Medizintechnik

Medizintechnik ist ein großer Wachstumsmarkt. Für den derzeit etwa 200 Milliarden Euro schweren Weltmarkt erwartet man Wachstumsraten von bis über 7 Prozent pro Jahr. Bayerns Medizintechnik-Unternehmen profitieren davon in hohem Maße. Etwa 70 Prozent ihrer Produkte werden in zahlreiche Länder im Ausland exportiert. Was im Inland bleibt, trifft in Bayern auf einen potenziellen Kundenstamm mit etwa 400 zugelassenen Akutkrankenhäusern, 285 Einrichtungen für Vorsorge oder Rehabilitation und 47 hochprädikatisierten Heilbädern und Kurorten.

Deutschlands Medizintechnik bringt Produkte schnell zur Marktreife. Die Unternehmen der Branche erzielen über 50 Prozent ihres Umsatzes mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre alt sind. In Bayern tragen dazu nicht zuletzt das Medical Valley in Erlangen sowie das Forum MedTech Pharma e.V. als größtes Netzwerk der Gesundheitsbranche in Deutschland und Europa bei.
Beste Produktionsbedingungen für Medizintechnik bietet Bayern unter anderem aufgrund vieler in Bayern aktiver Branchen, deren eigene Produktion und Forschung auch für die Medizintechnik wertvoll sind. Zu diesen Branchen gehören etwa die Mechatronik, die IuK-Technik sowie der Photonik-Optik-Bereich.

Viele Hochschulen Bayerns stellen eine hohe Kompetenz im Bereich der Medizintechnik unter Beweis. Beispiele sind die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Zentrum für medizinische Physik und Technik, die Universitätsklinik Regensburg mit ihrem Telemedizinischen Zentrum und die Technische Universität München mit dem Lehrstuhl für Medizintechnik. Außerhalb der Hochschulen präsentieren sich in Bayern Organisationen wie das Innovationszentrum Therapeutische Medizintechnik (ITEM GmbH) in Garching und leisten wertvolle Beiträge zur medizintechnischen Forschung.

Wichtige Beiträge zur medizintechnischen Forschung sowie zur Umsetzung von Forschungsergebnissen in marktreife Produkte leisten zahlreiche Forschungsverbünde in Bayern, in denen Wissenschaftler unterschiedlicher Fakultäten mit Partnern aus der Wirtschaft zusammen an Forschungs- und Entwicklungsthemen arbeiten, sowie die Unternehmen selbst. Alleine im sogenannten „Medical Valley" rund um Erlangen gibt es circa 180 forschende Unternehmen in der Medizintechnik. Bayerische Forschungseinrichtungen sorgen auch für eine sehr gute branchenrelevante Ausbildung. Und so ist Bayerns Arbeitsmarkt reich an Fachkräften, deren hohe Kompetenz für die Medizintechnik nutzbar ist.

Eins der bedeutenden Netzwerke in der bayerischen Medizintechnik ist das Medical Valley EMN, dessen Mitglieder heute darauf abzielen, nur noch „solche Produkte, Dienstleistungen und Lösungen zu entwickeln, welche die Effektivität und Effizienz in der Prävention, Diagnose, Therapie und Rehabilitation deutlich steigern“. Mit dem Forum „MedTech Pharma e.V.“ hat sich zudem das größte Netzwerk der Gesundheitsbranche Deutschlands und Europas in Bayern etabliert. Zu ihm gehören mittlerweile über 600 Mitglieder aus dem Bundesgebiet und aus 12 weiteren Ländern.

Viele weitere Netzwerke sorgen in Bayern dafür, dass auch junge Unternehmen und Start-ups aus der Medizintechnik von Anfang an optimale Erfolgschancen erhalten. So unterstützt etwa das universitäre Kooperationsnetzwerk „BioMedTec Franken“ die Gründung und Ansiedelung innovativer Unternehmen der Branche im Frankenland. Hinzu kommen eine Reihe von Innovations- und Gründerzentren mit Spezialkompetenzen, die insbesondere Unternehmen aus der Medizintechnik zugute kommen. Zu ihnen gehört das Innovations- und Gründerzentrum Medizintechnik und Pharma (IZMP) in Erlangen. Es integriert neue Unternehmen schnell in vorhandene Netzwerke, in denen ihnen viele Kontakte neue Perspektiven eröffnen.