Fünf Minuten mit ... Christophe Bruneau, Geschäftsführer von EPI Europrop International GmbH

Luft- und Raumfahrt ist eine boomende Branche. Das sieht man zum Beispiel an der Messe AIRTEC, die weiter auf Wachstum gerichtet ist. Die Luft- und Raumfahrt Zulieferermesse wird im Oktober bereits zum 11. Mal in München stattfinden. Daher sprachen wir diesen Monat mit einem Experten der Aerotech-Branche: Christophe Bruneau von EPI Europrop International GmbH. Er leitet seit dem 01. September das multinationale Joint Venture aus MTU Aero Engines, Safran Aircraft Engines, Rolls-Royce und Industria de Turbo Propulsores (ITP), das das TP400 Triebwerk für Airbus Defence & Space herstellt. Christophe Bruneau ist zudem ein interessanter Gesprächspartner, wenn es um deutsch-französische Beziehungen geht. Er ist unter anderem Vorsitzender des Französischen Wirtschaftsclubs in Bayern und der bayerischen Sektion der französischen Außenhandelsräte.

Warum haben Sie sich als Spezialunternehmen des Luftfahrtsektors gerade für den Standort Bayern entschieden?

Bayern hat eine zentrale Lage in Europa und ist Heimat unseres Kunden Airbus Defence & Space. Außerdem hat Bayern eine starke industrielle Basis und ist daher ein attraktiver Standort für Absolventen und junge Mitarbeiter. In Bayern kann man darüber hinaus sehr gut Partnerschaften mit renommierten Universitäten und Forschungseinrichtungen schließen und von Finanzierungen für Forschung und Innovation profitieren.

 

Was Sind Ihrer Meinung nach Trends, die die Branche in Zukunft beschäftigen werden?

Der Raumfahrtsektor ist ein aufstrebender Sektor und auf diesen Markt möchten wir einen Mehrwert einbringen und uns entwickeln. So können zum Beispiel Technologien, die für die Luftfahrt entwickelt wurden, auch für andere Sektoren angepasst werden, wie dem Automobilsektor (autonomes Fahren, vernetztes Auto) oder dem Bahnsektor. Partnerschaften mit Universitäten, Instituten und der Industrie ermöglichen es, auf diesen neuen Bedarf schnell reagieren zu können.

 

Sie waren bis vor kurzem Geschäftsführer bei AES Aerospace Embedded Solutions GmbH. Das Unternehmen ist Gründungsmitglied des Embedded Systems Software Engineering Institute (ESSEI), dessen Hauptziel die Weiterentwicklung von Verfahren, Techniken und Werkzeugen zur Softwareprogrammierung in der Luft- und Raumfahrt ist. Außerdem gehört es bavAIRia, dem bayerischen Cluster für Luft- und Raumfahrt, an. Wie profitiert man als Unternehmen von der Mitgliedschaft in solchen Instituten und Netzwerken?

Die Mitgliedschaft an solchen Instituten und Netzwerken erlaubt es, neue Unternehmen und Geschäftsführer zu treffen, neue Kontakte zu knüpfen und regelmäßig interessante Gespräche  zu führen. Zudem erlangt man durch diese Netzwerke auch eine größere Bekanntheit. Sie ermöglichen es, Markt- und Praxiserfahrungen mit anderen Unternehmen auszutauschen und die besten davon so weit wie möglich auch im eigenen Unternehmen anzuwenden.

 

Sie leiten ein sehr internationales Team. Mit welchen Argumenten können Sie Bewerber vom Standort Bayern überzeugen bzw. was waren für Sie selbst damals die ausschlaggebenden Gründe, nach München zu kommen?

Ich denke, dass die Gründe, die mich nach München gebracht haben, auch Bewerber überzeugen. Die Lebensqualität ist sehr hoch. München ist sowohl eine dynamische und aufstrebende wie auch eine ruhige Stadt. Man kann ein Stadtleben führen, mit dem Vorteil einer grünen Stadt: das Gebirge und die vielen Seen sind in weniger als eine Stunde erreichbar und die Stadt besitzt viele grüne Flächen. Auch wenn man kein eigenes Auto hat, stehen viele Transportmöglichkeiten zur Verfügung: S-Bahn, U-Bahn, Regionalbahn, Flughafen und Radwege. Für internationale Arbeitnehmer, die mit ihren Familien nach München kommen, sind auch die zahlreichen internationalen Schulen ein Pluspunkt.

 

Sie setzen sich ehrenamtlich sehr für die bayerisch-französischen Wirtschaftsbeziehungen ein und arbeiten für ein multinationales Unternehmen. Was macht eine erfolgreiche Zusammenarbeit aus?

Ziel muss es sein, das Beste der jeweiligen Kulturen für das Unternehmen zu nutzen. In Bezug auf die deutsch-französische Zusammenarbeit wäre die perfekte Kombination eine deutsche Unternehmensstruktur mit Möglichkeiten der Arbeitnehmermitbestimmung in einer flexiblen, agilen und kreativen Umgebung „à la française“. Vereine wie der deutsch-französische Wirtschaftsclub in Bayern tragen auch dazu bei, die erfolgreiche deutsch-französische Zusammenarbeit zu entwickeln und fortzusetzen. Der Club ermöglicht den Erfahrungsaustausch in unterschiedlichen Themen und den Austausch zwischen Unternehmen und Industrien aus diversen Sektoren.

 

Sie leben ja schon seit längerem in Bayern. Wo verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten?

Im Winter verbringe ich meine Freizeit am liebsten im Gebirge beim Skifahren, im Frühling und Sommer auf den Seen zum Segeln. Und im Herbst verbringe ich sie natürlich mit meiner Familie auf dem Oktoberfest in zünftiger Tracht.

 

München ist sowohl eine dynamische und aufstrebende wie auch eine ruhige Stadt. Man kann ein Stadtleben führen, mit dem Vorteil einer grünen Stadt: das Gebirge und die vielen Seen sind in weniger als eine Stunde erreichbar und die Stadt besitzt viele grüne Flächen. Auch wenn man kein eigenes Auto hat, stehen viele Transportmöglichkeiten zur Verfügung: S-Bahn, U-Bahn, Regionalbahn, Flughafen und Radwege. Für internationale Arbeitnehmer, die mit ihren Familien nach München kommen, sind auch die zahlreichen internationalen Schulen ein Pluspunkt.


Bayerns Wirtschaft ist lebendig – dazu tragen vor allem die Menschen, die hier arbeiten und leben, bei. In unserer Rubrik „5 Minuten mit …“ stellen wir jeden Monat eine interessante Persönlichkeit aus Wirtschaft und Forschung vor.

EPI Europrop International GmbH

In Bayern seit:

2002

In Bayern vertreten mit:

Hauptsitz

Branche:

Maschinenbau

Headquarter:

München

Mehr erfahren unter:

www.europrop-int.com