Bayerns Regionen unter der Lupe: Oberbayern

Bayerns Regionen prägen die Wirtschaft des Bundeslandes. Und weil keine der anderen gleicht, nehmen wir sie genauer unter die Lupe – von Oberfranken bis nach Schwaben: Was macht die bayerische Wirtschaft besonders? Wir finden es heraus. In diesem Teil unserer Serie werfen wir einen Blick auf Oberbayern, eine der wirtschaftsstärksten Regionen in Europa.

Anfang 2018 veröffentlichte die Europäische Union ein Ranking jener Regionen in Europa mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt. Oberbayern landete dabei auf einem beachtlichen achten Platz – lediglich starker Konkurrenz wie etwa dem Finanzzentrum London oder ganzen Kleinstaaten wie Luxemburg musste man sich geschlagen geben.

Dass der Glaube an die Zukunft des Standortes so hoch ist, liegt einerseits an der hervorragenden Infrastruktur und andererseits an seiner wirtschaftlichen Stärke: Mit Ingolstadt, Hauptsitz des Autobauers Audi, verfügt der Regierungsbezirk über jene Stadt in Deutschland mit dem höchsten BIP pro Arbeitnehmer – München findet sich in diesem Ranking in den deutschen Top10 wieder.

Global agierende Konzerne treffen auf mittelständische Unternehmen und digitale Start-ups


Einen großen Teil tragen dazu Global Player wie Audi, BMW, Allianz, Wacker oder Munich RE bei, die allesamt ihre Hauptsitze in Oberbayern haben. Sie sorgen dafür, dass die zukunftsträchtige Digitalbranche in diesem Regierungsbezirk boomt, weil sie anschlussfähig sind für digitale Services, die dabei helfen, alte Industrien ins neue Zeitalter zu überführen. Doch das ist nicht alles: Zu den aus Bayern stammenden Firmen kommen zahlreiche internationale Großkonzerne mit einem Schwerpunkt im Digitalen, die ihre Dependancen in Oberbayern eröffnen – etwa Microsoft, Google oder Amazon. Aber nicht nur die großen, globalen Player sind relevant für die positive Entwicklung des Standortes Oberbayern. Auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen tragen ihren Teil dazu bei. Ihr Engagement reicht von wegweisenden Cross-Industry Innovationen bis hin zu Synergieeffekten insbesondere im B2B-Bereich. Zu nennen sind hier beispielsweise Unternehmen wie die Brückner Group, Dr. Johannes Heidenhain, HEINE Optotechnik, Neaspec, Trebbin oder die Kessel AG. Sie alle gemeinsam bereiten einen fruchtbaren Boden für neue Ideen.

Diese werden in Oberbayern bereits nachhaltig genutzt, wie die florierende und inhaltlich vielfältige Start-up-Szene des Regierungsbezirks belegt. So haben sich in den letzten Jahren neue Unternehmen wie Arculus (Industrie 4.0), Freeletics (FitTech), Konux (IoT), ProGlove (Smart Wearables), Scalable Capital (FinTech), Serva Transport Systems (Mobility) und 8Sense (eHealth) in Oberbayern angesiedelt oder wurden hier gegründet. Sie sind beste Beispiele dafür, wie umfangreich und zielgerichtet Start-ups hier gefördert und aufgebaut werden. Unter anderem auch mithilfe zahlreicher Gründerzentren unterschiedlicher Provenienz.

Digitale Gründerzentren:

 

  • BRIK (Ingolstadt, branchenübergreifend)
    Das BRIK in Ingolstadt beschreibt sich als Anlaufstelle, Treffpunkt und neue Heimat für Entrepreneure und Kreative, digitale Nomaden und Startups.
  • Stellwerk18 (Rosenheim, branchenübergreifend)
    Das Stellwerk18 ist ein digitales Gründerzentrum, das die regionale Wirtschaft im Hinblick auf die Erfordernisse der Digitalisierung unterstützt.
  • Werk1 (München, branchenübergreifend)
    Das Werk1 ist ein Gründerzentrum in München, das mit zahlreichen Angeboten den Aufbau von Start-ups unterstützt – besondere Unterstützung gibt es für InsurTech-Gründer.


Die digitalen Gründerzentren werden durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert und verfügen über gute Kontakte zu Politik und Firmen in der Region.

Weitere Gründerzentren:

 

  • IZB (Martinsried/Freising, BioTech)
    Die Fördergesellschaft IZB mbH ist ein Innovations- und Gründerzentrum im Bereich Biotechnologie. Es gehört zu den Top10-Biotechnologiezentren der Welt.
  • InsurTech Hub Munich (München, InsurTech)
    Das InsurTech Hub Munich ist die Plattform, auf der sich Groß- und Kleinunternehmer aus verschiedenen Bereichen treffen und zusammen an Lösungen für die Zukunft der Versicherungsbranche arbeiten können.
  • ESA BIC Bavaria (Gilching, Luft- und Raumfahrt)
    Das ESA Business Incubation Centre wendet sich an Start-ups im Luft- und Raumfahrtsektor, die den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen möchten.
  • GATE (Garching, branchenübergreifend)
    Das GATE bietet derzeit über 50 Start-ups Platz für ihre Ideen. Neben zahlreichen Zusatzleistungen begleitet ein Gründercoach die jungen Unternehmen in der Startphase.

 

Cluster:

 

  • BioM (Planegg, BioTech)
    BioM ist die Netzwerkorganisation der Biotechnologiebranche in Bayern. Sie agiert im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, wurde kürzlich von der Bundesregierung ausgezeichnet und verfolgt diverse Gründungsprojekte im BioTech- und Pharma-Bereich.
  • Digital Hub (München, Mobility/InsurTech)
    In den Münchner Digital Hubs treiben internationale Unternehmen und Gründer aus der Automobil- und Versicherungsbranche gemeinsam die digitale Transformation von Produkten und Dienstleistungen weiter voran. Die Digital Hubs sind eine Initiative der Bundesregierung – deutschlandweit gibt es 12 Hubs mit verschiedenen Branchenschwerpunkten.

 

Neben den Gründerzentren und Clusterinitiativen sorgt die international geprägte Start-up-Community in Oberbayern für den regen Austausch zwischen Gründern, Investoren und bereits etablierten Unternehmen. Unzählige Workshops, Meet-Ups und Events wie zum Beispiel die Bits & Pretzels oder der von Burda Media initiierte FitTEch Summit schaffen ein optimales Umfeld für innovative Start-ups.  

Magnet für Start-ups weit über die Grenzen Oberbayerns hinaus: Die jährlich in München stattfindende Bits & Pretzels

Hochschulen und universitäre Forschungszentren:


Auch im Bereich der Ausbildung junger Talente bietet Oberbayern eine Vielzahl an Institutionen. Neben den zwei Eliteuniversitäten, der TU München und der Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU), werden an folgenden Hochschulen die Fachkräfte von morgen ausgebildet:


Und auch abseits der Universitäten wird in Bayern vielerorts geforscht: beispielsweise im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen – mit 13 wissenschaftlichen Einrichtungen und rund 1800 Mitarbeitern eines der größten Forschungszentrum in Deutschland. Ebenso erwähnenswert sind die vielfältigen Möglichkeiten, die das Fraunhofer Institut sowie die Max-Planck-Gesellschaft mit ihren Hauptsitzen in München sowie diversen Instituten in und um die Landeshauptstadt bieten.

Sie wollen mehr über Bayern und seine regionalen Besonderheiten erfahren? Unter dem Schlagwort Regionen stellen wir Ihnen weitere Regierungsbezirke vor.