Montag, 29. April 2013

Bayerns Wirtschaftsstaatssekretärin Hessel übergibt Förderbescheid für Green Factory Bayreuth

Hessel: „Musterbeispiel bayerischer Zukunftspolitik“

MÜNCHEN / BAYREUTH   Bayerns Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel übergibt heute an der Universität Bayreuth den Förderbescheid für den Aufbau der Green Factory Bayreuth an den Leiter der Fraunhofer-Projektgruppe ‚Prozessinnovation‘,Prof. Dr.-Ing. Rolf Steinhilper. „Die Green Factory Bavaria ist ein Musterbeispiel bayerischer Zukunftspolitik. Mit den dort entwickelten Innovationen wird die weiß-blaue Industrie – vor allem auch die kleinen und mittleren Unternehmen – in die Lage versetzt, den Energiebedarf in der Produktion zu reduzieren. Damit können wir  die starke Position des Wirtschaftsstandorts Bayern weiter ausbauen. Der Freistaat unterstützt deshalb den Aufbau der Green Factory am Standort Bayreuth mit drei Millionen Euro“, betont Hessel.
 
Die Green Factory Bayreuth wird eine innovative Demonstrations-, Lehr- und Forschungsplattform für die energieeffiziente Produktion. Sie soll einen messbaren Beitrag dazu leisten, bayerische Unternehmen zu befähigen, ihren Energiebedarf zu reduzieren. Hauptziel ist der Know-how-Transfer von der angewandten Forschung in die Industrie. So werden unter anderem Schulungen durchgeführt und Unternehmen durch individuelle Beratungsleistungen unterstützt, ihre Energie- und Materialeffizienz zu steigern.
 
In der Green Factory Bayreuth wird laut Prof. Steinhilper „unter anderem ein industrietaugliches Vorgehen realisiert, um Energieeinsparpotenziale in bestehenden Fabriken zu identifizieren sowie die Energieeffizienzmesstechnik in der Produktion, die Energieeffizienzsteigerung in der Produktionslogistik sowie das Energieeffizienz-Upgrading von Anlagen erforscht. Darüber hinaus wird in der Green Factory Bayreuth entlang einer vollständig abgebildeten Produktion von Carbon-faserverstärkten Kunststoff-Bauteilen, die für den modernen Leichtbau eine zentrale Rolle spielen, eine Demonstrations- und Lernfabrik für eine energie- und materialeffiziente Produktion aufgebaut.“
 
Der Freistaat Bayern stellt drei Millionen Euro für dieses Projekt zur Verfügung. Die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation wird darüber hinaus eine Million Euro an selbst erwirtschaftetem Budget einbringen. „Das Forschungsvorhaben Green Factory Bayreuth leistet einen wesentlichen Beitrag für die Steigerung der Energie- und Materialeffizienz im Freistaat. Damit unterstützt die Einrichtung die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch“, hebt Hessel hervor.
 
Prof. Dr.-Ing. Rolf Steinhilper erläutert: „Die in 2006 gegründete Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation arbeitet seit ihrer Gründung sehr eng mit der Industrie zusammen. In den vergangenen Jahren haben wir für über 100 Unternehmen – 70 Prozent davon aus Nordbayern – mit großem Erfolg gearbeitet. Die Material- und Energiekosten in produzierenden Unternehmen stellen heute mit rund der Hälfte der Gesamtkosten – verglichen mit 18 Prozent bei den Personalkosten – den wichtigsten Kostenfaktor in der Produktion dar. Gerade im Bereich Energieeffizienz sind Verbesserungen bis 30 Prozent und bei der Materialeffizienz bis fünf Prozent nachweislich realisierbar. Dieses enorme Potenzial soll mit Hilfe der Green Factory Bayreuth in möglichst vielen Unternehmen aufgespürt und erschlossen werden.“