Apple: Standort München wächst weiter

Nachdem die Alphabet-Tochter Google Ende vergangenen Jahres bekanntgab, 1.500 neue Mitarbeiter in der bayerischen Hauptstadt beschäftigen zu wollen, ließ Apple nicht lange auf sich warten: Zu den derzeit Beschäftigten etwa 300 Ingenieuren aus über 40 Ländern sollen bis zu 1.500 weitere Angestellte kommen. Arbeiten werden sie im Bürohaus Karl, das bis 2021 an der Karlstraße entsteht. Bis zur vollständigen Fertigstellung will der Konzern aber offensichtlich nicht warten, denn bereits jetzt sind über 60 verschiedene Stellen aus Forschung und Entwicklung ausgeschrieben.

Apple in München


Fast jeder weiß, wie ein Apple-Store von innen und außen aussieht. Doch das klare, eingängige Corporate Design bleibt den Stores vorbehalten. Weder am neuen Standort an der Karlstraße, noch am bestehenden „Bavarian Design Center“ nahe des Hauptbahnhofs werden sich große, weiße Äpfel finden. Der Fokus in diesen großen Komplexen (alleine das Bürogebäude Karl hat etwa 30.000 Quadratmeter) liegt nämlich nicht auf Repräsentation der Marke, der Lösung von Nutzerproblemen oder der Reparatur von Kunden-iPhones, sondern auf Forschung und Entwicklung. Derzeitiger Schwerpunkt ist die „power management unit“, die dafür verantwortlich ist, dass jeder Geräteteil zu jedem Zeitpunkt den Strom erhält, den er benötigt. In Zukunft werden die neuen Kräfte, die Apple durch die Vergrößerung in München bündelt, wahrscheinlich verstärkt dafür genutzt, den 5G-Standard in die Apple-Produkte zu integrieren. Derzeit (Februar 2020) gibt es nämlich noch keine 5G-fähigen Geräte von der Marke mit dem Apfel.


Apple sieht klare Standortvorteile in München


Tim Cook könnte man fast als Fan der bayerischen Hauptstadt bezeichnen. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ ) schwärmte er von den Vorteilen in München: Man könne hier ein Team beschäftigen, wie man es anderswo nicht zusammenstellen könnte, mit Talenten die man anderorts nicht finde. Damit bezog sich der Apple-CEO auf die Absolventen der beiden ortsansässigen Elite-Hochschulen Technische Universität München (TUM) und Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Auch der im internationalen Vergleich niedrige Mietpreis der bayerischen Hauptstadt ist ein Standortvorteil, den sich zahlreiche Global Player zu Nutze machen: Neben Alphabet und Apple sind hier die Deutschland-Zentralen von beispielsweise Microsoft und Amazon ansässig. Außerdem schätzen Konzerne die klaren Strukturen, die der Freistaat und Deutschland ihnen bieten; in vielen anderen Ländern sind Regelungen weniger präzise und unklare Spielregeln der Bürokratie ein unkalkulierbarer Kostenfaktor.

Innovation trifft auf Tradition: Die Bits&Pretzels Konferenz auf dem Oktoberfest

Das Oktoberfest bringt nachhaltig Bewegung nach München


Schon seit 1810 findet das größte Volksfest der Welt regelmäßig auf der Theresienwiese statt. Selbst nach über 200 Jahren ist es immer noch ein Faktor, der München als Standort zu Gute kommt. So auch im Fall Apple: Auf dem Oktoberfest 2019 war Apple-Chef Tim Cook zu Gast in München und nutzte seinen Aufenthalt, um neben dem Oktoberfest erstmals das Bavarian Design Center zu besuchen. Natürlich war auch Invest in Bavaria im Rahmen der Bits & Pretzels Oktoberfest Innovation Tour dort vertreten – gemeinsam mit mehr als 15 internationalen Start-up-Multiplikatoren. Die dreitägige Tour ist jedes Jahr geprägt von Vorträgen, Netzwerken und spannenden Einblicken in die Münchner Start-up-Welt.