Feldherr im Freistaat - Die Bayerische Landesausstellung in Ingolstadt steht im Zeichen Napoleons

Zwischen April und Oktober 2015 präsentiert das Ingolstädter Militärmuseum nicht nur bayerische, sondern europäische Geschichte hautnah: Thema der diesjährigen Bayerischen Landesausstellung ist Napoleons Einfluss auf den Freistaat.

Reformer, Machtmensch, Feldherr, Kriegstreiber – noch heute ist Napoleon eine der wichtigsten und umstrittensten Figuren der europäischen Geschichte. Das 200. Jubiläum seiner Niederlage bei der Schlacht von Waterloo nimmt das Land Bayern zum Anlass, den Einfluss des französischen Kaisers auf den Freistaat unter die Lupe zu nehmen. Das Ingolstädter Militärmuseum hat dazu eine Fülle faszinierender Ausstellungsstücke zusammengetragen. 

Die Bayerische Landesausstellung gastiert seit 1983 jedes Jahr an einem anderen Ort im Freistaat und greift dabei jeweils einen eigenen Aspekt auf. In diesem Jahr zieht die Ausstellung ins Militärmuseum Ingolstadt. Napoleon und Ingolstadt? Die Stadt an der Donau kennt man heute als bedeutendes Wirtschaftszentrum für Automobil- und Maschinenbau. Kenner wissen zudem, dass hier 1516 das deutsche Reinheitsgebot für Bier erlassen wurde. 

Tatsächlich hat Ingolstadt aber vor allem eine militärhistorische Bedeutung für Bayern, die das ausschlaggebende Kriterium für die Landesausstellung war: Seit der Renaissance hielt die bayerische Landesfestung rund um Ingolstadt Feinde fern. Napoleon war es dann, der die Zerstörung der Landesfestung befahl, bis sie unter König Ludwig I. wieder aufgebaut und zur wichtigsten Festung des Landes wurde. Die heute gut erhaltenen Überreste sind in der ganzen Stadt verteilt und machen Deutschlands jüngste Großstadt zu einem einzigen Freilichtmuseum. Im Neuen Schloss, wo Napoleon selbst einst übernachtete, als er mit der französischen Revolutionsarmee in die Stadt zog, ist heute das Militärmuseum untergebracht.

 

Schicksal und Chance – Napoleons Einfluss auf Bayern

Das Museum zeigt anlässlich der Ausstellung eine Fülle von Originalen und lässt durch interaktive Elemente die nachrevolutionäre Zeit Napoleons auferstehen. Aufgeteilt in zehn Kapitel, beschreibt die Ausstellung die kurze Epoche zwischen dem Aufstieg Napoleons und dem Wiener Kongress. Mehr als 300 Exponate können dazu im Museum besichtigt werden. Unter ihnen erzählen manchmal die Unscheinbaren die anschaulichsten Geschichten. Zum Beispiel die einfachen Loskugeln: Damals entschied das Los, wer von den tauglichen Männern zur Armee eingezogen wurde und damit den acht Jahre dauernden Wehrdienst antreten musste.

Einige Gemälde zeigen beeindruckende Beispiele napoleonischer Propaganda. So zum Beispiel das Gemälde von Nicolas-Antoine Taunay, das die Ankunft Napoleons in München im Jahr 1805 sehr viel prachtvoller darstellt als diese in Wirklichkeit war. Neben zeitgenössischen Waffen, Gebrauchs- und Kulturgegenständen ist als besonderes Schmankerl auch das „Markenzeichen“ des Feldherrn zu sehen: Ein Zweispitz, den Napoleon bei seinem Russlandfeldzug getragen hat. Geschichtsinteressierten Besuchern bietet Bayern im Jahr 2015 also mit seiner Ausstellung ein opulentes Programm. Überzeugen Sie sich ab 30. April 2015 selbst!