Digitale Gesundheit – eHealth in Bayern

Die Digitalisierung treibt nicht nur die Entwicklungen in der ITK-Branche voran, sondern birgt auch für andere Industriezweige das Potenzial neuer Entwicklungen.

So zum Beispiel in der Gesundheitsbranche. Grund genug für das Zentrum Digitalisierung.Bayern, seine Aktivitäten rund um den Bereich eHealth weiter auszubauen. Dazu gehört unter anderem der Aufbau einer neuen Themenplattform „Digitale Gesundheit/Medizin“, die im April gestartet ist.

Wissenschaft und Wirtschaft vernetzen

Das Zentrum Digitalisierung.Bayern verfolgt mit seinen Aktivitäten das Ziel, Wirtschaft und Wissenschaft zum beiderseitigen Vorteil noch stärker als bisher schon zu vernetzen und die Innovationskraft der Akteure zu stärken – und das nun auch im besonderen Maße in der Gesundheitsbranche. Dafür werden im Rahmen der Themenplattform vier zusätzliche Professuren an bayerischen Universitäten und Hochschulen in Augsburg, Erlangen/Nürnberg, München und Amberg-Weiden geschaffen, die das bereits vorhandene Know-how und die gesammelte Erfahrung zusätzlich stärken sollen. Denn: Den universitären Forschungseinrichtungen kommt bei der Entwicklung zur Medizin 4.0 eine zentrale Rolle zu.
Damit wird die neue Themenplattform wie auch die bereits bestehenden zum Bindeglied zwischen Hochschul-, außeruniversitärer und industrieller Forschung und Entwicklung. Das ZD.B will dabei vor allem branchenspezifische Digitalisierungsthemen identifizieren, anhand derer sich Referenzen und Leitlinien formulieren lassen. Zur gewinnbringenden Zusammenarbeit will das ZD.B alle vorhandenen Kompetenzen aus Wirtschaft und Wissenschaft zielgerichtet vernetzen und die Ergebnisse über die gemeinsame Plattform kommunizieren.

Gesunde Branche

Das ZD.B unterstützt damit eine bereits starke Branche: Unternehmen im Gesundheitssektor können in Bayern einerseits auf einen großen Kundenstamm bauen – 400 Krankenhäuser, 285 Vorsorge- und Reha-Einrichtungen sowie 47 Heilbäder und Kurorte schaffen ein großes Potenzial zur Anwendung der neu entwickelten Technologien. Darüber hinaus ist Bayern stark im Export: 70 Prozent der medizinischen Produkte werden in zahlreiche Länder ausgeführt. Und mit der Digitalisierung wächst die Branche weiter. So sind bayerische Unternehmen beispielsweise im Bereich Telemedizin bereits hervorragend aufgestellt. Alle Produkte und Dienstleistungen der Versorgungskette von der Prävention über Diagnostik und Therapie bis hin zur Pflege profitieren von den Möglichkeiten. Dass diese in der Praxis umgesetzt werden können, dafür sorgen nicht nur die Forschung und das ZD.B, sondern auch andere Branchen, die auf den ersten Blick nichts mit dem Gesundheitssektor zu tun haben. Neben der IuK-Technik sind es auch die Mechatronik sowie der Photonik- und Optik-Bereich, die neue Entwicklungen weiter befeuern.

Ohne eine fundierte Vernetzung allerdings laufen all diese Forschungen Gefahr, ihre Synergie-Effekte nicht ausreichend nutzen zu können. Aus diesem Grund können Investoren, Start-ups und bestehende Unternehmen in Bayern auf ein breites Netz verschiedener Aktivitäten zur Bündelung und Verknüpfung all dieser Ergebnisse bauen. So beispielsweise das Medical Valley Erlangen mit circa 180 forschenden Unternehmen oder das Forum MedTech Pharma e.V., eines der größten Netzwerke der Gesundheitsbranche in Deutschland und Europa. Mit ihren Aktivitäten unterstützen die Netzwerke bestehende und neue Akteure in der Medizintechnik dabei, ihre Innovationen zur Marktreife zu entwickeln und von bestehenden Ressourcen zu profitieren. Damit ist und bleibt der eHealth-Sektor einer der digitalen Wachstumstreiber im Freistaat.