Chemie

Chemie bildet heute die Grundlage der Produkte vieler Branchen, etwa für Körperpflege, Pharmazie, Farben und Lacke und Kunstfasern. Chemie in Bayern deckt mit etwa 49.000 Beschäftigten fast die gesamte Palette ab, wobei das sogenannte Bayerische Chemiedreieck in Oberbayern ein Zentrum der Branche bildet. Global Player wie die Wacker Chemie und Süd-Chemie sind ebenso in Bayern Zuhause wie etwa 210 mittelständische Unternehmen. Bayern bietet ihnen zahlreiche Abnehmer ihrer Produkte sowie eine exzellent ausgebaute Logistik-Infrastruktur.

In Bayern erwartet die Chemiebranche ein großer Pool bestens ausgebildeter potenzieller Mitarbeiter. Die Hochschulen des Landes sorgen mit Chemischen Fakultäten beziehungsweise Lehrstühlen an sechs Universitäten sowie in diversen Fachhochschulen für akademischen Nachwuchs. Hinzu kommen über 2.000 Ausbildungsplätze in der Branche, in denen junge Chemikanten und Chemielaboranten, aber auch Kaufleute mit Branchenkenntnissen ausgebildet werden. Netzwerke wie das Cluster Chemie bringen Unternehmen und Forschungseinrichtungen der bayerischen Chemiebranche zusammen und leisten wertvolle Beiträge, um die Zeit bis zur Marktreife für chemische Produkte zu verkürzen.

Mit der Technischen Universität München (TUM) besitzt Bayern eine Institution mit einem international exzellenten Ruf in der Chemie. Die TUM belegt in Rankings wie der ISI-Rangliste und dem CEST-Ranking Top-Positionen. Aber auch andere Universitäten wie Bayreuth und Augsburg setzen Akzente in der chemischen Forschung, etwa in der Festkörperchemie oder in der Materialforschung. Ergänzt wird die universitäre Forschung durch Fachhochschulen, außeruniversitäre Einrichtungen sowie Forschungsabteilungen vieler Chemie-Unternehmen in Bayern.

Für innovative Forschungsprojekte auf der Ebene von Unternehmen der Chemiebranche bietet Bayern attraktive Förderprogramme. So investiert etwa das Chemie-Cluster Bayern vor allem in anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Je nach Programm werden neben Forschung und Entwicklung auch Maßnahmen für den Markteintritt entwickelter Produkte gefördert. Die gut ausgebaute Förderung in Bayern bietet beste Bedingungen für die Zukunft der Branche durch Innovation. Die breit aufgestellte wissenschaftliche Forschung in der Chemie sorgt aber nicht alleine für Innovationen made in Bayern, sondern auch für exzellent ausgebildeten Branchennachwuchs.

Etwa 80 Prozent aller Erzeugnisse der chemischen Industrie sind Vorprodukte, die in Branchen wie der Pharmazie, dem Automobil- und Maschinenbau sowie der Bekleidungsproduktion weiterverarbeitet werden. Aus diesem Grund kümmert sich das Chemie Cluster Bayern intensiv um Kontakte zu diesen Anwenderbranchen, deren bayerische Unternehmen wie die Chemiebranche selbst international Erfolge feiern. Daneben unterstützt das Chemie Cluster Bayern die Forschung und Entwicklung der Chemie-Branche ebenso wie die Markterschließung für neue Produkte.

Die Exportquote von Bayerns Chemieunternehmen liegt bei über 60 Prozent. Das Chemie-Cluster Bayern initiiert deshalb nicht alleine eine bayernweite Vernetzung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Es unterhält daneben zahlreiche strategische Allianzen auf europäischer Ebene sowie mit bedeutenden Abnehmer- und Zuliefererbranchen und politischen Einrichtungen Chinas. Darüber hinaus initiiert es über die „Transatlantische Technologietransfer-Initiative“ (TTTI) regelmäßig Dialoge mit US-amerikanischen Marktführern der Branche und verhilft über die Chemie-Cluster-Initiative „JUSTUS“ auch jungen Unternehmen und Start-ups zum Markteintritt auf globalen Märkten.