H2.B: Das neue Zentrum für Wasserstofftechnologie in Bayern

Der Klimawandel betrifft alle Wirtschafts- und Gesellschaftszweige. Um ihm gemeinsam mit neuen, umweltfreundlichen Technologien entgegenzutreten, hat die Staatsregierung des Freistaats im Herbst 2019 das Zentrum Wasserstoff.Bayern (H2.B) ins Leben gerufen. Dort sollen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammenfinden, um die Wasserstoffwirtschaft in Bayern voranzubringen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der wasserstoffbasierten Mobilität.

Copyright: Kurt Fuchs/H2.B

Das Zentrum Wasserstoff.Bayern – H2.B


Hauptaufgabe des in Nürnberg ansässigen Zentrums ist es, die Technologieführerschaft der bayerischen Wirtschaft in der Wasserstoffwirtschaft zu festigen und auszubauen. Um das zu erreichen, soll das H2.B  zum einen eine Wasserstoffstrategie für Bayern entwickeln und zum anderen öffentlich wirksame Demonstrationsprojekte initiieren und koordinieren. Begleitet wird das Ganze von umfangreicher Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit, um international und national weitere Kooperationspartner zu gewinnen.

Die Gründungsveranstaltung im September 2019 wurde von der Beschließung des Wasserstoffbündnis Bayern begleitet, in dem sich zahlreiche Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft zur Unterstützung des H2.B verpflichten und sich bereiterklären, die Technologiekompetenz Bayerns zu stärken.

Copyright: Giulia Iannicelli / H2.B

Die Wasserstoffstrategie für Bayern


Die Entwicklung einer Strategie für Bayern als zukunftsorientiertem Wasserstofftechnologiestandort setzt auf zwei Säulen: Auf strategische Dimensionen in der Planung und auf die Identifizierung technologischer Handlungsfelder in der Umsetzung. Was auf den ersten Blick kompliziert klingt, ist einfach zu verstehen. Die strategischen Dimensionen sind:

•    Technologie verständlich demonstrieren
•    Regulatorische Rahmenbedingungen erfassen
•    Entscheidende Infrastrukturen erkennen
•    Strategische Partnerschaften aufbauen
•    Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit betreiben

Die entscheidenden technologischen Handlungsfelder, welche die Umsetzung betreffen, sind wiederum:

•    Wasserstofferzeugung
•    Wasserstofflogistik
•    Wasserstoffnutzung
•    Skalierung der Modelle

Unter Einbeziehung und Förderung dieser insgesamt 9 Aspekte entsteht im H2.B bis April 2020 die erste Bayerische Wasserstoffstrategie. So wird der Freistaat die Zukunft als Wasserstoffwirtschaftstreiber entscheidend mitgestalten.

Copyright: Kurt Fuchs / H2.B

Was sind die Ziele des Wasserstoffbündnis Bayern?


Das Wasserstoffbündnis Bayern wurde während der Gründungsveranstaltung des H2.B beschlossen und hat sich einige ehrgeizige Ziele gesetzt. So soll Bayern nicht nur führender Standort der industriellen Fertigung von Wasserstoff und dessen Schlüsselkomponenten werden. Der Freistaat soll auch als Technologieführer im Bereich Wasserstoffspeicherung und -logistik etabliert werden. Konkret sind die Ziele:

•    Entwicklung und Demonstration neuartiger PEM-Elektrolyseure
•    Entwicklung und Erprobung brennstoffzellenbasierter Elektromobilität bis 2023
•    Erforschung und Erprobung automatisierter Fertigungsverfahren und Prozessschritte für eine künftige Hochskalierung
•    Aufbau der weltweit ersten LOHC-Tankstelle bis 2021
•    Fortentwicklung und Etablierung von Speicher- und Logistiktechnologien bis 2025

Gleichzeitig soll die Praxistauglichkeit von Wasserstoff als Energieträger in Zukunft verbessert werden, indem die Tankstellen-Infrastruktur weiter ausgebaut wird. Bis 2025 sind 100 neue Wasserstofftankstellen in Bayern geplant und bis 2030 soll der Ausbau EU-weit unterstützt werden.

Wer sind die Unterzeichner und Unterstützer des Bündnisses?


Das Wasserstoffbündnis zählt 17 Gründungsmitglieder und 11 später beigetretene Partner. Außerdem ist es nach wie vor offen für zusätzliche Unterstützung in Form von Forschungseinrichtungen, Verbänden und Unternehmen. Die 17 Gründungsmitglieder sind:

•    AUDI AG
•    BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH
•    Bayernwerk AG
•    BayWa AG
•    BayWa r.e. renewable energy GmbH
•    BMW AG
•    Erlanger Stadtwerke ESTW
•    H2 Mobility
•    HI ERN – Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien
•    Hydrogenious LOHC Technologies GmbH
•    Linde plc
•    MAN Energy Solutions SE
•    MAN Truck & Bus SE
•    NürnbergMesse GmbH
•    Robert Bosch GmbH
•    Schaeffler AG
•    Siemens AG

Die 11 kurz danach beigetretenen Mitglieder sind:

•    BAUER COMP Holding GmbH
•    bayme – Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e. V.
•    Bayerischer Industrie- und Handelskammertag BIHK
•    Fraunhofer Gesellschaft
•    H-TEC SYSTEMS GmbH
•    Kraftanlagen München GmbH / Diamond Lite S.A.
•    Proton Motor Fuel Cell GmbH
•    TenneT TSO GmbH
•    vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V.
•    vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
•    Vitesco Technologies

Bayern gestaltet die Zukunft aktiv mit


Mit dem H2.B und dem Wasserstoffbündnis Bayern festigt der Freistaat seine Rolle als Gestalter einer globalen Zukunft. Gemeinsam mit den Wirtschaftstreibern vor Ort und globalen Partnern spielt Bayern eine unersetzliche Rolle in der Energiewende. Das erkennen auch unabhängige Experten an: So bescheinigte der Prognos Zukunftsatlas 2019 dem Freistaat hervorragende Aussichten für die kommenden Jahre.