Automotive in Bayern: Lange Tradition stärkt Mobilität von morgen

Die Automobilindustrie ist der umsatzstärkste Industriezweig in Bayern. Die lange Tradition der Branche im Freistaat, die starken, weltbekannten Marken und die einzigartige Forschungs- und Ausbildungslandschaft machen Bayern zu einem internationalen Top-Standort der Automotive-Branche.

Namen wie BMW, Audi oder MAN sind Aushängeschilder der bayerischen Automobilbranche, in der alleine im Freistaat 173.000 Menschen arbeiten und die 2011 mehr als 96 Milliarden Euro umsetzte. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Das dichte Netzwerk von 1.100 Zulieferbetrieben, die duale Berufsausbildung sowie die elf bayerischen Universitäten und 17 Fachhochschulen sorgen für top ausgebildeten Nachwuchs und exzellentes, automobilspezifisches Know-how. Hinzu kommen die engen Kooperationen mit Forschungseinrichtungen wie den Fraunhofer-Instituten, dem iwb Anwenderzentrum Augsburg, dem Kompetenzzentrum Neue Materialien Nordbayern oder der Forschungsstelle Automobilwirtschaft, die einen wichtigen Beitrag zur Innovationskraft der Branche leisten.


Mobilität im Wandel
Doch die Zukunft wartet nicht. Kundenerwartungen, Marktsituationen und gesellschaftliche Trends ändern sich, darauf müssen die Hersteller immer schneller reagieren. Mit Carsharing-Modellen, vernetzten und intelligenten Fahrzeugen, neuen Antriebstechnologien oder alternativen Werkstoffen arbeitet die bayerische Automobilindustrie an der individuellen Mobilität von morgen. 2011 brachte BMW beispielsweise einen Carsharing-Dienst auf den Markt. Heute ist der Automobilhersteller mit mehr als 360.000 registrierten Kunden Marktführer in diesem Segment – und zwar in ganz Deutschland. Die Einführung des ersten Serienfahrzeugs mit einer Fahrgastzelle aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und einem Elektromotor im Jahr 2013 war ebenfalls ein wegweisender Meilenstein für die bayerische Automotive-Branche, die zeigt: Elektromobilität ist kein Konzept, sondern marktreife Wirklichkeit.


Scooter für das Silicon Valley

Doch es sind beileibe nicht immer nur die Global Player, die die Trends der Branche bestimmen oder die revolutionären Innovationen, die den Erfolg von Bayerns Automobilindustrie begründen. Im Schatten der großen Namen und Marken haben sich zahlreiche Mittelständler etabliert, die in ihren Nischen ungemein erfolgreich sind. Beispiele gefällig? Das eher überschaubare Unternehmen Govecs entwickelt und produziert seit 2009 Elektroroller. Vor kurzem haben die Münchner einen echten Coup gelandet. Govecs konnte mit dem US-amerikanischen Mobilitätsanbieter Scoot aus San Francisco eine Kooperation vereinbaren. Scoot ist der weltweit größte Anbieter von stationsungebundenem E-Roller-Sharing. Das Unternehmen sitzt in San Francisco, also ganz in der Nähe des Silicon Valley. Insgesamt 150 E-Roller liefert Govecs nun an die Westküste der USA, individuell nach den Wünschen von Scoot gestaltet.
Auch in Deutschland entwickelt sich das Scooter-Sharing zum Trend. Das Start-up scoo mobility macht es möglich, lässig durch München zu kurven. Überall in der Innenstadt stehen Motorroller, die über eine App gebucht und benutzt werden können – das Ganze funktioniert ganz ohne Schlüssel. Und natürlich sind auch Elektroroller im Fuhrpark vertreten.
Internationalität wird auch im Netzwerk „BAIKA“ großgeschrieben. Hier sind Firmen und Institutionen aus dem Automotive-Bereich vertreten. Über Kongresse, Foren, Symposien oder Messen organisiert das Netzwerk den themenspezifischen Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Darüber existieren mit den Clustern „Automotive“ und „M.A.I. Carbon“ zwei weitere Netzwerke, die für eine enge Verknüpfung der Branche in Bayern sorgen.
Diese Standortvorteile und die hochqualifizierten Fachkräfte machen Bayern zu einer der beliebtesten Automobil-Regionen in ganz Europa.