und mach weiter!“ (Claudia Nemat) 

Karl-Theodor zu Guttenberg (Spitzberg Partners) argumentierte, dass Deutschland auf dem digitalen Markt das Potenzial hat 2016 die Nase vorn zu haben, sollten wir es schaffen, diese Unerschrockenheit zu leben und Rückschläge schnell wegzustecken. Seiner Meinung nach, könnte die EU in drei Sektoren die Führungsposition einnehmen:

1.    Künstliche Intelligenz

2.    Robotik

3.    Blockchain Technologien

Um Investitionsentwicklungen und -trends ging es vor allem in der Podiumsdiskussion zwischen Eva Juliane Jerratsch (Venture Ladies),  Daria Saharova (Vito Ventures), Laura Masel (IBB Beteiligungsgesellschaft mbH) und Videesha Kunkulagunta (Redstone). 

2015 zeichnete sich ein deutlicher Anstieg der Zinseinnahmen durch ausländische Investoren in Europa, und Deutschland im Besonderen ab. Die unmittelbare Folge davon ist, dass auch die Fördermittel gestiegen sind, wie auch am Beispiel der rund EUR 82 Millionen von Kreditech im September 2015 verdeutlicht werden kann. Dennoch steht die Investitionslandschaft Crowdfunding immer noch mit Skepsis gegenüber. Während Crowdfunding im Bereich Hardware ein äußerst sinnvolles Instrument sein kann, um in der Frühphase einen Produkts die Marktresonanz zu testen, wird es für andere Geschäftsideen nicht zwangsläufig genauso gesehen. 

Auch, wenn wir noch nicht den wichtigen Punkt erreicht haben, an dem wir ein Scheitern als Möglichkeit akzeptieren, gibt es immer mehr Unternehmer, die ihr Glück nach einem Misserfolg noch einmal versuchen. Außerdem unterstützen Risikokapitalgeber auch in Europa zweite Förderungen. Unternehmen können aufgrund des stärkeren Wettbewerbs von dem gestiegenen Interesse der Risikokapitalgeber in Europa profitieren. Diese sind bestrebt, in einem immer früheren Stadium Beziehungen zu Gründern aufzubauen, und das persönliche Netzwerk eines jeden Investors bekommt somit noch mehr Gewicht. Laut Videesha Kunkulagunta entstehen die besten Geschäfte nach wie vor über ihr starkes Netzwerk. „Im Grunde genommen über Menschen, die man kennt“. Im Ergebnis bestätigte die Podiumsdiskussion noch einmal viele der im Jahr 2015 vorherrschenden Indikatoren und unterstrich dabei besonders Augmented Reality Technologien und Cybersicherheit als die beiden wichtigsten Branchen für Investoren für 2016.