Bayerische Geschichte: Salz – das weiße Gold

Salz ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken – egal ob zum Frühstück, Mittag- oder Abendessen, das Gewürz darf nicht fehlen. Da ist es kaum vorstellbar, dass Salz vor nur einigen hundert Jahren wertvoller als Gold war. Einst ein Zeichen für Reichtum und Macht, ist es heute ein Massenprodukt zum Schnäppchenpreis.

Heutzutage wird Salz vor allem dazu verwendet, um Lebensmittel zu würzen. Vor einigen hundert Jahren diente es hingegen hauptsächlich als Kühlschrankersatz. Die Menschen im Mittelalter nutzten Salz neben der Speisewürze vor allem zur Haltbarmachung und Konservierung von Lebensmitteln, weshalb das weiße Gold einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung hatte.

Salzhochburg München


Im 12. und 13. Jahrhundert boomte der Salzhandel in Bayern, vor allem in der Landeshauptstadt München, deren Stadtgründung zum Großteil vom Salzhandel bestimmt wurde. Und das alles andere als zufällig: 1158 ließ Herzog Heinrich der Löwe die Isarbrücke bei Oberföhring, die im Besitz des Fürstbischofs von Freising war, zerstören, um die darüber führende Salzhandelsroute auf seine eigene Brücke bei München umzuleiten. So mussten die Salzhändler bei der Überquerung seiner Brücke die Markt- & Brückenzölle nun an ihn anstatt den Bischof Otto von Freising abführen. So entwickelte sich München von einer kleinen Ansammlung zu einem relativ wohlhabenden, mittelalterlichen Dorf. München erlangte zudem das sogenannte Stapelrecht, laut dem das aus Berchtesgaden und Bad Reichenhall kommende Gewürz für einige Tage in der Stadt abgeladen und zum Verkauf angeboten werden musste, bevor es weitertransportiert werden durfte. Als Kaiser Ludwig der Bayer 1332 München ein Salzhandelsmonopol für den süddeutschen Raum gewährte, musste deswegen sogar die Stadt erweitert werden. Vom florierenden Salzgeschäft profitierte allerdings nicht nur München; im gesamten Landkreis sorgte der Salzhandel für Arbeitsplätze in Bergwerken, Bergwäldern und in den Salinen Bad Reichenhall, Berchtesgaden und Marktschellenberg.

Salzbergbau im Berchtesgadener Land


Das Berchtesgadener Land ist geprägt vom Salz, denn seit mittlerweile Jahrtausenden wird das weiße Gold sowohl aus den Bergen als auch aus der Alpensole in Bad Reichenhall gewonnen. Die Geschichte des Salzbergbaus in Berchtesgaden reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, wo 1193 die Salzgewinnung am Tuval bei Schellenberg beginnt. Rund 300 Jahre später, 1517, wurde das Salzbergwerk Berchtesgaden gegründet – in diesem Jahr begeht das Bergwerk also bereits sein 500-jähriges Jubiläum. Anlässlich der Feierlichkeiten bietet das Salzbergwerk ein abwechslungsreiches Jubiläumsprogramm, in dem das ganze Jahr über Führungen mit Spezialeffekten und Events wie Deichelbohren und Salzsieden geboten werden.

Wandern auf historischen Pfaden


Auch heute noch lassen sich die historischen Spuren des Salztransports und -abbaus auf Touren nachverfolgen. Für die Sportlichen bietet der SalzAlpenSteig einen Premium-Weitwanderweg, der sich über 18 Tagesetappen und über eine Strecke von mehr als 230 Kilometer auf die Spuren des Salzes macht – vom Chiemsee durch das Berchtesgadener Land am Königssee vorbei bis ins österreichische Salzkammergut. Etwas weniger zeitaufwendig ist die Wanderung über dem Berchtesgadener Salzberg, der an alten Stollenanlagen mit einer wunderbaren Aussicht vorbeiführt. Auch die Führung durch die Alte Saline, die sowohl ein Salzmuseums als auch einen Teil des umfangreichen Stollensystems beinhaltet, ist einen Besuch wert und bietet den Teilnehmern einen Einblick in die Welt des weißen Goldes. Wer sich also für alle Themen rund ums Salz interessiert und mehr über die Ursprünge Münchens erfahren will, ist in Bayern mit seiner reichen Geschichte und zahlreichen Attraktionen bestens versorgt.