5 Minuten mit … Olaf Nitsche, Area Sales Manager und Mitglied der Geschäftsführung, L&L Products Europe GmbH

Mitte Oktober 2019 hat L&L Products sein Sales und Engineering Büro für Deutschland in München offiziell eröffnet. Das ursprünglich aus den USA stammende Unternehmen zeichnet sich durch seine hohe Kompetenz im Bereich Neue Materialien und Engineering aus. L&L Products entwickelt, produziert und vertreibt Produkte zur Reduzierung von Geräuschen und Vibrationen, sowie Verstärkung und Verbindungen von Strukturen, z.B. im Auto oder Flugzeug. Wir haben L&L Products von Anfang an bei seiner Standortsuche in Bayern begleitet und freuen uns jetzt umso mehr, das Unternehmen in Bayern begrüßen zu dürfen. Heute unterhalten wir uns mit Olaf Nitsche, einem der drei Geschäftsführer.

Herr Nitsche, können Sie uns kurz an einem Beispiel aus der Praxis erklären, was Ihr Unternehmen zukünftig am Standort Bayern machen wird?

Der Bereich Automotive ist weltweit unser größter Geschäftsbereich, in dem wir unsere Kunden nicht nur mit Materialien, sondern auch mit Entwicklungsleistungen unterstützen. In München und der näheren Umgebung sitzen mehrere unser bestehenden Kunden, aber auch weitere potenzielle Kunden für unsere Produkte. Die Nähe zu unseren Kunden erlaubt es uns, mit dem Kunden viel effizienter spezielle Entwicklungen wie zum Beispiel die Entwicklung einer Karosserieverstärkung voran zu treiben. Dazu haben wir jetzt lokal die Möglichkeit FEA-Berechnungen durchzuführen und dann vor Ort mit den entsprechenden Entwicklungspartnern Ergebnisse und weitere Schritte abzustimmen. 

Ihre Europazentrale ist in Frankreich angesiedelt. Von daher scheint es auf den ersten Blick natürlich, dass Sie zunächst einen Standort für Ihr Deutschlandbüro nahe der deutsch-französischen Grenze gewählt haben. Was hat Sie letztendlich dazu bewogen, Ihren Standort nach München zu verlagern?

Wir wollten einen neuen Standort haben, welcher näher an bestehenden Kunden liegt. Unser Ziel ist es, die Produktentwicklung für unsere Kunden zu vereinfachen. Dies geht natürlich am Besten, wenn man sich schnell auch vor Ort mit unserem speziellen Know-How bei unseren Kunden abstimmen kann. Es gibt einige Kunden, welche man von unserem Standort in der Nähe von Straßburg noch relativ leicht erreichen kann, aber eine Reise nach München ist in der Regel keine Tagesreise und damit auch mit einem deutlich höheren Aufwand verbunden. Das Modell mit der Nähe zum Kunden hat für unser Unternehmen bereits in vielen Bereichen sehr gut funktioniert und wir werden es sicherlich auch weiter ausbauen. München mit dem vielseitigen kulturellen Angeboten, guter Infrastruktur und dem weitreichenden Freizeitangebot ist natürlich ein attraktiver Arbeitsort für unsere bestehenden und zukünftigen Mitarbeiter. Für meine Familie war auch das Angebot von internationalen Schulen ein wichtiger Aspekt, um nach München zu kommen.

Bisher sind Sie in Deutschland vor allem im Bereich Automotive unterwegs. Können Sie sich weitere Felder vorstellen, bei denen Ihre Produkte zum Einsatz kommen?

Unser Unternehmen ist neben dem Automotive-Bereich auch in anderen Industriezweigen aktiv. Wir wachsen kontinuierlich im Aerospace-Bereich und kommen mit unseren Produkten mit immer weiteren Bereichen, bei denen unsere Bonding-Lösungen gefragt sind, in Berührung. Unsere Firma ist schon immer von Innovation getrieben worden und wir untersuchen gerne neue Anwendungsgebiete. Die Wurzeln unser Firma liegen dabei klar in unserem Fachwissen für Applikationen im Bereich Bonding, Strukturverstärkungen und akustischen Materialien in Verbindung mit kostenbewusstem Leichtbau.

