Elektrotechnik & Elektronik

Die Elektroindustrie zählt zu den größten Industriebranchen in Deutschland und verfügt über ein breites, sehr dynamisches und innovatives Produktportfolio. Ein Großteil entfällt dabei auf Investitionsgüter wie Automatisierungs- und Energietechnik, weitere sind Vorleistungsgüter (insbesondere elektronische Bauelemente) und Gebrauchsgüter (Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik). Mit 849 000 Beschäftigten ist die Branche der zweitgrößte Arbeitgeber innerhalb des verarbeitenden Gewerbes in der Bundesrepublik.

In Bayern sind Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen der Elektrotechnik und Elektronik ansässig, etwa in den Bereichen „Leistungshalbleiter“ mit Unternehmen wie Infineon Technologies und SEMIKRON, „Substrattechnik“ mit Betrieben wie beispielsweise Curamik, CeramTec und Kunze Folien und „Antriebstechnik“, in der zum Beispiel Siemens arbeitet. Weitere Felder sind die Fahrzeugelektronik mit Unternehmen wie Robert Bosch, Continental, Liebherr Elektronik und Transtechnik sowie der Bereich „Energiespeicher“, in dem etwa das Unternehmen BMZ aktiv ist. Ein wesentlicher Indikator für Hightech aus Bayern ist aufgrund ihres großen Innovationspotentials die Leistungselektronik. Auf dem Weltmarkt für Leistungselektronik werden aktuell 7 Prozent Wachstum pro Jahr realisiert. Der bayerische Halbleiterbauelemente-Displaymarkt ist marktführend.

4 bayerische Universitäten und 11 Fachhochschulen bilden in der Elektronik und Elektrotechnik qualifizierten akademischen Nachwuchs aus.
Ergänzt wird das Ausbildungsangebot durch ein breites Weiterbildungsangebot mit Anbietern wie ECPE, OTTI, Bayern Innovativ, VDE und VDI.

Die Hochschulen beweisen neben hoher Qualität in der Ausbildung auch exzellente Kompetenz in der Forschung für die F+E-intensive Branche, insgesamt 13,5 Milliarden Euro gaben die Unternehmen der Elektroindustrie/Elektronik deutschlandweit 2012 dafür aus. Das entspricht einem Fünftel aller F+E-Aufwendungen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland.  

In den verschiedenen Fachbereichen der Elektrotechnik und Elektronik vernetzen u.a. die bayerischen Cluster „Leistungselektronik“, „Mechatronik und Automation“, „Sensorik“ sowie „Mikrosystemtechnik“ die Akteure der Branche. Diese richten sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen und Fachhochschulen, aber auch „Global Player“ aus Wirtschaft und Wissenschaft bereichern die Netzwerke. Zu den Zielen der Cluster gehören die Förderung der Forschungsaktivitäten in Bayern durch Vernetzen von Wirtschaft und Wissenschaft, die Unterstützung bei der der strategischen Markterschließung für bayerische Unternehmen sowie die Nachwuchsförderung von qualifizierten Fachkräften.

Mit dem Ziel die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen der Elektronik- und Mikrotechnologiebranche zu stärken, fördert die Bayerische Innovations- und Kooperationsinitiative Elektronik / Mikrotechnologie (BAIKEM) Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und mit der Wissenschaft. 

Die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber sind in den Schwesterverbänden Bayme und vbm organisiert.

Auf Bundesebene repräsentiert der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) die Interessen der Branchen. ZVEI ist in Bayern mit einer Landesstelle vertreten.

Internationale Vernetzung bietet das 2003 gegründete industriegeführte, europäische Forschungsnetzwerk für Leistungselektronik European Center for Power Electronics e.V. (ECPE) in Nürnberg.