Bayerns Regionen unter der Lupe: Schwaben

Bayerns Regionen prägen die Wirtschaft des Bundeslandes. Und weil keine der anderen gleicht, nehmen wir sie genauer unter die Lupe – von Oberfranken bis nach Schwaben: Was macht die bayerische Wirtschaft besonders? Wir finden es heraus. In diesem Teil unserer Serie werfen wir einen Blick auf Schwaben, ein Regierungsbezirk, der gerade in Sachen 3D-Druck und Additiver Fertigung seit Jahren großes Potenzial beweist.

Dass Schwaben eine boomende Region ist, belegen die neuesten Zahlen zur Arbeitslosigkeit, die in Bayern ihresgleichen suchen. Mit einer Quote von nur 2,9 Prozent ist Schwaben bayernweit führend. Der Wirtschaftsstandort wächst – und zieht Arbeitnehmer aus aller Welt in die Region. So verwundert es nicht, dass angesichts anhaltend hoher Lebensqualität und guter wirtschaftlicher Prognosen auch die Aussichten hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung im florierenden Schwaben positiv sind: Bis 2037 soll die Zahl um rund 4,1 Prozent auf etwa 2 Millionen Menschen steigen.

Doch nicht nur in Sachen klassischer Industrie beweist Schwaben großes Potenzial. Auch die Digitalisierung hält gerade in den letzten Jahren vermehrt Einzug. In welche Richtung es geht, zeigten beispielsweise große im Regierungsbezirk Schwaben ansässige Unternehmen wie MAN und KUKA gerade erst auf der Augsburger AI Convention 2019. Diesen Trend stützen Innovationstreiber wie AGCO oder Premium Aerotec, die ebenfalls ihre Wurzeln in Schwaben haben. Doch auch in den vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region schlummert viel ungenutztes Potenzial, das durch gezielte Initiativen gefördert wird. Zu nennen ist hier beispielsweise die Digitalisierungsinitiative Bodensee. Dank dieser Katalysatoren gelangen vermehrt Zukunftsthemen wie die Entwicklung von Flugtaxis auf die allgemeine Agenda. Da hilft es, dass die Anbindung Schwabens zu anderen Innovationsstandorten in der Welt ideal ist: Mit dem Flughafen Memmingen, dem Bahnhof und dem Güterverkehrszentrum Augsburg sowie dem Hafen in Lindau ist die Region auf allen Verkehrswegen gut vernetzt.

 

Schwaben – ein Mekka für Gründer und Start-ups


Es verwundert also nicht, dass sich Schwaben gerade in den letzten Jahren zu einem Magneten für Gründer und Start-ups entwickelt hat: So wartet der Regierungsbezirk mit zahlreichen Gründerzentren für Innovationsbranchen auf.

aiti-Park (Augsburg, Kommunikations-/Informationstechnologie)
Der aiti-Park bezeichnet sich selbst als Nukleus der digitalen Wirtschaft in der Region. Er bietet vielfältige Hilfen für Technologie-Unternehmen in der Vorgründungs-, Gründungs- und Wachstumsphase sowie die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Start-ups.

DZ.S Schwaben (Augsburg/Kempten, Technologie)
Das Digitale Gründerzentrum verfügt über zahlreiche schlagkräftige Partner und Förderer in der Region – unter anderem die Städte Augsburg und Kempten. Ziel ist es, branchenübergreifend Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gründer zusammenzubringen.

INNOVA Allgäu Hightech-Park (Kaufbeuren, Technologie)
Im Hightech-Park bei Kaufbeuren versammeln sich Innovationen aus vielen verschiedenen Technologiefeldern. Sie können die Infrastruktur vor Ort nutzen und für ihre Firmen – entsprechend ihres Platzbedarfs – erste Büroflächen anmieten.

Technologie Centrum Westbayern (Nördlingen, Technologie)
Im Technologie Centrum Westbayern finden junge Unternehmen und Firmengründer die ideale Infrastruktur zur Umsetzung ihrer Ideen. Das Zentrum schafft ein kreatives Umfeld für den Aufbau und die Entwicklung innovativer Technologie-Start-ups.