Sie sind jetzt frisch in Bayern angekommen. Welche Standortvorteile erhoffen/erwarten Sie sich neben dem Ausbau der bestehenden Kundenbeziehungen?

Wir wissen, dass München im Süddeutschen Raum auch mit den vielen Forschungseinrichtungen ein wichtiges Entwicklungszentrum für viele Industriezweige ist. Wir hoffen natürlich, dass wir unsere Marktposition durch zusätzliche Kontakte und neue Kunden weiter stärken können. Hierzu kann uns sicherlich auch das Netzwerk von Invest in Bavaria mit den verschiedenen Clustern und Kontakten zu Forschungseinrichtungen und Konferenzen helfen. 

Wir stellen gerne Kontakt zu bayerischen Clustern her, z.B. zu MAI Carbon in Augsburg, das im Rahmen des Cluster-Wettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) als Spitzencluster ausgewählt wurde. Der Hauptfokus liegt auf den Anwenderbranchen Automobilbau, Luft- und Raumfahrt sowie dem Maschinen- und Anlagenbau und die Partner stammen aus sämtlichen Branchen, in denen Hochleistungs-Faserverbundwerkstoffe Anwendung finden. Innerhalb solcher Cluster werden ja auch immer Innovationen vorangetrieben. Welche Zukunftstrends können Sie beobachten?

Wir sind bereits im E-Mail Verteiler einiger Cluster aufgenommen und haben sogar schon erste Kontakte mit neuen potentiellen Kunden bekommen. Hier geht es primär um die Entwicklung und Verarbeitung von neuen Materialien besonders im Hinblick auf Leichtbau. Neue Werkstoffe erfordern immer wieder neue Herstellungs- und Verarbeitungsmethoden. Für diese Herausforderung sind wir mit unserem heutigen Materialportfolio und unseren starken globalen R&D-Aktivitäten sehr gut aufgestellt. Die Anforderungen an Materialien und die gesamte Fahrzeugrobustheit wird sich in Zukunft von den heutigen Produkten sicherlich weiter verändern. Wenn Sie berücksichtigen, wie sich die Nutzungsdauer im Vergleich zur Standzeit von einem heutigen Standardfahrzeug, im Vergleich mit zukünftigen Transportkonzepten wie z.B. CarSharing verschiebt, wird es hier in Zukunft deutliche Unterschiede in den Erwartungen und Anforderung geben. Hier sehen wir Potentiale für unsere Produkte und unseren Entwicklungsservice.

Bei unserer gemeinsamen Standortbereisung war auch Ihr Kollege von der Europazentrale in Frankreich dabei und wir waren gemeinsam Essen. Franzosen gelten ja allgemeinhin als Feinschmecker. Sie und Ihr Kollege waren von den bayerischen Tapas sehr begeistert. Welche bayerischen Schmankerl können Sie unseren Lesern sonst noch empfehlen?

Neben den kulinarischen Leckereien wie von den hiesigen Brezn bis zu den leckeren Haxen ist natürlich auch der Freizeitwert dieses Standortes nicht zu vernachlässigen. Natürlich muss man hier das originale Oktoberfest mal erlebt haben, aber die wirkliche bayrische Gemütlichkeit stellt sich erst bei einem Biergartenbesuch ein. Die Nähe zu den Bergen oder die vielen Parks und Seen sind an diesem Standort sicherlich ein weiteres großes Plus.
 

L&L Products Europe GmbH

In Bayern seit:

2019, München

In Bayern vertreten mit:

Deutschem Hauptsitz, Sales und Engineering Büro

Branche:

Zulieferer für Automobil-, Luft- und Raumfahrt- sowie Nutzfahrzeugindustrie

Headquarter:

Michigan, USA

Mehr erfahren unter:

www.llproducts.com