Life Sciences in Bayern (Teil 3): Mit BioTech nachwachsende Rohstoffe erschließen

Neben den etablierten Industrie- und Hightech-Standorten haben sich in der Vergangenheit weitere unterschiedliche Cluster in Bayern entwickelt – und sind in ihrer Bedeutung in die weltweite Liga aufgestiegen. Auch der Bereich Life Sciences splittet sich in diverse Sektoren. Im Osten des Freistaats haben sich zwei Cluster angesiedelt: BioTech-Unternehmen aus der Medizintechnik und für nachwachsende Rohstoffe.

Im Biopark Regensburg sind derzeit rund 50 Firmen mit mehr als 3.500 Mitarbeitern angesiedelt – nach München ist Regensburg damit die zweitgrößte BioTech-Region in Bayern. Das Kompetenzcluster entwickelt sich im Bereich der Life Sciences stetig weiter. Von der reinen Biotechnologie über Medizintechnik und Pharma bis hin zur interdisziplinären Verknüpfung mit der Metall-, Textil- und Kunststoffindustrie – seit 2012 vernetzen sich im Biopark immer mehr Unternehmen aus der Gesundheitsbranche.

Seit 2017 firmiert dieser Sektor auch unter der Marke Healthcare Regensburg. Das jüngste Projekt – die Digital Health Initiative – will Aktivitäten zur Digitalisierung der medizinischen Versorgung bündeln und weiterentwickeln.

Einen ganz anderen Fokus im Bereich BioTech setzt die Region Straubing. Im Umfeld des BioCampus Straubing hat sich ein Kompetenzcluster für die industrielle Biotechnologie gebildet: Schwerpunkt ist die Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Clusterpartner sind unter anderem die Fraunhofer-Projektgruppe “BioCat” und industrielle Leitunternehmen wie Clariant oder Viessmann.
Mit dem BioCubator ist darüber hinaus in Straubing ein Unternehmerzentrum entstanden, das sich besonders an Firmen wendet, die sich mit der stofflichen und energetischen Nutzung erneuerbarer Rohstoffe beschäftigen. Sie finden dort Labors und Büroflächen, sowie Raum für Pilot- und Industrieanlagen. Günstig ist ebenso die Nähe zum Donauhafen Straubing-Sand (Green Chemistry Port) – er sichert als europäische Drehscheibe für Biomassenlogistik die Versorgung mit Millionen Tonnen von biobasierten Rohstoffen weit über die Regionen Gäuboden und Bayerischer Wald hinaus. In Straubing bündelt der Freistaat Bayern alle Aktivitäten zur Forschung und Entwicklung im Bereich der Nachwachsenden Rohstoffe.

Diese Woche haben wir bereits Life Science Hubs im Großraum München und jetzt im Osten des Freistaats besucht. Beide Cluster vereint, dass sie Nutzen ziehen aus einer funktionierenden Vernetzung unterschiedlichster Akteure. Auch in unserem nächsten Blogpost "Schon Wilhelm Conrad Röntgen hatte den Durchblick in Würzburg" zeigt sich am Beispiel der Region Würzburg, dass Inkubatoren und Gründerzentren bei der Entstehung von Hubs eine prominente Rolle spielen.