Ansiedlung der HPTEX GmbH in Nordbayern – HighTech-Gewebe für die internationale Raumfahrt aus Oberfranken

Mit der Gründung der HPTEX GmbH im Landkreis Hof sollen internationale Kompetenzen der Luft- und Raumfahrt für die Herstellung eines metallischen HighTech-Gewebes, des „Mesh“, gebündelt werden. Am Standort Münchberg konzentriert sich zukünftig die Entwicklungs- und Produktionstechnik. Im Bereich Forschung und Entwicklung arbeitet HPTEX eng mit den führenden Institutionen der Region zusammen – etwa dem Fraunhofer Münchberg oder der Universität Hof.

Mesh (Quelle: HPS)

Erdbeobachtende Satelliten können bei der Analyse von Klimaveränderungen oder Wettervorhersagen genutzt werden und unterstützen bei der Telekommunikations- und Navigationstechnik. Die verwendeten Satellitenantennen besitzen einen parabolischen Reflektor, der die elektromagnetische Strahlung bündelt.


Der Durchmesser des Reflektors ist abhängig von den jeweiligen Missionsanforderungen, wie z. B. der benötigten Bildauflösung. Bei großen Reflektoren mit Durchmessern von 5 bis 20 Metern sind Gewicht und Packmaß der Antennen für einen wirtschaftlichen Transport ins All relevant. Textile Materialien mit reflektierender Oberfläche ermöglichen die Herstellung leichter, faltbarer Strukturen in nahezu beliebiger Form und Größe.

Neuer Standort zur Bündelung europäischer Kompetenzen


Die Entwicklung von faltbaren Weltraumantennen hat in Europa gerade erst begonnen. Die Herausforderungen für solche Antennen liegen u. A. in der Fertigung der hochpräzisen, hochreflektierenden Oberfläche aus ultrafeinem Metallgewirk, welches gleichzeitig eine hohe elastische Dehnung ermöglichen muss.


Weltweit werden solche Antennen derzeit nur in den USA hergestellt. Eine größere europäische Unabhängigkeit bei Weltraummissionen wird durch die Entwicklung der Technologie von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA sowie der europäischen Kommission angestrebt. Im EU-Projekt LEA (Large European Antenna) forschen mehr als 15 europäische Unternehmen und Forschungseinrichtungen an der Entwicklung der Antennenkomponenten.


Enge Zusammenarbeit mit weiteren bayerischen Akteuren


Aus Bayern ist die HPS GmbH beteiligt, ein Raumfahrtunternehmen aus München, welches als Hauptauftragnehmer agiert. Des Weiteren aus Münchberg (Landkreis Hof) die Iprotex GmbH & Co. KG, welche auf technische Textilien spezialisiert ist, und das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Textile Faserkeramiken TFK.


Der Fokus liegt auf der Entwicklung der textilen Oberfläche des Reflektors. Schlüsselkomponenten der Satellitentechnik sind die Kernanwendungen für die Erdbeobachtung und die Kommunikation. Für beides funktioniert das Mesh dabei als Resonanzkörper sowohl für den Empfang als auch für das Senden von Radar- und Kommunikationsdaten zwischen Himmel und Erde, zur Generierung von Bildern zum Klimaschutz sowie zur Vernetzung der Erdbevölkerung.

Erste Missionsziele der HPTEX GmbH sind Vorentwicklung und -qualifikation eines Mesh für „CIMR“, eines Satelliten der neuesten Flaggschiff-Flotte Copernicus der EU-Kommission zur Beobachtung und Messung klimatisch relevanter Entwicklungen in der Arktis, und eine Reihe von Kleinsatellitenantennen aus dem kommerziellen NewSpace-Bereich.