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Bairisch für Einsteiger – So klappt’s mit der Ansiedlung

Eine Ansiedlung in Bayern stellt viele Auswärtige vor eine sprachliche Herausforderung. Selbst wer im Vorfeld Deutsch gelernt hat, wird schnell feststellen, dass die Dialekte im Freistaat der deutschen Sprache in einigen Fällen nur sehr entfernt ähneln. Damit Sie im Sprachdschungel nicht den Überblick verlieren, haben wir einige Hinweise zum Bairischen zusammengestellt, die Ihnen bei der ersten Orientierung am neuen Standort helfen. Und keine Angst: Die Bayern wissen durchaus, dass ihr Dialekt nicht der einfachste ist und stellen sich auf internationale Gäste ein.

Bairisch versus Hochdeutsch

Bairisch ist nicht gleich Bayerisch


Vielleicht wundern Sie sich über die beiden unterschiedlichen Schreibweisen. Bayerisch ist ein geografisch-politischer Begriff, der sich auf den Freistaat Bayern bezieht. Die Schreibweise "bairisch" hingegen wird in der Sprachwissenschaft für die Bezeichnung des Dialekts  verwendet. Bairisch ist deutschlandweit übrigens die beliebteste Mundart, wobei es DEN EINEN bairischen Dialekt an sich streng genommen gar nicht gibt.

Bayern ist eigentlich in drei Sprachräume gegliedert: Bairisch, Fränkisch und Schwäbisch. Insgesamt existieren aber sehr viel mehr bairische Mundarten; über  60 sogenannte Dialektlandschaften sind bekannt. Die UNESCO hat die bairische Sprache übrigens 2009 als gefährdet und damit schützenswert eingestuft.

Dialekt verstehen

Soweit die Theorie, jetzt geht es in die Praxis. Der erste Schritt für eine gelungene Konversation ist das Verstehen – wenn der Bayer erstmal so richtig loslegt, kann es für Nicht-Bayern allerdings schnell schwierig werden. Spätestens zur Wiesn-Zeit werden Zugroaste (Zugereiste) und Touristen deswegen jedes Jahr aufs Neue mit Sprachführern versorgt, die Ihnen helfen sollen, die Maß standesgemäß zu bestellen. Tipp: Achten Sie auf das kurze A, um sich nicht gleich als Auswärtiger zu outen.

Aber auch außerhalb der Wiesn-Zeit wird Bairisch gesprochen – und das gelegentlich auch auf geschäftlichem Parkett. Schon die Begrüßung und die Verabschiedung bieten im Bairischen so viele Möglichkeiten, dass Auswärtige leicht verwirrt sein können. Servus, Pfiat di oder Habidere (Habe die Ehre) – was ist richtig? Vor allem beim traditionellen Verabschieden hängt es von Kleinigkeiten ab, ob Sie sich von einer einzelnen Person (Pfiat di), einer Personengruppe (Pfiat eich) oder höflich (Pfiat erna) verabschieden möchten. Und auch das allgemein bekannte Servus ist nicht in jedem Zusammenhang angebracht, weil doch eher umgangssprachlich. Aber keine Sorge, die Bayern sind mit einem höflichen Guten Tag mehr als zufrieden. Und Grüß Gott ist nach wie vor eine traditionelle Option, mit der Sie nicht viel falsch machen können. Lassen Sie sich in jedem Fall nicht ins Bockshorn jagen, auch wenn Sie nicht auf Anhieb alles verstehen. Gegen Nachfragen ist nichts einzuwenden. Oder wie der Bayer sagt: Ois isi (Alles easy)!

Und hier gibt es noch mehr Redewendungen, mit denen Sie im Biergarten oder beim Geschäftsessen im Wirtshaus gleich einen Stein im Brett haben werden.

Nicht nur die Sprache macht übrigens die Kultur aus, sondern natürlich auch die kulinarischen Gepflogenheiten. Wenn Sie mehr über eine Ansiedlung in Bayern erfahren möchten und dazu alles über unsere Kultur, dann kontaktieren Sie uns. Wir unterstützen Sie kostenlos und unverbindlich.