UTG Umwelttechnologisches Gründerzentrum (Augsburg)
Das UTG fördert Firmen mit innovativen Konzepten für die Verbindung von Umwelt und Technologie. Zielgruppe des Zentrums sind all jene, die Unternehmen gründen und erfolgreich weiter entwickeln wollen. Vor Ort kann man Büros, Werkstätten und laborgeeignete Flächen anmieten und von den Synergien des Standortes profitieren.

Hinzu kommen zahlreiche Cluster und Innovationsstandorte, die sich an mehr oder weniger spezielle Zielgruppen richten. Hervorzuheben ist zum Beispiel der Innovationspark Augsburg. Er vernetzt aufstrebende, innovative Firmen, die an Lösungen im Bereich der Ressourceneffizienz arbeiten, mit Unternehmen und Universitäten – und ist, wie das oben genannte Gründerzentrum DZ.S Schwaben, Teil eines zielgerichteten Förderprogramms für Start-ups. Ein ähnliches Ziel wie der Innovationspark verfolgt auch die Transfereinrichtungen Augsburg – kurz: TEA –, die Experten und Unternehmen aus der Region zusammenbringen. Augsburg ist, auch dank solcher Initiativen, zu einem Cluster für neuartige Materialien, Mechatronik, Automation und Industrie 4.0 herangewachsen. Wegweisend ist beispielsweise das von KUKA vorangetriebene CosiMo-Projekt. Hinzu kommt die Entwicklung Augsburgs zu einem Cluster für additive Fertigung und 3D-Druck. Durch Unternehmen wie ExOne oder EvoBus sowie die auf additive Fertigung spezialisierte Messe EAM Augsburg finden Gründer hier zahlreiche vielversprechende Anknüpfungspunkte für ihre Ideen.

Wie gut das Klima im Regierungsbezirk Schwaben für Start-ups ist, zeigen erfolgreiche Beispiele wie etwa Voxeljet. Das Unternehmen ist mittlerweile einer der weltweit führenden Anbieter von 3D-Drucksystemen für den industriellen Einsatz. Eine ähnliche Geschichte hat Gastfreund vorzuweisen, eine digitale Plattform für die Gästekommunikation. 2013 mit Hauptsitz in Kempten gegründet, beschäftigt Gastfreund heute 93 Mitarbeiter. Ebenfalls zu nennen ist die Erfolgsstory von Icaros. Das Münchner Start-up sorgt mit seinen futuristischen Fitnessgeräten für Furore: mithilfe einer VR-Brille und neuester Sensortechnik wird das Muskeltraining zum virtuellen Erlebnis. Eines seiner Modelle lässt Icaros komplett im Allgäu fertigen.
 

Universitäten arbeiten an der digitalen Zukunft Schwabens


Ein Baustein dieses nachhaltigen Erfolgs: die Hochschullandschaft im Regierungsbezirk Schwaben. Besonders stark ist sie im Bereich der angewandten Wissenschaften – mit den Standorten Kempten, Augsburg und Neu-Ulm. Hinzu kommt die Universität Augsburg, die regelmäßig im oberen Drittel der deutschlandweiten Universitäts-Rankings landet und beispielsweise mit seinem Institut für Materials Ressource Management weltweit Talente anzieht. Zu nennen sind zudem spezialisierte Angebote, die Schwaben zu einem ganz besonderen Anlaufpunkt machen: hervorzuheben sind das Fraunhofer IGVC-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik sowie das Leichtbau-Forschungszentrum, das ebenfalls von der Fraunhofer-Gesellschaft gefördert wird.

Dass Schwaben für viele Spezialisten aus aller Welt so attraktiv ist, liegt – neben den breit gestreuten beruflichen Chancen – aber auch an der hohen Lebensqualität im Regierungsbezirk. Das Unterallgäu landete in einer Studie des FOCUS beispielsweise auf Platz vier der lebenswertesten Landkreise in ganz Deutschland, der Landkreis Dillingen auf Platz 14 von 402. Dazu glänzt Schwaben mit wunderbaren Reisezielen wie dem weltberühmten Schloss Neuschwanstein und den Allgäuer Alpen, die tolle Möglichkeiten für Ski-, Wander- und Bike-Touren bieten – weit über 10  Millionen Touristen genießen ihre Freizeit jährlich in der wunderschönen schwäbischen Landschaft.


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