Boom der Tech-Konzerne in München: Auch der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Die Tech-Szene in Bayern bekommt prominenten Zuwachs: Apple hat soeben verkündet, München zu seinem Europäischen Zentrum für Chip-Design ausbauen zu wollen. In den kommenden drei Jahren möchte der Tech-Vorreiter über eine Milliarde Euro in Deutschland investieren, den größten Teil davon in Bayern. In der Karlsstraße in der Münchener Innenstadt soll im nächsten Jahr ein 30.000 Quadratmeter großer Standort entstehen, der sich 5G und den drahtlosen Technologien der Zukunft widmet.

Der neue Standort wird Heimat von Apples wachsendem Cellular-Team und Europas größter Entwicklungsstandort für mobile drahtlose Halbleiter und Software sein. Wie alle Apple Büros weltweit, wird das Europäisches Zentrum für Chip-Design komplett mit 100 Prozent erneuerbarer Energie betrieben.

Apple plant Europäisches Zentrum für Chip-Design in München und baut Ingenieurteams aus

Bereits heute ist München Apples größtes Entwicklungszentrum in Europa. Nach Angaben des Unternehmens arbeiten knapp 1500 Ingenieurinnen und Ingenieure aus 40 Ländern in den Bereichen Power Management Design, Anwendungsprozessoren, drahtlose Technologien und an anderen wichtigen Themen wie der Energie-Effizienz. Mit dem geplanten Chip-Design Center sollen mehrere hundert neue Entwickler hinzukommen. Apple setzt also bei seinem Unterfangen, wichtige Halbleiter selbst zu entwickeln und mehr und mehr eigene Chips in seine Geräte einzubauen, auf deutsche Ingenieurskunst.

Wichtige Zulieferer hatte Apple bereits in der Vergangenheit in der Region gefunden, wie beispielsweise den Chiphersteller Infineon oder das eigentümergeführte Chemieunternehmen DELO, das seinen Sitz eine Stunde von München entfernt hat.

Ein weiterer Pluspunkt für die bayerische Metropole dürfte die Nähe zur Industrie sein. Denn der neue Mobilfunkstandard 5G kommt vor allem in der vernetzten Produktion oder beim autonomen Fahren zur Anwendung. Mit starken Industrieplayern wie beispielsweise BMW oder Audi ergeben sich für Digitalunternehmen interessante Anknüpfungspunkte. Auch IBM-Watson, Google oder Microsoft hatten in den vergangenen Jahren massiv in Bayern investiert.

Apple-CEO James Cook meinte in einem Kommentar, er könnte nicht gespannter sein auf das, was die Ingenieurteams in München noch alles entdecken werden. Wir schließen uns dem an und freuen uns über den großen Schritt, den Apple in Bayern vorwärtsgehen möchte!