Ein weiterer Plus-Punkt für Bayern - Private Nachhilfeschule aus Japan in München eröffnet

Wir freuen uns sehr, dass die japanische private Nachhilfeschule Kyoshin Deutschland GmbH nun auch in München in der Nähe des Sendliger Tores ihre Tore geöffnet hat. Da es seit der Eröffnung der ersten Kyoshin Nachhilfeschule in Düsseldorf fast 30 Jahre gebraucht hat, kann die Überlegung für die Standortwahl München nur auf das gründlichste durchdacht worden sein.

Das japanische Schulsystem

Zunächst zu den Fakten, um besser zu verstehen, warum die Ansiedlung einer japanischen Nachhilfeschule für Invest in Bavaria wichtig ist:

Das Japanische Schulsystem beginnt ähnlich wie das amerikanische mit sechs Jahren Grundschule, dann folgen drei Jahren Mittelschule, drei Jahre Oberschule und vier Jahre Universität. Anstelle einer  Abschlussprüfung muss gewöhnlich bei jedem Wechsel in die höhere Schule eine Aufnahmeprüfung bestanden werden – dabei gilt die Faustregel: Je besser der Ruf der Schule, desto schwerer die Prüfung. Schließlich ist es in Japan nicht entscheidend, was man überhaupt studiert hat, sondern an welcher Universität man die Aufnahmeprüfung  bestanden hat. Schüler, die sich hier qualifizieren, haben in der Regel glänzende Karrierechancen.

Um die Kinder auf die harte Aufnahmeprüfung vorzubereiten, ist deshalb die sogenannte „Paukschule“, „Juku“, inzwischen ein fester Bestandteil des japanischen Bildungssystems. Der Unterricht findet am späten Nachmittag bzw. am Abend statt. Seit es diese Art von Instituten gibt, wird in den verschiedensten Kreisen viel über pro und contra diskutiert: Ob die „Juku“ denn nicht nachhaltigen Schaden für den Körper und die Seele der Kinder verursacht, da die Kinder so wenig Freizeit haben und nur noch am Pauken sind. Gleichzeitig wird aber häufig die Diskussion mit der resignierenden Erkenntnis beendet: „Japan ist ein rohstoffarmes Land. Bildung ist die Garantie für unsere Innovation und Wohlstand“.

Inzwischen soll es ca. 5 Millionen Jukus in Japan geben. Eine davon ist die Japanische Kyoshin Co., Ltd.. Sie wurde 1975 in Kyoto gegründet, um einerseits die Kinder auf die strengen Aufnahmeprüfungen des nächsthöheren Schultyps vorzubereiten sowie den normalen Unterricht in der Schule zu begleiten und andererseits den Kindern und deren Eltern einen sozialen Treffpunkt anzubieten, um sich gegenseitig zu unterstützen und den Rücken zu stärken. Im Ausland ist Kyoshin in den USA, China und in Deutschland in Düsseldorf und München vertreten.

Die japanischen Expats, die mit ihren Familien nach Bayern nur für eine begrenzte Zeit kommen, sehen sich also genau vor demselben oder sogar vor einem noch schwierigeren Problem: Wie können sie ihre Kinder trotz Auslandaufenthalt im japanischen Schulsystem fördern?

Japanische (Aus)Bildung in Bayern

Nun gibt es zwar in München verschiedene Alternativen. So gibt es zum einen die Japanische Internationale Schule e.V., die bis zur neunten Klasse geht, die japanische Samstagsergänzungsschule und dann noch weitere internationale Schulen oder auch die deutschen Schulen vor Ort.

Wenn die Kinder aber nach drei bis fünf Jahren wieder nach Japan zurückkehren, müssen sie wieder in das japanische Schulsystem integriert werden. Daher ist es einerseits eine Bereicherung und Horizonterweiterung für die Kinder, wenn sie für einige Jahre im Ausland leben. Aber angesichts der bevorstehenden „Aufnahmeprüfungs-Hölle“ an den Universitäten ist die Sorge in Bezug auf die Bildung ihres Nachwuchses sehr groß, so dass manche Expat-Familien erst gar nicht mit ins Ausland kommen. So werden Familien getrennt, was sicher eine große Belastung für alle ist.

Vor diesem Hintergrund wurde in den letzten Jahren die Kyoshin in Düsseldorf immer wieder durch besorgte Expat-Familien in München gefragt, wann sie denn endlich auch hier eine Nachhilfeschule eröffnen. Und so entschloss sich Kyoshin nach sorgfältiger Bedarfsermittlung schließlich dazu, in München die zweite Schule in Deutschland zu gründen.

Im April 2015 wurde die erste Standortbereisung mit einem Vorstandsmitglied der Kyoshin Co., Ltd. durchgeführt.

Im November 2016 war es so weit. Kyoshin konnte alle Hürden überwinden und nun können die Kinder sich in der Juku Kyoshin lernen und sich treffen. Für unsere japanischen Expats bedeutet das sicher eine große Erleichterung. Denn die Schule soll nicht nur lehren, sondern auch eine Art Oase oder sozialer Treffpunkt für Expat-Familien sein, um den gegenseitigen Austausch zu fördern.

Wir freuen uns sehr für den weiteren Pluspunkt bei der Standortwahl für Bayern für japanische Ansiedlungskandidaten nach Europa!