Photonik

Nahezu 20.000 Menschen arbeiten in Bayern heute in den Optischen Technologien, die zu den 12 Schlüsseltechnologien in Deutschland gehören. Alleine zwischen 2005 und 2008 stieg das Produktionsvolumen der Branche in Deutschland von 16,3 Milliarden Euro um durchschnittlich 12,2 Prozent pro Jahr auf 23,1 Milliarden Euro. Bayerns Anteil an der Produktion liegt in den Segmenten Beleuchtungstechnik, Informationstechnik und Kommunikationstechnik jeweils über der Fünfzig-Prozent-Marke und in der Medizintechnik & Life Science bei rund 25 Prozent.

Bayerns Photonik-Branche setzt in einer Vielzahl von Bereichen wichtige Akzente. Zu diesen Bereichen zählen etwa die Lasertechnologie, die Optik-Fertigung und das Optikdesign, daneben die Optische Messtechnik & Sensorik, Beleuchtung sowie die Optische Informations- und Kommunikationstechnik.  Darüber hinaus besitzt Photonik auch im Bereich „BioPhotonik / Life-Science“ eine hohe Bedeutung. 

Das zeigt die immense Bandbreite der Branche in Bayern. Bedeutende internationale Player wie Ficosa mit ihrer Tochter Adasens Automotive sowie Agfa-Gevaert HealthCare, Sill Optik, Osram Opto Semiconductors, Menlo Systems und Toptica Photonics haben hier einen Standort. Regionale Schwerpunkte der bayerischen Optischen Technologien liegen im Raum München-Augsburg, Erlangen-Nürnberg und Regensburg.

Mit 9 für die Photonik relevanten Universitäten, 17 Fachhochschulen für angewandte Wissenschaften sowie 8 Forschungseinrichtungen nimmt Bayern weltweit die Spitzenposition bei der Grundlagen- und anwendungsorientierten Forschung im Bereich der optischen Technologien ein. Zu den Hochschulen Bayerns mit Studiengängen in den Optischen Technologien gehören die Hochschule Amberg-Weiden mit „Maschinenbau - Lasertechnik“, die Hochschule Deggendorf mit „Mechatronik - Optical Engineering“, die Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg mit „Elektronische und Mechatronische Systeme, Vertiefung „Photonik“ sowie Münchens Hochschule für angewandte Wissenschaften mit „Photonik“.

An der Seite der Hochschulen stehen bedeutende in der Photonik forschende Institute wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt am Standort Oberpfaffenhofen oder die Fraunhofer Institute für Integrierte Schaltungen (Erlangen) und für Silicatforschung (Würzburg). Vernetzt mit den Hochschulen forschen auch Bayerns Photonik-Unternehmen an Spitzentechnologien wie Halbleiter- und Hochleistungslasern. Das Bayrische Kompetenznetzwerk „bayern photonics“ und die Strategische Partnerschaft Sensorik e.V. unterstützen die Weiterbildung von Fachkräften und die Vermittlung hochqualifizierter Mitarbeiter in die Unternehmen sowie den fachlichen Austausch und Technologietransfer der Branche.

Zentrale Anlauf- und Fachkoordinierungsstelle für Forschung, Hersteller und Anwender der Optischen Technologien in Bayern ist das Cluster bayern photonics mit derzeit rund 80 Mitgliedern. Es bietet Unternehmen der Branche Dienstleistungen wie Aus- und Weiterbildungsangebote, Innovationsmanagement, Branchenmarketing sowie eine Start-up-Beratung. Mitglieder bietet das Netzwerk einen erleichterten Zugang zu neuen Märkten, Partnern und Lieferanten Unterstützung bei der Realisierung von Forschungsprojekten und Vermittlung von Forschungspartnern und eine verkürzte „time to market“ für ihre Produktinnovationen.

Mit acht anderen regionalen Kompetenznetzen für „Optische Technologien“ hat sich „bayern photonics“ zum bundesweiten und auch international agierenden Kompetenznetzwerk „OptecNet Deutschland e.V.“ zusammengeschlossen. In diesem Netzwerk engagieren sich heute rund 500 Firmen und Forschungseinrichtungen. Vernetzung auf europäischer Ebene bietet die European Optical Society. Zu ihren über 6.500 Mitgliedern gehören 22 nationale optische Gesellschaften in Europa. Für Unternehmen der Photonik in Bayern bedeutende Cluster sind unter anderem auch die bayerischen Cluster Nanotechnologie und Sensorik.