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Die Welt zu Gast in Bayern: Französisches Savoir-vivre

Dass Frankreich und Deutschland eine lange gemeinsame Beziehung verbindet, ist gemeinhin bekannt. So natürlich auch in Bayern, wo das französische Savoir-vivre gut ankommt. Aber nicht nur für die schönen Künste oder Gaumenfreuden sind die Franzosen in Bayern beliebt, die bayerisch-französische Freundschaft floriert auch in geschäftlicher Hinsicht.

Dass die beidseitigen Beziehungen bestens funktionieren, beweisen unter anderem die rund 400 Städtepartnerschaften, die bayerische Kommunen mit Gemeinden in Frankreich verbinden – zum Beispiel München mit Bordeaux, Augsburg mit Bourges oder Erlangen mit Rennes. Darüber hinaus pflegt Bayern als Freistaat auch partnerschaftliche Beziehungen mit diversen französischen Regionen, etwa Okzitanien (früher Languedoc-Roussillon, Midi-Pyrénées) oder Provence-Alpes-Côte-D’Azur.

Französische Unternehmen in Bayern


Die Partnerschaften sind mehr als nur Lippenbekenntnisse, das zeigen die erfolgreichen Unternehmensansiedlungen französischer Firmen in Bayern, darunter beispielsweise Danone in Haar, Ochsenfurt und Rosenheim oder Airbus in Ottobrunn. Neuansiedlungen gibt es vor allem im IT- und Softwarebereich. Insgesamt haben sich etwa 500 Unternehmen aus Frankreich in Bayern niedergelassen, das entspricht einem Viertel der französischen Unternehmen in Deutschland. Andersherum pflegen mehr als 4.000 bayerische Firmen enge geschäftliche Beziehungen nach Frankreich, insgesamt lag das Handelsvolumen zwischen Frankreich und Bayern im Jahr 2016 bei gut 19 Milliarden Euro. Das bayerisch-französische Wirtschaftsdinner, organisiert vom französischen Generalkonsulat in München, den französischen Außenhandelsräten und dem deutsch-französischen Wirtschaftsclub in Bayern, hat sich inzwischen als feste Diskussionsplattform in der Wirtschaftswelt etabliert.

Die Attraktivität der Kultur und Wirtschaft des anderen ist nicht nur einseitig – mehr als 11.000 französische Staatsbürger in München und fast 30.000 in ganz Bayern beweisen, dass auch die deutsche Lebensweise offensichtlich eine hohe Anziehungskraft besitzt. Leben und Arbeiten in Deutschland – und trotzdem die französische Kultur bewahren? Zahlreiche Angebote vom Kindergarten bis hin zum Museum machen es möglich.

En français, s’il vous plaît


Die Zusammenarbeit beginnt bereits auf der schulischen Ebene und geht weit über den traditionellen Schüleraustausch hinaus: So ist das französische Lycée in München die wichtigste französische Schule in Deutschland, fünf bayerische Gymnasien bieten einen kombinierten Schulabschluss – das sogenannte ABIBAC – an. Einzigartig in seiner Form ist das Bayerisch-Französische Hochschulzentrum (BFHZ-CCUFB, Centre de Coopération Universitaire Franco-Bavarois), das als regionale Schnittstelle die Zusammenarbeit in Hochschule und Forschung intensivieren soll. Wer schon ganz früh mit dem internationalen Austausch mit unseren französischen Nachbarn beginnen möchte, hat die Chance dazu in verschiedenen deutsch-französischen Kindergärten.

Auch das Institut français darf als Hort der französischen Kultur natürlich in Bayern nicht fehlen. Neben Sprachkursen bietet die Münchener Zweigstelle ein breites Spektrum an Angeboten zu Bildung, Kultur oder politischen Themen. Ein weiteres Kulturzentrum hat sich in Nordbayern etabliert, wo das Deutsch-Französische Institut Erlangen Frankophile und solche, die es werden wollen, zum gemeinsamen Austausch einlädt.