Frühling in München – ganz im Zeichen der FinTech/InsurTech-Branche

Dass München ein starker Finanz- und Versicherungsplatz ist, beweisen die zahlreichen Unternehmen am Standort. Vor allem das Versicherungsgeschäft hat hier Tradition. Gleichzeitig zeigt sich die Branche aber bereit für Neues und öffnet sich den Entwicklungen, mit denen junge FinTech- und InsurTech-Start-ups auf den Markt drängen. Nicht umsonst hat der Bund erst kürzlich beschlossen, München zum Digital Hub für das Thema InsurTech zu ernennen – sodass Bayern gemeinsam mit dem Mobility und dem E-Health Hub nun bereits den dritten Schwerpunkt im Rahmen der nationalen Digital Hub Initiative setzt.

Wie offen die Branche ist, beweisen gleich zwei Veranstaltungen, mit denen die Münchener Finanzdienstleistungsbranche im Frühling internationale Finanzakteure in den Freistaat lockt. Das FinTech/InsurTech Meetup – zum zweiten Mal mit politischer Prominenz - will einen regelmäßigen Austausch in der Hauptstadt etablieren, bei dem traditionelle Akteure auf Start-ups und Partner der Branche treffen. Direkt im Anschluss zeigte die internationale BlockShow Europe, dass München auch international ein ernstzunehmender Finanz- und Versicherungsstandort ist, der die Blicke der Branche auf sich zieht. Haben Start-ups das Potenzial, die Finanzdienstleistungsbranche aufzumischen? Wie stehen Verbraucher den neuen Möglichkeiten der Technologie gegenüber? Welche Verantwortungen erwachsen aus den neuen Möglichkeiten? Und wie gehen die etablierten Akteure der Finanz- und Versicherungsbranche mit den neuen Akteuren um? Das waren nur einige der Themen, die auf den beiden Veranstaltungen diskutiert wurden.

Künstliche Intelligenz beim FinTech/InsurTech Meetup


Unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Wirtschaftsministeriums sowie der Stadt München und gemeinsam mit den Partnern Allianz, HypoVereinsbank, MunichRe, treefin, Wayra und WERK1 treffen bereits seit letztem Jahr unterschiedliche Akteure der Finanz- und Versicherungsbranche aufeinander. Gemeinsam diskutieren sie Trends, Herausforderungen und Kooperationsmöglichkeiten beim Banking und Versicherungsgeschäft von morgen. Das Hauptthema des Treffens im März lautete „Künstliche Intelligenz: Eine Chance für die bayerische FinTech & InsurTech Branche?“.

In ihrer Keynote gab Ministerin Aigner einen Ausblick auf die Zukunft der Branche und die Anstrengungen, die der Freistaat Bayern unternimmt, um den FinTech/InsurTech-Standort München weiterhin zu stärken. Die Haupterkenntnis: FinTechs/InsurTechs haben in Verbindung mit der Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) das Potenzial, am Kerngeschäft der Finanz- und Versicherungsbranche zu rütteln. Genau aus diesem Grund wird KI auch zu einem Schwerpunkt in der Weiterentwicklung der Strategie Bayern.Digital. Nach drei Pitches, in denen Daniel Pumpe vom Max-Planck-Institut für Astrophysik, Fabian Beringer und Xaver Lehmann vom Chatbot-Entwickler Ebot7 und Dr. Rene Fassbender vom Datenanalysten OmegaLambdaTec ihre Ideen und Entwicklungen präsentierten, wurde das Thema in einer Paneldiskussion weiter vertieft. In dieser widmeten sich die Teilnehmer zahlreichen Fragen in Bezug auf Künstliche Intelligenz – von der Akzeptanz der Verbraucher bis hin zum Einfluss auf den Arbeitsplatz der Zukunft.

Fokus Blockchain bei der BlockShow Europe

Bereits eine Woche später stellte München erneut unter Beweis, welche wichtige Rolle der Freistaat in der internationalen Finanzbranche einnimmt. Am 06. April wurde die Alte Kongresshalle zum Schauplatz der BlockShow Europe 2017. Die Wahl zum Standort für Europas größte Blockchain-Konferenz kommt nicht von ungefähr, schließlich beweisen die Zahlen, wie wichtig der Finanzplatz München weltweit ist.

Das Konzept Blockchain trägt maßgeblich zum disruptiven Charakter der gesamten FinTech-Branche bei. Tiefere Einblicke in Bitcoin und Co. sind daher für alle Akteure von enormen Interesse – einer der Gründe, warum die BlockShow Europe zum Magneten für das Fachpublikum wird. Implementierung, Fragen zum Thema Sicherheit, Einblicke in Banken und Unternehmen und nicht zuletzt Erfolgsbeispiele bildeten zusammen das inhaltliche Rahmenprogramm. Mehr als 500 Teilnehmer, 26 Aussteller und 26 internationale Sprecher kamen zum gemeinsamen Austausch zusammen. Der Einschätzung des in London lehrenden Fintech-Forschers Paolo Tasca nach ist es keine Frage, ob Blockchain die Welt verändern wird. Es geht lediglich um das „Wie“, denn auf dem Weg in die Blockchain-Zukunft gilt es noch, die ein oder andere Herausforderung zu überwinden.

Das Potenzial für mehr scheint vorhanden, denn die Prognosen für die Blockchain-Technologie sind vielversprechend. Und vielerlei Gründe sorgen dafür, dass sich junge Gründer für München als Unternehmensstandort entscheiden – nicht zuletzt dürfte die Nähe zu Global Players und etablierten Akteuren der Finanz- und Versicherungsbranche dazu beitragen, dass hier auch künftig Stakeholder zum beiderseitigen Vorteil miteinander vernetzt werden und die Innovationen der Branche weiter voranbringen.