5 Minuten mit… Herrn Dr. Wieland Holfelder, Vice President Engineering bei Google Germany

Kaum jemand kann sich seinen Alltag noch ohne die zahlreichen Anwendungen und Geräte des Tech-Gigantens Google vorstellen. Und dabei begann alles in den Wohnheimzimmern der Stanford University und einer farbenfroh eingerichteten Garage. Das Ziel der beiden Gründer Larry Page und Sergey Brin war es, Informationen zu organisieren und für jedermann zugänglich zu machen. Das ist ihnen geglückt. Heute ist Google einer der weltweit beliebtesten Suchmaschinenanbieter. Wir sprechen mit Dr. Wieland Holfelder, Entwicklungschef Google Deutschland und Leiter des Münchner Entwicklungszentrums.München ist übrigens der einzige Google-Standort in Deutschland, an dem aktiv entwickelt wird.

1. Das Google Entwicklungszentrum ist schon seit 2006 in München. Was waren bzw.

sind die ausschlaggebenden Gründe für diesen Standort?

München ist sicher eins der bedeutestens Zentren für Informations- und Kommunikationstechnologien in Europa, davon zeugen schon die annähernd 30.000 IT-Unternehmen in Bayern. Zudem sind es neben der hohen Lebensqualität, erstklassige Universitäten und eine innovative Entwicklerszene, die München für unsere aus über 30 Ländern stammenden Mitarbeiter attraktiv macht.

 

2. Es war bestimmt eine bewusste Entscheidung, dass Ihre Kollegen ausgerechnet hier an verschiedenen Aspekten rund um das Thema Datenschutz arbeiten. Wie kam es dazu?

Ein starkes Netz an IT-Sicherheitexperten, spezielle Universitätsprogramme aber auch ein besonderes Interesse an Datenschutz- und Datensicherheitsfragen in Deutschland machten uns die Entscheidung für diesen thematischen Schwerpunkt einfach.

 

3. Sie haben ja auch schon im Silicon Valley gearbeitet, das weltweit als Start-up und ICT-Mekka gilt. Was macht Bayern besser?

Was mich an Bayern besonders freut, ist das Interesse für Start-ups und digitale Projekte beispielsweise in den Bereichen Bildung und Kultur. Der hohe Industrieanteil ist zudem ein entscheidender Faktor, um die Schnittstelle von Digitalisierung und Industrie – im Rahmen starker Forschungsnetzwerkes – zukunftsträchtig zu erforschen.

 

4. Und in welchem Bereich gibt es noch Verbesserungspotenzial?

Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist es sicherlich, allen Bürgern aber insbesondere der nächsten Generation die Möglichkeit zu geben, digitale Kompetenzen auf- und auszubauen. Nur so können wir sicherstellen, dass Menschen nicht nur Konsumenten von Technologie sind, sondern diese aktiv mitgestalten und kundig nutzen können.

5. Inzwischen arbeiten über 500 Googler in der Landeshauptstadt, 2013 waren es noch circa 200. Wie suchen Sie Ihre Fachkräfte aus und was tun Sie dafür, dass sie auch bleiben?

Unser Recruiting-Prozess ist sehr breit angelegt und wir suchen in erster Linie Menschen, die nicht nur eine bestimmte Qualifikation mitbringen, sondern vor allem etwas verändern möchten und eine grundlegende Neugier besitzen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stammen aus über 30 Ländern und schätzen neben unserer Firmenkultur und dem positiven Arbeitsumfeld vor allem den Faktor München, sprich die hohe Lebensqualität und freundliche, weltoffene Menschen.

 

6. Wir freuen uns, dass sich Google kürzlich für München als Ort für seine erste permanente Zukunftswerkstatt entschieden hat. Sie machen damit digitale Bildung für jeden zugänglich. Was erhoffen Sie sich als Unternehmen davon?

Egal ob Mittelständler, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Auszubildende, Schüler oder Vereine – die Kenntnis digitaler Kompetenzen ist ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Gestaltung des digitalen Wandels. Das kommt der gesamten Gesellschaft zugute, sichert Wettbewerbsfähigkeit und erlaubt es, allen Bürgern teil zu haben. Die kostenfreien Trainings in der Zukunftswerkstatt sollen hier einen Beitrag leisten.

 

7. Was wird uns die digitale Zukunft Ihrer Einschätzung nach in den nächsten Jahren noch bringen; was werden wichtige Themen sein?

Ich denke, die Digitalisierung wird eine Vielzahl von Bereichen revolutionieren. Schon jetzt können Schüler dank Virtual Reality auf digitale Klassenreise gehen oder mit der Open-Roberta-Plattform lernen, wie man kleine Roboter programmiert. Hier werden die Ingenieure und Entwickler der Zukunft für digitale Themen begeistert und werden uns mit ihren Ideen und Visionen überraschen, an die wir jetzt noch gar nicht denken.

 

8. Abgesehen von Schloss Neuschwanstein, was sind Ihre Lieblingsorte in Bayern?

Tatsächlich besuche ich mehrmals im Jahr das Deutsche Museum , wo ich auch im Vorstand des Freundeskreises ehrenamtlich tätig bin. Das Deutsche Museum verbindet in einzigartiger Weise Tradition und Zukunft der naturwissenschaftlichen und technischen Bildung für alle Menschen.

Bayern ist ein sehr lebhafter IT-Hub in Deutschland und in Europa. Es bietet ein einzigartiges Ökosystem, das von einer starken Industrie, innovativen und erfolgreichen Startups, der Präsenz weltweit anerkannter Universitäten (z.B. TUM, LMU), sowie internationalen Forschungseinrichtungen (z.B. Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, DLR), getragen wird.

Google Germany GmbH

Unternehen in Bayern seit:

2006

Branche:

Internet

In Bayern vertreten mit:

dem Software Entwicklungszentrum für u.a. Chrome Browser, Security & Privacy und anderen innovativen Themen

Mehr erfahren unter:

www.google.de